Kapitel 43

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Der nächste Tag begann mit einer melancholischen Ruhe. Das sonnige Wetter von gestern war einem trüben, bewölkten Himmel gewichen, der perfekt zu meiner inneren Verfassung passte. Laurie, Ethan und ich waren am Nachmittag ins Einkaufszentrum gefahren, um ein paar Besorgungen für das kommende Wochenende zu erledigen. Da ich mich immer noch schwach fühlte, aber dennoch den Wunsch hatte, etwas Frischluft zu schnappen, hatte ich mich entschieden, sie zu begleiten.

Laurie, Ethan und ich schlenderten durch die Gänge des Einkaufszentrums. Laurie war voller Energie und entschlossen, das Beste aus dem Tag zu machen, während Ethan gelegentlich durch die Geschäfte streifte, um nach etwas zu suchen, das sein Interesse weckte. Meine Gedanken waren jedoch immer wieder bei Nathon, insbesondere an die letzten Tage, die wir zusammen verbracht hatten.

„Lena, alles in Ordnung?“, fragte Laurie, als sie bemerkte, dass ich oft in Gedanken versunken war.

„Ja, alles gut“, antwortete ich und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. „Ich denke nur über die letzten Tage nach.“

„Es war viel los“, sagte Laurie mit einem verständnisvollen Lächeln. „Aber das wird schon wieder. Wir haben heute Abend eine kleine Überraschung für dich und Nathon vorbereitet, um den Stress etwas abzubauen.“

„Oh? Was für eine Überraschung?“ fragte ich neugierig, während wir an einem Schaufenster stehen blieben.

„Nur eine kleine Familienfeier“, antwortete Laurie geheimnisvoll. „Etwas, das wir alle genießen können.“

Nachdem wir einige Stunden im Einkaufszentrum verbracht hatten, kehrten wir nach Hause zurück. Das vertraute Zuhause empfing uns mit seiner gewohnten Wärme. Laurie begann sofort mit den Vorbereitungen für das Abendessen, während Ethan und ich uns um das Auspacken der Einkäufe kümmerten.

Gegen Abend, als das Licht draußen langsam schwächer wurde, klopfte es plötzlich an meiner Zimmertür. Als ich öffnete, stand Nathon dort, der einen ernsthaften und besorgten Ausdruck auf seinem Gesicht hatte.

„Lena, ich muss mit dir reden“, sagte er, seine Stimme war fest, aber sein Blick wirkte unsicher.

„Nathon, was ist los?“ fragte ich und ließ ihn in mein Zimmer. „Ich dachte, du hättest den ganzen Tag im Haus gearbeitet.“

„Ja, aber ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht“, begann er, ohne sich zu setzen. „Es tut mir leid für alles, was passiert ist. Ich wollte dir einfach nur sagen, dass ich mich schlecht fühle, wie ich mich verhalten habe. Ich… ich habe einfach gemerkt, wie wichtig du mir bist.“

Ich sah ihn überrascht an und setzte mich auf mein Bett. „Nathon, was meinst du damit?“

„Ich wollte einfach nicht, dass du denkst, ich sei nur verwirrt oder dass ich dich nicht ernst nehme“, sagte er und machte einen Schritt näher. „Es war alles so schnell, und ich habe mich nicht richtig gefühlt.“

Seine Augen suchten die meinen, und ich konnte die Unsicherheit darin erkennen. „Ich verstehe, dass es schwierig ist“, sagte ich leise. „Aber es ist auch schwierig für mich. Ich weiß nicht, wie wir das alles klären sollen.“

Er atmete tief durch und trat noch einen Schritt näher. „Lena, ich… ich will, dass wir das klären. Ich will, dass du weißt, dass ich für dich da bin. Und ich will nicht, dass wir uns von dem, was passiert ist, zurückhalten lassen.“

Plötzlich, ohne Vorwarnung, zog er mich vorsichtig in seine Arme und hielt mich fest. Die Nähe zu ihm fühlte sich vertraut und tröstlich an. „Ich will das nicht verlieren“, flüsterte er.

Der Moment war aufgeladen mit einer Intensität, die mich überwältigte. Ich konnte die Wärme seines Körpers spüren und die sanfte Berührung seiner Hände auf meinem Rücken. „Ich… ich auch nicht“, sagte ich leise, als ich meinen Kopf an seine Schulter lehnte.

Wir standen einige Minuten so da, bis sich unsere Blicke trafen und er sanft meine Kinn hebte. Dann küsste er mich. Der Kuss war sanft und vorsichtig, doch in ihm lag eine Tiefe und Intensität, die mich völlig einnahm. Die Welt um uns herum schien stillzustehen, und es fühlte sich an, als ob wir in diesem Moment nur füreinander existierten.

Als wir uns schließlich voneinander lösten, lächelte Nathon mich schwach an. „Ich hoffe, das ist nicht zu viel, zu schnell.“

„Nein“, antwortete ich, während ich ihm tief in die Augen sah. „Es ist genau das, was ich gebraucht habe.“

„Ich will nicht, dass du denkst, dass ich das nur so sage“, fügte er hinzu. „Ich meine es ernst.“

„Ich weiß“, sagte ich und lächelte ihm schwach zu. „Lass uns einfach sehen, wie es weitergeht.“

Nathon nickte und zog mich wieder sanft in seine Arme. Wir standen eine Weile so da, gehalten und getröstet von der Nähe des anderen. Als wir uns schließlich trennten, bereiteten wir uns auf das Abendessen vor.

Laurie und Ethan kamen bald zurück, und die Atmosphäre war entspannt und fröhlich. Das Abendessen, das aus Hot Dogs und verschiedenen Beilagen bestand, war ein Erfolg. Während des Essens schielte ich immer wieder zu Nathon hinüber, und wir tauschten verstohlene Blicke aus, die nur uns beiden etwas bedeuteten.

Der Abend verlief angenehm, und als es Zeit war, sich zurückzuziehen, wusste ich, dass wir einen wichtigen Schritt gemacht hatten. Die Ungewissheit, die uns vorher belastet hatte, schien sich ein Stück weit aufgelöst zu haben. Nathon und ich waren bereit, gemeinsam den nächsten Schritt in unserer Beziehung zu wagen.

Später in der Nacht, als Laurie und Ethan bereits schlafen gingen, fand ich mich alleine in meinem Zimmer wieder. Die Gedanken an Nathon beschäftigten mich weiterhin. Die Gespräche und Momente, die wir geteilt hatten, waren bedeutungsvoll und hatten unsere Beziehung auf eine neue Ebene gehoben. Während ich mich zum Schlafen hinlegte, spürte ich ein Gefühl der Hoffnung und Vorfreude auf das, was die Zukunft bringen würde.

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