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Hope

Es ist genau 20Uhr.

Das gefühlte hundertste Mal schaue ich nun schon auf dem Wecker, der auf dem kleinen Nachtisch neben dem großen Himmelbett steht. Ich bin mittlerweile schon fast 5 Stunden hier drin und hatte natürlich genügend Zeit um mich mal um zu sehen.

Ich befinde mich in einem traumhaften Zimmer. So Blöd das auch klingt, aber wäre ich hier nicht eingesperrt würde ich hier gar nicht mehr weg wollen. Außer dem großen Himmelbett, welches vor einer Wand, bestehend aus Glas steht gibt es einen gigantischen Schrank und daneben einen Spiegel. Eine kleine Sitzecke gibt es auch noch und als ich vorhin zu einer Tür neben dem Schrank gegangen bin, habe ich ein traumhaftes Badezimmer entdeckt.

Allerdings habe ich das schon vor vier Stunden getan und sitze seitdem wieder vor der Tür.

Was glaubt er eigentlich was das hier bringt? Ich werde ganz sicher nicht zu geben, dass es zwischen uns eine gewisse Anziehungskraft gibt.

Ich will hier raus. Mir ist Langweilig, ich habe Hunger und weiß jetzt schon das ich mega dolle Anschiss von meinen Eltern bekomme, wenn ich nicht bald nach Hause komme.

Sie werden ausrasten. Und da sie sicherlich wissen wollen warum ich zu spät zu Hause bin und wo ich die ganze Zeit war, bleibt mir wohl nichts anderes übrig als ihnen endlich zu Beichten, dass der Alpha mich höchstpersönlich als seine Mate ausgesucht hat.

Das wird ärger geben...

__________

...Durch ein dumpfes Geräusch schrecke ich hoch und knalle erst einmal direkt mit dem Kopf gegen etwas hartes. Ich drehe mich um und wie sich heraus stellt, war es die Tür. Ich bin wohl eingeschlafen? Aber wieso bin ich nicht einfach zum Bett gegangen? Zum Glück hat so viel Dummheit niemand mit bekommen.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als es schon ein Geräusch gibt. Ein Klopfen. Es dauert tatsächlich eine ganze weile bis ich realisiert habe, dass einfach jemand an die Tür klopf, und dann dauert es wieder ein paar Sekunden bis ich aufgestanden bin und abwartend da stehe.

Was erwartet die Person denn?

"Wer auch immer da steht, ich kann die Tür nicht öffnen." Wäre das möglich würde ich hier schließlich nicht schon seit...

...Mittlerweile schon 7 Stunden fest hocken.

Ich höre wieder das Geräusch wie sich ein Schlüssel im Schlüsselloch dreht und die Tür langsam geöffnet wird.

"Das weiß ich selbst. Wollte bloß warten bis du von der Tür weg gehst." lächelt er mich an. Woher weiß er das denn? Und wie kann er es wagen so zu tun, als wäre es ganz normal das ich nicht aus dem Zimmer kommen kann?

"Darf ich jetzt endlich nach Hause gehen?" sein lächeln verschwindet.

"Nein."

"Wieso bist du dann hier?"

Er schaut mich mal wieder ein Weile nur Stumm an. Gott. Um so länger er es tut um so schlimmer wird das Gefühl. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber es ist, als würde dein Körper zu ihm gezogen werden, egal wie sehr man dagegen ankämpft.

"Wieso kannst du es nicht einfach zu geben?" Er kommt ein paar schritte auf mich zu. Automatisch will ich ein paar schritte zurück gehen, doch das würde zeigen, dass ich mich fürchte. Deswegen bleibe ich stehen.

Wieso ich mich fürchte? Ganz einfach. Chace ist schließlich ein Werwolf !

"Was meinst du?" Er kommt noch näher.

"Ich kann es fühlen. Ich fühle förmlich wie du praktisch von mir angezogen wirst. Du wärst dich dagegen und doch bekomme ich es mit." Also merkt er es wirklich.

