Ich wachte auf und wusste sofort: Heute ist nicht der Tag.
Aber er ist verdammt nah.
Dieses Gefühl saß mir im Bauch, schwer und kribbelnd zugleich. Wie kurz vor einem Gewitter. Noch ist alles ruhig, aber man weiß, was kommt.
Morgen, dachte ich.
Morgen zeige ich, was ich gelernt habe.
Ich setzte mich auf, rieb mir über die Augen und hörte die WG langsam erwachen. Schritte, ein leises Klappern aus der Küche, irgendwo ein verschlafenes Gähnen. Alles ganz normal — und doch nicht.
Im Bad zog ich mir eine Jeans an, ein schlichtes Top, darüber einen Hoodie. Bequem. Unauffällig. Mein Turnanzug lag ordentlich gefaltet im Rucksack. Noch nicht heute. Heute war nur Ankommen.
In der Küche stand Tommy am Fenster, eine Tasse Kaffee in der Hand. Er drehte sich um, als er mich hörte.
„Morgen", sagte er ruhig.
„Morgen", antwortete ich.
Wir frühstückten zusammen. Nicht viel. Toast, ein bisschen Joghurt, Tee. Ich zwang mich, langsam zu essen. Mein Körper brauchte Energie, auch wenn mein Kopf schon ganz woanders war.
Mein Handy vibrierte.
Felix:
MAYA. WIR FAHREN HEUTE. MORGEN IST ES SO WEIT.
Ich musste lächeln.
Ich weiß, schrieb ich zurück. Heute nur ankommen. Morgen abliefern.
Genau, kam es zurück. Morgen zeigen wir ihnen, wer wir sind.
Ich überprüfte meinen Rucksack ein letztes Mal:
Turnanzug. Bandagen. Schuhe. Trinkflasche. Unterlagen. Glücksband.
Alles da.
„Bereit?" fragte Tommy, als wir im Flur standen.
Ich atmete tief ein.
„Bereit genug."
Die Fahrt war still. Ich schaute aus dem Fenster, ließ die Gedanken treiben. Bilder von Trainingseinheiten, von Stürzen, von gelungenen Landungen. Von Stimmen, die gesagt hatten, ich sei zu viel — oder zu wenig.
Morgen, sagte ich mir immer wieder.
Morgen ist der Tag.
Das Hotel wirkte groß und kühl, fast einschüchternd. Der Boden glänzte, die Luft roch neutral, fremd.
Tommy regelte den Check-in, ich stand daneben und versuchte, ruhig zu bleiben.
Im Zimmer legte ich meinen Rucksack ab, setzte mich kurz aufs Bett und ließ die Schultern sinken. Noch ein Abend. Noch eine Nacht.
Es klopfte.
Ich sah Tommy an. „Erwartest du noch jemanden?"
Er schüttelte den Kopf und öffnete die Tür.
„Na, Spitzensportlerin."
Ich erstarrte.
Stefan grinste breit.
Paul hob beide Hände.
Phil filmte natürlich schon.
Philipp lehnte entspannt daneben.
Oli winkte.
Franco nickte mir zu.
Alex stand etwas im Hintergrund, aber lächelte.
„Ihr... spinnt", brachte ich hervor.
„Natürlich spinnen wir", sagte Paul. „Aber wir sind da."
„Wir wollten dich herbringen", meinte Oli. „Und morgen anfeuern."
Mir wurde warm. Mein Hals zog sich zu.
Tommy trat neben mich. „Du gehst da morgen nicht allein rein."
Ich schluckte.
Morgen, dachte ich.
Morgen zeige ich, was ich kann.
Und zum ersten Mal fühlte sich dieses Wort nicht beängstigend an —
sondern richtig.
Und endlich kommt mal wieder ein Teil von mir. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, schreibe ich gerade an meinem zweiten Buch und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr alle meinen Blick rein werft.
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Mein Bruder
FanfictionIhr erster Bruder ist vor fünf Jahren gegangen,ihre Eltern sind gestorben und ihr anderer Bruder der immer für Sie da war musste vor vier Monaten zum Außen Einsatz als Sanitäter bei der Bundeswehr. Dies ist meine erste Geschichte über Maya und ihre...
