Kapitel 43

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Die Sonne schien durch das Fenster.

Mein Kopf fühlte sich schwer an. Es war, als hätte ich kaum geschlafen – und doch war es irgendwie vorbei.

Ich setzte mich auf. Mia und Johanna schliefen noch tief.

Mein Handy vibrierte.

Bruder ruft an.

Mein Herz machte einen Sprung.

Ich wusste, dass er sich Sorgen machte.

Ich wusste aber auch nicht, was ich ihm sagen sollte.

„Hey", sagte ich schließlich, nahm das Gespräch an.

„Gott, endlich!" Seine Stimme klang besorgt. „Warum hast du dich gestern nicht gemeldet?!"

Ich rieb mir die Schläfen. „War spät. Bin eingeschlafen."

Stille.

Dann: „Geht's dir gut?"

Mein Blick wanderte zum Fenster. Draußen war alles friedlich. Keine Polizei, kein Chaos. Nur das Meer.

„Ja", log ich.

Ich hörte, wie er leise ausatmete. Er glaubte mir nicht. Aber er sagte nichts.

Vielleicht wusste er, dass ich es ihm irgendwann erzählen würde. Aber nicht jetzt.

Mias Sicht

Es klopfte an der Tür.

Ich zog mir schnell einen Pulli über und öffnete.

Ein Polizist stand davor.

„Guten Morgen, ich wollte nur Bescheid geben, dass der Fall gelöst ist."

Ich blinzelte. „Gelöst?"

Er nickte.

„Die Frau, die wir festgenommen haben, war eine Bekannte von Daniel Voss. Er war tatsächlich in illegale Geschäfte verwickelt. Vermutlich hat er gemerkt, dass jemand ihn betrügen wollte, und wurde deshalb aus dem Weg geräumt."

Mein Magen zog sich zusammen.

„Aber... was hatte das mit uns zu tun?"

Der Polizist zuckte mit den Schultern. „Vielleicht gar nichts. Vielleicht hatte er sich nur zufällig hier versteckt. Wir wissen es nicht genau. Aber ihr seid jetzt sicher."

Ich schluckte.

Sicher.

Mayas Sicht

Das Wasser war heute ruhiger.

Die Wellen glitten sanft über den Sand, als wollten sie sagen: „Es ist vorbei."

Ich ließ meine Füße ins Wasser gleiten, schloss die Augen. „Hey!" Johanna kam angerannt und hielt mir eine Zeitung vor die Nase. Ich runzelte die Stirn.

RETTUNGSAKTION AM STRAND – JUNGES MÄDCHEN RETTET MANN AUS DEN WELLEN.

Ich starrte auf das Bild. Es war verschwommen, aber ich erkannte mich .„Du bist berühmt", grinste Johanna .Ich schnaubte. „Toll. "Mia grinste. „Komm, lass uns das genießen, bevor wir fahren ."Ich atmete tief durch. Dann lächelte ich. „Ja. Lass uns das tun. Die Koffer war gepackt. Ich blickte ein letztes Mal auf das Haus zurück. Es sah aus wie immer. Als wäre nie etwas passiert. Aber ich wusste, dass ich diesen Urlaub nie vergessen würde. „Bereit?" fragte Mia. Ich nickte .Und dann gingen  wir los zum Bahnhof. Zurück nach Hause. Zurück in die Normalität – oder das, was davon übrig war.

Mein BruderWo Geschichten leben. Entdecke jetzt