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Hope

Ich kann nicht selbst nicht fassen was ich hier gerade tue. Nicht nur das ich diesem Gefühl nach gegeben habe. Nein. Ich weine hier vor mehr Leuten als ich vermutet habe. Als wir angekommen sind hatte ich anscheinend wie eine Art Tunnelblick. Ich habe nur Chace auf der Veranda stehen sehen. Aber wenn ich jetzt mit halb verschwommener Sicht so um mich schaue, sehe ich viel mehr Gestalten.

Und ja es sind nur Gestalten. Durch das Weinen kann ich nämlich nichts genaueres mehr erkennen als einfache Schatten.

Langsam löse ich mich von Chace. Er will anscheinend zuerst nicht so recht von mir ab lassen, da sein griff nur fester wird. Doch beim 2. Anlauf klappt es dann doch noch. Obwohl man nicht sagen kann, dass ich wirklich weg von ihm bin. Schließlich habe ich meine Beine ja auch immer noch um seinen Bauch geschlungen.

Wie komme ich jetzt hier wohl so unauffällig wie nur möglich weg?

Will ich denn überhaupt weg?

Ich habe zwar nur ein paar Tage dagegen angekämpft, aber es fühlt sich an, als hätte ich Monate wenn nicht sogar Jahre ohne ihn gelebt. Ihn auch nur zu Berühren ist der absolute Wahnsinn. Was passiert hier nur mit mir?

Das ist falsch, was ich hier tue. Ich liege hier gerade in den Armen eines Werwolfes.

Ich löse meine Beine von ihm und stelle mich wieder gerade hin. Dann drehe ich mich einfach um und gehe still und leise zu Conni und Brad rüber. Mein Gott. Wem mache ich hier überhaupt was vor. Alle Augen sind auf mich gerichtet. Jeden Schritt den ich mache, wird genaustens von allen beobachtet.

Was schauen die denn so?

Glauben die etwa, dass ich genau wie Freitag einfach noch einmal Blindlinks in den Wald hinein renne? Und das auch noch, obwohl wir gerade verfolgt wurden?

Als ich bei den beiden ankomme schauen sie mich an. Allerdings mit keinem entsetzten Ausdruck, sondern einem fetten Grinsen. Das stellt Conni's Dauer grinsen echt in den Schatten. Ich wusste gar nicht das sie noch mehr grinsen kann. Das muss doch weh tun, die ganze Zeit so gut drauf zu sein.

"Was gibt es da zu lachen?"

"Ach nichts nichts." kommt es von Brad.

"Ja genau. Überhaupt nichts." Conni macht eine dramatische Pause. "Außer das du anscheinend endlich verstanden hast, was es heißt eine Verbindung zu seinem Mate zu haben."

"So ein Blödsinn." gebe ich etwas Rot von mir. Gott es wird einfach immer peinlicher. Was habe ich mir nur dabei gedacht?

"Ist ja jetzt auch egal. Ich möchte einfach nur noch nach Hause." Ich mache mich schon auf dem weg zum Auto um auch so schnell wie möglich von hier weg zu können, als mich vorher etwas aufhält. Ja ihr habt richtig gehört. Es ist kein 'jemand', es ist ein 'etwas'.

Es ist so, wie als würde mich etwas zurück halten. Ein stechen in meinem Bauch. Ein wirklich eigenartiges Stechen.

"Du bleibst hier." Durchschneidet eine raue Stimme die Stille. Ich drehe mich um und sehe wie alle Rudelmitgleider, die hier sind sofort erwartungsvoll zu mir schauen. Es ist, wie als würden sie mir sage, dass ich ja nichts falsches sagen soll. Wieso sehen sie denn alle so eingeschüchtert aus? Es klang noch nicht einmal besonders bedrohlich. Sondern total normal.

"Ich möchte aber lieber nach Hause." bringe ich ihm entgegen.

Er erwidert nichts, sondern kommt einfach nur auf mich zu. Ich weiche keinen Millimeter zurück. Sonst würde es das ich Angst hatte. Und das hatte ich ja nun wirklich nicht.

Wir stehen uns schon wieder ziemlich nah gegenüber. Das macht er doch mit Absicht.

Er weiß was er für eine Wirkung auf mich hat und nutzt das dann auch noch schamlos aus.

Forever with you ?!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt