Tommy ließ alles stehen und liegen. Ohne ein weiteres Wort ging er an den Spind, schnappte sich seine Jacke und zog sie sich über. „Worauf warten wir?" fragte er nur, und ich musste fast lachen vor lauter Erleichterung. Typisch Tommy. Kein Drama, keine tausend Fragen. Einfach machen.
Wir verabschiedeten uns noch kurz von den anderen, dann liefen wir zusammen zur Bushaltestelle. Die Sonne brannte inzwischen richtig runter, aber mir war trotzdem kalt. Vielleicht vor Aufregung. Vielleicht, weil ich es immer noch nicht ganz glauben konnte. Tommy neben mir schien genauso still wie ich. Nur unser beider Schritte auf dem Asphalt waren zu hören.
„Hast du... hast du mit jemandem vom Krankenhaus gesprochen?" fragte er irgendwann leise.
Ich nickte. „Ja. Eine Ärztin hat mich angerufen. Sie meinte, er sei vor etwa einer Stunde aufgewacht. Noch ein bisschen schwach, aber ansprechbar. Sie wollte, dass jemand kommt. Jemand Vertrautes."
Tommy fuhr sich durch die Haare. „Krass. Einfach... krass."
Wir stiegen in den Bus ein. Ich merkte, wie sich meine Hände in den Stoff meiner Tasche krallten. Mein Herz pochte viel zu laut. Ich hatte Angst. Nicht, weil Leon wach war – sondern weil ich nicht wusste, wie er jetzt war. Erinnerte er sich an mich? An uns? Hatte er Schmerzen? War er noch der gleiche?
Tommy, als hätte er meine Gedanken gehört, legte plötzlich eine Hand auf meine. Warm, ruhig.
„Egal wie es ist – wir sind da. Für ihn. Zusammen, okay?"
Ich nickte, und zum ersten Mal seit dem Anruf fühlte sich mein Herz nicht mehr ganz so schwer an.
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Mein Bruder
FanfictionIhr erster Bruder ist vor fünf Jahren gegangen,ihre Eltern sind gestorben und ihr anderer Bruder der immer für Sie da war musste vor vier Monaten zum Außen Einsatz als Sanitäter bei der Bundeswehr. Dies ist meine erste Geschichte über Maya und ihre...
