Es tut mir wirklich sehr leid, dass so lange nichts kam. Irgendwie war ich damit beschäftigt, die Schule hinzubekommen und hab dabei die Geschichte ein bisschen aus den Augen verloren. Hoffe das Kapitel gefällt euch.
Das Erste, was ich hörte, war Regen. Ein sanftes Trommeln gegen die Fensterscheibe. Für einen Moment blieb ich einfach liegen, eingewickelt in meine Decke, die Augen halb geschlossen. Mein Körper war noch schwer vom Schlaf, aber in meinem Kopf ratterten schon Gedanken. Leon. Sein Gesicht, als er die Augen aufschlug. Das Lächeln, so schwach und doch so echt.
Ich schob die Decke weg, streckte mich und stand auf. Meine Füße berührten den kalten Boden, und ich schüttelte mich kurz. Dann zog ich meine Laufsachen an: schwarze Leggings, ein schlichtes Tanktop. Draußen hatte der Regen inzwischen aufgehört. Die Luft roch nach frischer Erde und nassen Bäumen.
Ich steckte mir die Kopfhörer in die Ohren, wählte meine Lieblings-Playlist und lief los. Erst langsam, um warm zu werden. Meine Schritte klangen gedämpft auf dem nassen Asphalt. Überall glitzerten kleine Pfützen wie Spiegel.
Ich mochte diese Zeit am Morgen, wenn die Stadt noch nicht ganz wach war. Alles fühlte sich leichter an. Auch die Sorgen.
Nach etwa dreißig Minuten kam ich wieder an der WG an. Meine Wangen waren gerötet, mein Herz klopfte angenehm schnell. Ich schloss die Tür leise hinter mir und schlich in die Küche.
Thomas saß schon dort, im Hoodie, zerzaustes Haar, die Nase in seinem Laptop. Er hob nur eine Hand zur Begrüßung.
„Du bist ja wahnsinnig, bei dem Wetter laufen zu gehen", murmelte er.
„Tut gut", sagte ich und grinste.
Ich mixte mir eine Smoothie Bowl: gefrorene Beeren, Banane, Joghurt, ein Spritzer Limette. Ich streute noch ein paar Haferflocken und Nüsse darüber. Dann setzte ich mich zu Thomas.
Er klappte seinen Laptop zu. „Gehst du heute wieder zu Leon?"
Ich nickte. „Nachher. Erst Training."
Thomas musterte mich kurz. „Du weißt, du musst dich nicht zwingen, alles gleichzeitig zu schaffen."
Ich zuckte mit den Schultern. „Doch, muss ich irgendwie."
Er seufzte, sagte aber nichts weiter. Stattdessen nahm er sich einen Löffel von meiner Bowl.
„Hey!" Ich schubste ihn sanft gegen die Schulter.
„Geschwistersteuer", sagte er nur und grinste.
Ich lachte. Und plötzlich war es wieder da – dieses kleine, warme Gefühl, dass nicht alles verloren war.
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Mein Bruder
FanfictionIhr erster Bruder ist vor fünf Jahren gegangen,ihre Eltern sind gestorben und ihr anderer Bruder der immer für Sie da war musste vor vier Monaten zum Außen Einsatz als Sanitäter bei der Bundeswehr. Dies ist meine erste Geschichte über Maya und ihre...
