Der Montagmorgen dämmerte, und mit ihm brach der erste wirkliche Alltag in meiner neuen Umgebung an. Der Wecker riss mich unsanft aus dem Schlaf, und obwohl die Verlockung groß war, einfach liegen zu bleiben, zwang ich mich aufzustehen. Heute war mein erster richtiger Schultag in Amerika, und ich war entschlossen, mich nicht von der Müdigkeit überwältigen zu lassen.
Als ich die Vorhänge beiseite zog, fiel das kühle, klare Morgenlicht ins Zimmer. Der Himmel war wolkenlos, und die tief stehende Sonne tauchte alles in ein blasses, bläuliches Licht. Es war so anders als zu Hause. Während ich mich für den Tag fertig machte, spürte ich eine leise Nervosität in mir aufsteigen. Die Vorstellung, an eine so große und fremde Schule zu gehen, war überwältigend. Obwohl ich mich in den letzten Wochen allmählich eingelebt hatte, fühlte ich mich immer noch ein wenig verloren in der Masse.
In der Küche herrschte bereits geschäftiges Treiben. Mrs. Collins stand am Herd, und Nathon saß still am Küchentisch und biss gedankenverloren in einen Apfel. Ethan war noch nicht zu sehen, wahrscheinlich schlief er noch oder war gerade aufgestanden.
„Guten Morgen, Lena", begrüßte Mrs. Collins mich mit einem warmen Lächeln, als ich den Raum betrat. „Hast du gut geschlafen?"
„Ja, danke", erwiderte ich höflich, griff nach einem Glas Wasser und setzte mich an den Tisch.
Nathon nickte mir kurz zu, legte dann aber den Apfel beiseite und starrte gedankenverloren auf den Tisch. Die sonst so lockere Atmosphäre war von einer unerklärlichen Spannung durchzogen. Normalerweise war Nathon derjenige, der das Gespräch in Gang brachte, aber heute lag eine seltsame Stille über uns.
„Bist du bereit für die Schule?" fragte Mrs. Collins, während sie Eier in die Pfanne schlug.
„Ich denke schon", antwortete ich und versuchte zu lächeln. „Es wird sicherlich ein langer Tag."
„Das wird schon", sagte sie aufmunternd. „Es dauert immer eine Weile, bis man sich eingewöhnt, aber du machst das wirklich gut."
Ich nickte dankbar, doch je näher der Schulbeginn rückte, desto stärker spürte ich die Nervosität in meinem Magen.
Die Fahrt zur Schule verlief in nahezu drückender Stille. Nathon und ich saßen nebeneinander im Auto, aber heute schien die gewohnte Leichtigkeit zwischen uns verschwunden. Ich wagte es nicht, ihn direkt anzusehen, und starrte stattdessen aus dem Fenster, während die vorbeiziehenden Häuser und Bäume uns in einem stummen Gleichmaß begleiteten. Etwas lag in der Luft, etwas, das ich nicht recht greifen konnte, und es machte mich nur noch unruhiger.
Als wir schließlich auf dem Parkplatz der Schule ankamen, holte ich tief Luft und versuchte, meine Gedanken zu ordnen. Schüler strömten aus allen Richtungen in das Gebäude, und die Schulglocke hallte bereits durch die Gänge. Ich schnappte mir meinen Rucksack und warf Nathon einen schnellen Blick zu, bevor ich aus dem Auto stieg.
„Also, ich schätze, wir sehen uns später", sagte ich, mehr um das Schweigen zu brechen als aus wirklichem Bedürfnis.
„Ja, klar", antwortete er, doch seine Stimme klang distanziert.
Mit einem unsicheren Lächeln wandte ich mich ab und betrat das Schulgebäude. Die endlosen Flure und die Menschenmengen überwältigten mich, aber ich zwang mich, ruhig zu bleiben und einen Fuß vor den anderen zu setzen. Der Kontrast zu meiner kleinen deutschen Schule war enorm, und oft fragte ich mich, ob ich jemals wirklich hier ankommen würde.
Der Unterricht war zunächst eine Herausforderung. Die unterschiedlichen Lehrmethoden, die Sprachbarriere, trotz meiner Englischkenntnisse - alles war neu und fremd. Die Lehrer waren freundlich, aber die Distanz war spürbar, und auch meine Mitschüler schienen mich eher mit Höflichkeit als mit echtem Interesse zu behandeln.
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Heartstrings in the U.S
रोमांसDie 17-jährige Lena beginnt ihr Austauschjahr in einem beschaulichen amerikanischen Städtchen, wo sie von der Familie Collins aufgenommen wird. Zwischen den alltäglichen Abenteuern und dem neuen Leben entwickelt sie eine unerwartete Verbindung zu Na...
