Kapitel 21

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Der Sonntagmorgen begann ruhig, fast schon träge. Ich lag in meinem Bett und ließ die ersten Sonnenstrahlen, die durch die weißen Vorhänge fielen, mein Gesicht wärmen. Nach dem aufregenden Tag gestern brauchte ich einen Moment, um mich zu sammeln und die letzten Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen.

Nathon hatte tatsächlich beeindruckend gespielt, und die Energie des Spiels war noch immer spürbar in meinen Gedanken. Doch jetzt, wo der Trubel vorbei war, fühlte ich eine gewisse Schwere auf meinem Herzen. Irgendetwas an Nathon war in letzter Zeit anders gewesen, und ich konnte nicht genau sagen, was es war. Vielleicht lag es an seiner ständigen Abwesenheit, oder vielleicht war es nur meine Einbildung, aber da war dieser kleine Funken von Unbehagen, den ich nicht loswerden konnte.

Ich schob die Gedanken beiseite und beschloss, aufzustehen. Der Tag lag noch vor mir, und es gab keinen Grund, ihn mit Grübeleien zu beginnen. Nachdem ich mich schnell geduscht und angezogen hatte, machte ich mich auf den Weg nach unten. Das Haus war ungewöhnlich still, fast so, als würde es nach dem gestrigen Trubel noch schlafen.

In der Küche fand ich Laurie, meine Gastmutter, die, wie es schien, auch den Sonntag in Ruhe angehen wollte. Sie saß am Tisch, eine Tasse Kaffee in der Hand, und blätterte in einer Zeitschrift. Als sie mich bemerkte, lächelte sie und lud mich mit einer Geste ein, mich zu ihr zu setzen.

„Guten Morgen, Lena“, sagte sie sanft. „Hast du gut geschlafen?“

„Ja, danke. Ich glaube, ich habe gestern sogar von Football geträumt“, antwortete ich mit einem leichten Lächeln und setzte mich ihr gegenüber.

Laurie lachte. „Das wundert mich nicht. Es war ein intensiver Tag, besonders für Nathon. Aber er hat wirklich toll gespielt, nicht wahr?“

„Ja, das hat er.“ Ich nippte an der Tasse Tee, die sie mir reichte. „Ich frage mich nur, ob alles in Ordnung ist mit ihm. Er wirkt so… abwesend in letzter Zeit.“

Laurie sah mich nachdenklich an und seufzte. „Nathon hat viel um die Ohren. Die Schule, das Training… und dann ist da noch das College, das er im Hinterkopf hat. Es ist eine Menge für ihn, und manchmal zieht er sich einfach ein wenig zurück.“

Ich nickte verstehend, aber dennoch blieb ein leises Unbehagen. „Ich hoffe, es ist nichts Ernstes.“

„Mach dir keine Sorgen“, beruhigte sie mich. „Nathon ist stark, und er hat uns. Er weiß, dass er immer mit uns reden kann, wenn etwas ist.“

Das Gespräch beruhigte mich ein wenig, und wir wechselten das Thema zu alltäglicheren Dingen. Laurie erzählte mir von ihrer Arbeit und den Plänen für die kommende Woche. Die Normalität dieser Unterhaltung brachte mich zurück in die Gegenwart, und ich konnte mich etwas entspannen.

Als ich meinen Tee austrank, hörte ich Schritte im Flur und sah, wie Mr. Collin die Küche betrat. „Guten Morgen, ihr beiden,“ sagte er mit einem freundlichen Lächeln. Er trug eine bequeme Jeans und ein schlichtes Hemd – seine Wochenendkleidung, wie ich mittlerweile gelernt hatte.

„Guten Morgen, Schatz,“ erwiderte Laurie und schenkte ihm ein Lächeln. „Hast du gut geschlafen?“

„Ja, sehr gut. Es war schön, mal wieder etwas länger im Bett zu bleiben,“ antwortete er, während er sich eine Tasse Kaffee einschenkte und sich zu uns setzte. „Was steht heute bei euch beiden an?“

„Nicht viel,“ sagte Laurie und sah mich an. „Lena und ich genießen einfach einen ruhigen Tag. Was ist mit dir?“

„Ich dachte, ich gehe nachher noch etwas raus und arbeite im Garten. Der Rasen muss gemäht werden, und ich möchte noch ein paar Sachen erledigen, die unter der Woche liegen geblieben sind,“ antwortete er.

Es war schön, Mr. Collin auch mal entspannt zu erleben, nicht immer nur gestresst von der Arbeit. Obwohl er oft lange Stunden im Büro verbrachte, war es offensichtlich, dass er die Zeit mit seiner Familie genoss, wann immer er konnte.

Nach dem Frühstück entschloss ich mich, mein Zimmer ein wenig umzugestalten. Es war ein Projekt, das ich schon seit einiger Zeit vorhatte, und heute schien der perfekte Tag dafür zu sein. In den letzten Wochen hatte ich ein paar Dinge gekauft, um dem Raum eine persönliche Note zu verleihen, und nun wollte ich alles in die Tat umsetzen.

Ich begann damit, die Bettwäsche zu wechseln. Die neuen Laken waren in einem zarten Pastellton, der perfekt zum hellen Holz der Möbel passte. Als ich die frischen Kissen aufschüttelte und die Decke glattstrich, fühlte ich mich ein wenig wie zu Hause. Die kleinen Details machten den Unterschied – ein Foto meiner Familie, das ich auf den Nachttisch stellte, eine bunte Decke, die ich über den Sessel warf, und ein paar Pflanzen, die dem Raum Leben einhauchten.

Nachdem ich zufrieden auf mein Werk geblickt hatte, öffnete ich das Fenster, um frische Luft hereinzulassen. Der Duft von frisch gemähtem Gras stieg mir in die Nase, und ich konnte hören, wie Mr. Collin draußen den Rasen mähte. Dieser Ort war wirklich idyllisch, und ich fühlte mich glücklich, hier sein zu können.

Später am Nachmittag entschloss ich mich, nach draußen zu gehen und ein wenig spazieren zu gehen. Die Umgebung war wunderschön – weite Felder, sanfte Hügel und kleine Waldstücke, die zum Erkunden einluden. Ich nahm mir vor, heute mehr über die Gegend zu lernen, in der ich nun lebte.

Während ich so durch die Straßen schlenderte, dachte ich über die letzten Wochen nach. Es war nicht immer leicht gewesen, mich an das Leben hier zu gewöhnen, vor allem wegen der Sprachbarriere. Aber mit der Zeit hatte ich mich eingelebt, und Englisch fiel mir mittlerweile deutlich leichter. Die ersten Tage waren eine Herausforderung gewesen, in denen ich mich oft unsicher gefühlt hatte, doch mittlerweile konnte ich den Gesprächen ohne große Probleme folgen. Sogar die amerikanischen Eigenheiten in der Sprache fielen mir auf und zauberten mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich an meine Anfangszeit hier dachte.

Ich musste an ein Gespräch denken, das ich mit Laurie vor ein paar Tagen geführt hatte. Sie hatte mir erzählt, dass es in Amerika üblich sei, dass Austauschschüler ihre Gasteltern nach einer Weile duzten, sobald sie sich wohl fühlten. Das hatte mir irgendwie gefallen, und ich hatte begonnen, Laurie in Gedanken einfach „du“ zu nennen. Es fühlte sich vertraut und natürlich an, ein weiteres Zeichen dafür, dass ich mich hier wirklich zuhause fühlte.

Als ich zurückkam, war das Haus noch immer ruhig, aber es gab eine angenehme, warme Atmosphäre. Laurie und Mr. Collin saßen gemeinsam im Wohnzimmer, entspannt auf dem Sofa, während sie sich leise unterhielten. Nathon und Ethan waren nirgends zu sehen, vermutlich noch bei ihren Freunden oder im Garten. Ich beschloss, die Zeit zu nutzen, um ein wenig an meinen eigenen Dingen zu arbeiten – ich hatte schließlich noch Hausaufgaben zu erledigen und wollte vielleicht später noch etwas für meine Hobbys tun.

Der Nachmittag verstrich schnell, und als der Abend näher rückte, beschloss ich, noch einmal nach draußen zu gehen. Die untergehende Sonne tauchte die Landschaft in ein goldenes Licht, und ich atmete tief ein, um den Moment zu genießen.

Als ich zurück ins Haus ging, fühlte ich mich erfüllt. Die Ruhe und die Schönheit dieses Ortes hatten etwas Beruhigendes, und ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, mein Austauschjahr hier zu verbringen. Auch wenn es nicht immer einfach war, gab es doch so viele Momente, in denen ich spürte, dass ich genau hierhin gehörte.

Heartstrings in the U.SGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt