Johanna zögerte nur einen Moment, dann drückte sie entschlossen auf „Anrufen".
Doch gerade als das Freizeichen erklang, verstummten die Schritte über uns.
Wir hielten den Atem an.
Stille.
Ein unangenehmes Gefühl kroch in mir hoch. Es war, als hätte die Person wer auch immer da oben war genau in diesem Moment bemerkt, dass wir die Polizei rufen wollten.
Johanna flüsterte hastig ins Telefon: „Wir sind in einem gemieteten Ferienhaus. Jemand ist hier drin. Bitte schicken Sie so schnell wie möglich jemanden vorbei."
Ich konnte das leise, aber beruhigende Nicken des Beamten auf der anderen Seite fast spüren. „Bleiben Sie ruhig. Ist die Person bewaffnet?"
Johanna warf mir einen fragenden Blick zu. Ich schüttelte den Kopf. „Wir wissen es nicht", flüsterte sie ins Telefon.
„Bleiben Sie im unteren Bereich des Hauses, verriegeln Sie sich, und warten Sie auf die Streife. Sie sind in etwa zehn Minuten da."
Das war ein verdammt langer Zeitraum, wenn man wusste, dass sich jemand nur eine Treppe entfernt befand.
Dann – ein weiteres Geräusch. Kein Schritt. Kein Klopfen.
Ein dumpfes Poltern.
Etwas Schweres war umgefallen.
„Wir müssen nachsehen", sagte ich leise.
Mia starrte mich entsetzt an. „Du spinnst doch. Die Polizei ist unterwegs."
„Und wenn jemand verletzt ist? Oder... wenn die Person Johanna biss sich auf die Lippe. „Okay... aber nur zusammen."
Mit klopfendem Herzen und Handytaschenlampen als einziges Licht schlichen wir die Treppe hinauf. Die Luft im oberen Stockwerk fühlte sich schwer an, als wäre sie dichter als zuvor.
Unser Schlafzimmer war unberührt. Kein Chaos, keine offene Schublade. Doch die Tür zum Badezimmer... sie war angelehnt. Vorhin war sie geschlossen gewesen.
Ich schob sie vorsichtig auf.
Und dann blieb mir die Luft weg.
Ein Rucksack lag mitten im Badezimmer. Offen. Kleidung hing heraus. Eine Jacke, ein paar Schuhe. Und auf dem Boden verstreut: Papiere, Notizen, Fotos.
Johanna trat näher und hob eines der Blätter auf. Dann stockte ihr Atem.
„Oh mein Gott..."
Ich sah ihr über die Schulter und mein Magen zog sich zusammen.
Auf dem Foto waren wir. Wir drei. Aufgenommen aus der Ferne, vermutlich am Bahnhof, als wir unsere Reise begonnen hatten.
Mia hob eine weitere Notiz auf. Es war eine grobe Skizze des Ferienhauses, mit Notizen daneben:
„Ankunft: 18:30 Uhr"
„Drei Personen. Kein Hund."
„Schlüssel unter der Matte gefunden."
Mir wurde schwindelig und schlecht zu gleich.
„Jemand hat uns beobachtet", hauchte Mia.
Und genau in diesem Moment hörten wir es.
Hinter uns, aus einem der anderen Zimmer, ein leises, aber deutliches Atmen.
Nicht unseres.
Jemand war hier.
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Mein Bruder
FanfictionIhr erster Bruder ist vor fünf Jahren gegangen,ihre Eltern sind gestorben und ihr anderer Bruder der immer für Sie da war musste vor vier Monaten zum Außen Einsatz als Sanitäter bei der Bundeswehr. Dies ist meine erste Geschichte über Maya und ihre...
