Meine Hände zitterten. Meine Lunge brannte. Mein ganzer Körper fühlte sich an, als hätte ich gegen einen Sturm gekämpft.
Ich saß am Rand des Geschehens, spürte den kalten Sand unter mir. Ich wollte mich aufrichten, aber mein Kopf pochte heftig. Mir war schwindelig.
Jemand kniete sich neben mich.
„Hey", sagte eine ruhige Stimme.
Ich blinzelte und sah einen Sanitäter vor mir – mittleres Alter, besorgter Blick.
„Bleib mal kurz sitzen. Wie geht's dir?"
„Ich..." Ich wollte sagen, dass es mir gut ging. Aber das wäre gelogen gewesen.
„Mein Kopf tut weh", murmelte ich. „Und... meine Arme... fühlen sich komisch an."
Der Notarzt nickte verständnisvoll. „Wundert mich nicht, du hast gerade einen Menschen aus dem Wasser gezogen. Dein Körper steht noch unter Schock."
Er nahm meine Handgelenke, prüfte vorsichtig meinen Puls.
„Ist sie verletzt?" fragte eine andere Stimme. Ich hob den Kopf und sah, dass ein Polizist neben uns stand. Er hielt einen Notizblock in der Hand.
„Keine ernsthaften Verletzungen", sagte der Notarzt. „Aber sie muss durchgecheckt werden."
Der Polizist nickte und sah mich an. „Können Sie mir trotzdem erzählen, was passiert ist?"
Mein Mund war trocken.
Ich wusste nicht mal mehr, wie ich ins Wasser gekommen war. Es war alles so schnell passiert.
„Ich habe ihn nur gesehen... und dann war ich im Wasser", murmelte ich.
Der Polizist schrieb etwas auf. Dann sah er mich prüfend an. „Kannten Sie diesen Mann?"
Ich schüttelte langsam den Kopf.
Aber die Wahrheit war: Irgendetwas an dieser Situation machte mir Angst.
Aus der Sicht des Notarzt
0:47 Uhr – Notrufzentrale
„Wir brauchen einen Rettungswagen am Strand. Bewusstloser Mann aus dem Wasser gezogen. Atmet, aber instabil."
Ich griff mein Funkgerät. „Verstanden. Wir sind unterwegs."
Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten. Aber ich kannte diese Art von Einsatz. Fast ertrunken bedeutet nicht außer Gefahr.
Als wir ankamen, wusste ich sofort: Es war ernst.
📌 Eine bewusstlose Person im Sand.
📌 Eine junge Frau, die zitternd daneben saß.
📌 Umstehende Menschen, voller Panik und Fragen.
Ich kniete mich neben den Mann, prüfte seinen Puls. Flach, aber da. Seine Atmung war unregelmäßig. Wasser in der Lunge? Möglich.
„Sauerstoffmaske", forderte ich meinen Kollegen auf.
„Er hat die Augen offen", meldete er.
Ich beugte mich vor. „Können Sie mich hören?"
Der Mann murmelte etwas. Leise. Kaum verständlich.
Ich beugte mich näher.
„Es war nicht meine Schuld."
Ich runzelte die Stirn. „Was war nicht Ihre Schuld?"
Doch sein Blick wurde glasig.
Verdammt.
„Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen", sagte ich zu meinem Kollegen.
Das „Und das Mädchen?", fragte er.
Ich sah zu ihr hinüber.
Sie saß im Sand, bleich, mit leerem Blick.
Ich wusste, dass sie behaupten würde, es ginge ihr gut.
Aber nach einem Schock wie diesem? Nach dieser Anstrengung?
Ich schüttelte den Kopf. „Ich will, dass du sie auch checkst."
DU LIEST GERADE
Mein Bruder
FanfictionIhr erster Bruder ist vor fünf Jahren gegangen,ihre Eltern sind gestorben und ihr anderer Bruder der immer für Sie da war musste vor vier Monaten zum Außen Einsatz als Sanitäter bei der Bundeswehr. Dies ist meine erste Geschichte über Maya und ihre...
