Kapitel 46

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"Das ist doch jetzt nicht dein Ernst!" Ich schaute erschrocken zu Jade und dem jungen Mann, welcher vor meinem Bett stand und mich von oben angrinste. "Doch Max, es ist ihr voller Ernst. Komm schon, ich kenne dich auch ziemlich gut! Wir haben auch viel Zeit zusammen verbracht und Sven hat mir so viel über ich erzählt, ich weiß sogar was deine Lieblingseissorte ist!" Simon beugte sich über mich und grinste nur noch breiter. "Komm, lass uns was machen, was dir Spaß macht und dann gehen wir zusammen After Eight essen!" Bot er mir an. "Nein, ich gehe ganz sicher nirgendwo hin, vor allem nicht mit dir. Du bist ein Arschloch!" Warf ich ihm vor und drehte mich in meinem Bett um, sodass ich ihm nicht mehr ins Gesicht schauen musste. Irgendwie hatte ich das Gefühl das er die Beziehung von Sven und mir manipuliert hatte, indem er damals das alles zu mir gesagt hatte.

"Max, sträub dich doch nicht so, es macht dir sicher Spaß, wenn du wieder einmal nach draußen unter Leute kommst, aber dazu ist es nun Mal erforderlich, dass du dich duschst und was Gescheites anziehst, immerhin willst du ja nicht wie der größte Hinterwäldler daherkommen, oder?" Simon hatte mich ins Badezimmer getragen und stellte sich mit verschränkten Armen vor mich. "Also bitte, wenn du es nicht für doch tust, dann mach es für Jade, sie macht sich wirklich Sorgen!" Bat er mich und verlies dann das Bad, nur um mich seufzend zurückzulassen. Natürlich hatte er recht, ich sollte es zumindest versuchen. Aber ich verstand sein Vorhaben noch nicht so ganz. Warum war er überhaupt hier? Immerhin lebte er ewig weit weg, in einem ganz anderen Eck von Deutschland. Sollte er wirklich so einen Weg auf sich genommen haben, nur um mich aus dem Bett zu holen?

"Fertig?" Simon, welcher sich auf mein Bett gesetzt hatte, stand sofort auf, als ich das Badezimmer frisch geduscht und mit neuen Klamotten ausgestattet wieder verließ. Es tat tatsächlich ziemlich gut, wieder sauber zu sein, und dass nicht nur zu riechen, sondern auch zu fühlen. Irgendwie hatte mir die Dusche geholfen, einen klareren Kopf über die Sache zu bekommen und ich war entschlossen zu versuchen, Sven zu vergessen. "Jap, was hast du mit mir vor?" Ich musste sogar grinsen als ich das sagte. Was sollte Simon schon mit mir vorhaben? "Ich denke, es wäre eine gute Idee, wenn wir alle zusammen ins Schwimmbad gehen!" Lachte er und ich musterte ihn nur mit einem Blick, durch den man den puren Hass erkennen konnte. Warum hatte ich mich gerade nochmal geduscht?

"Das wird dir Spaß machen, glaub mir!" Simon nahm mir meine Tasche ab und sperrte sie in einen Spind ein. Warum auch immer behandelte er mich wie ein kleines Kind. Jade wollte sich mit uns vor den Umkleiden treffen. Gerade fiel mir zum ersten Mal auf, wie gut Simon eigentlich aussah. Seine Haut war ein bisschen gebräunt und seine Haare und Augen passten in dieses Bild hervorragend hinein. Außerdem besaß er wie mein Bruder ein Sixpack und auch Muskeln in den Armen und Beinen. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig und er war auch sonst ein sehr netter Mann. Auch wenn ich ihn noch nie richtig verstanden habe, er war so aufgeschlossen anderen gegenüber und auch irgendwie viel zu offen.

"Und? Wie läuft es eigentlich mit deinem Studium, Simon?" Fragte Jade, als wir gerade im Wellnessbereich draußen saßen. Außer uns war hier niemand anderes und es war verdammt schön hier. Tatsächlich fühlte ich mich richtig wohl, auch wenn Simon mir etwas zu nahe war, was daran lag, dass wir uns zu dritt auf die im Wasser platzierten Liegen gepresst hatten. "Ganz gut, es wird im Moment wieder etwas lockerer, wo die Klausurenphase vorbei ist. Du weißt schon, man hat wieder Zeit was anderes zu machen. Sich zum Beispiel ablenken, indem man den kleinen Bruder seines besten Freundes besucht!" Lachte er.  

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