„Das kann nicht sein", wiederholte Johanna leise. Ihr Blick huschte durch den Raum, als könnte sich in jeder dunklen Ecke eine Bedrohung verbergen.
Mia nahm langsam ihr Handy in die Hand. „Sollten wir... die Polizei rufen?"
Ich zögerte. „Und was sagen wir? ‚Unsere Tür stand offen, eine Katze ist ins Haus gekommen, und wir haben komische Geräusche gehört'? Die lachen uns doch aus."
Einen Moment lang war es still. Niemand sprach es aus, aber wir alle dachten dasselbe: Vielleicht war wirklich jemand hier.
Johanna atmete tief durch. „Okay... denken wir logisch. Falls jemand im Haus war – oder noch ist –, müsste es Hinweise geben. Wir schauen nach den Fenstern, prüfen, ob etwas fehlt oder durchwühlt wurde. Und wenn wir dann noch Zweifel haben, rufen wir die Polizei."
Ich nickte, auch wenn mir der Gedanke, mich durch das dunkle Haus zu bewegen, gar nicht gefiel. Aber wir mussten es tun.
Langsam öffnete ich die Tür einen Spalt und spähte in den Flur. Alles war still. Kein Wind, keine seltsamen Geräusche. Die Katze war verschwunden.
„Bleiben wir zusammen", flüsterte Mia.
Also schlichen wir, Handylichter in der Hand, die Treppe hinunter.
In der Küche sah alles unverändert aus. Die Einkaufstüten standen noch auf dem Tisch, unser angefangenes Abendessen wartete auf uns. Der Sicherungskasten war unberührt.
Dann fiel mein Blick auf die Haustür – und ein kalter Schauer kroch meine Wirbelsäule hinauf.
Sie war geschlossen.
„Moment mal", murmelte Johanna. „Eben war sie noch offen... oder?"
Mein Herz klopfte schmerzhaft gegen meine Rippen. Langsam trat ich näher, legte die Hand an die Klinke. Abgeschlossen. Von innen.
Mia sog scharf die Luft ein. „Irgendjemand hat die Tür nach uns geschlossen." Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.
Ich schluckte hart. Wir waren uns sicher, dass keiner von uns das getan hatte.
Dann – ein Geräusch. Ein leises Knacken aus dem oberen Stockwerk.
Nicht laut. Aber eindeutig.
Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ich tauschte einen stummen Blick mit Mia und Johanna.
„Okay", sagte ich mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, „ich glaube, jetzt wäre ein guter Moment, die Polizei zu rufen."
Johanna hatte ihr Handy bereits entsperrt, ihre Finger zitterten, als sie die Nummer eintippte.
Doch bevor sie auf „Anrufen" drücken konnte, erstarrten wir alle gleichzeitig.
Denn direkt über uns, im Schlafzimmer, hörten wir es.
Langsame, schwere Schritte.
Jemand war da oben.
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Mein Bruder
FanfictionIhr erster Bruder ist vor fünf Jahren gegangen,ihre Eltern sind gestorben und ihr anderer Bruder der immer für Sie da war musste vor vier Monaten zum Außen Einsatz als Sanitäter bei der Bundeswehr. Dies ist meine erste Geschichte über Maya und ihre...