"Na gut. Was wenn ich sage, dass seit Freitag irgendetwas zwischen uns passiert ist? Bist du dann zufrieden und lässt mich nach Hause gehen?" Er sieht mich abwartend an, ob ich noch genau auf mein Gefühl eingehe, aber da kann er lange warten. So einfach werde ich nicht nachgeben. Als ihm das klar wird schüttelt er langsam den Kopf.

Empört schaue ich ihn an.

"Und wieso nicht? Das ist nicht Fair." Ich will ihn einfach aus dem weg schubsen und an ihm vorbei, aber er bewegt sich keinen Millimeter. 

"Nicht weswegen du denkst. Du hast doch wohl nicht vergessen was heute passiert ist oder?" Mir kommen die Bilder von heute Nachmittag wieder ins Gedächtnis und sofort überzieht mich eine Gänsehaut. Wer waren bloß diese Leute?

"Sie waren hinter dir her." Geschockt schaue ich ihn an. Bitte was? Hinter mir her? Wieso das denn? Ich habe doch niemanden etwas getan. Er scheint zu Bemerken das ich nicht verstehe, was er damit meint und spricht weiter.

"Ich habe viele Feinde." Na und? was hat das mit mi...

...Oh gott. Er meint doch wohl nicht...das kann doch das sein worauf er hinaus will. Oder?

"Du meinst doch nicht...?" frage ich ihn Blass. Er scheint zu verstehen worauf ich raus will. Langsam fängt er an zu nicken.

"Da du meine Mate bist du mein Schwachpunkt. Ich kann und werde dich also nicht gehen lassen. Unter keinen Umständen, werde ich zu lassen, dass du verletzt wirst."

Wegen DEM wurden wir verfolgt? Nein. Viel mehr gejagt. Wegen ihm? Weil er Feinde hat?

Naja...eigentlich kann er ja gar nichts dafür. Schließlich kann man sich glaube nicht aussuchen wer sein Mate wird. Sonst hätte ich dieses ganze Chaos ja gar nicht an der Backe. Irgendwie kann ich ihn da also schon verstehen.

"Eigentlich bin ich also nicht hier drin weil ich etwas, was du dir einbildest nicht zugebe, sondern weil ich gejagt werde?" frage ich ihn während ich ihn ansehe.

Als er nicht antwortet spreche ich weiter.

"D-Dann muss ich wohl wohl oder übel erst einmal hier bleiben." Seine Mundwinkel zucken kurz. Er muss sich ein Grinsen verkneifen. Ich gebe nur sehr ungern nach, was auch der Grund ist, warum ich rot anlaufe als er mich so vielsagend anschaut. Denn wie schwer es mir fällt scheint er auch zu wissen. Wieso weiß er alles über mich, ich aber nichts über ihn? Ist das unfair.

"Gut das wir derselben Meinung sind." Er dreht sich um und geht zur Tür. An der Tür angekommen, bleibt er noch einmal stehen und dreht sich mit einem breiten Grinsen um. "Außerdem müsste ich dich nicht einschließen, dass du mir endlich sagst was du seit Freitag fühlst." Ich sehe ihn fragend an."Wie ich dir schon sagte, das wirst du mir irgendwann sowieso von dir aus sagen."

Ich sehe ihn geschockt an. Das kann er doch nicht ernsthaft meinen. Darauf kann er lange warten.

Ohne noch einmal darauf ein zu gehen spricht er dann einfach weiter.

"Du kannst hier Schlafen. Bei uns gibt es so ca 6:00Uhr Frühstück. Dann Schlaf gut kleines."

Danach macht er die Tür zu und geht ohne sie zu schließen. Ich bin nicht mehr eingeschlossen. Und doch lege ich mich einfach hin und starre nach draußen. Ich könnte einfach gehen, doch erstens will ich meine Eltern nicht in Gefahr bringen und zweitens, kann es ja nicht Schaden erst einmal hier zu bleiben.

Aber um eins klar zu stellen. Keiner soll denken, dass ich wegen ihm bleibe.

Forever with you ?!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt