Kapitel 28

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Seit dem Gespräch mit meinem Vater waren schon wieder beinahe drei Wochen vergangen und ich redete noch immer nicht wieder mit ihm. Dafür strafte er Sven immer mehr mit missbilligenden Blicken. "Gott, manchmal kann ich wirklich nicht verstehen was er gegen mich hat!" flüsterte Sven mir zu, als wir gerade zusammen im Auto auf den Weg zu meinen Großeltern waren. Dads Eltern wohnten schon länger in etwas nördlicherer Gegend. Deshalb hatte ich sie bisher noch nicht oft gesehen, aber jetzt, wo wir auch in der Nähe wohnten wollten sie uns öfter sehen. Ich würde ihnen das mit Sven nicht sagen. Sie hassten ihn sowieso. 

"Oh! Hallo! Ich freu mich ja so euch zu sehen! Max! Paulina! Benni!" meine Großmutter fiel uns allen um den Hals. "Oh, ja. Und Sven." sie schenkte ihm nur einen abwertenden Seitenblick. "Kommt rein, ich habe Kuchen gemacht!" sie hielt uns die Tür auf, aber Sven fiel sie rein zufällig komplett gegen die Schulter. "Tja, dass muss wohl die Strafe Gottes sein!" meine Großmutter lächelte ihn falsch an und Sven schüttelte nur den Kopf. "Wenn Gott Schwule hasst, warum bin ich dann so heiß?" flüsterte er mir ins Ohr, sodass ich lachen musste. "Was ist denn an Gott so lustig?" meine Großmutter drehte sich um und strafte mich mit einem Blick, der mich getötet hätte wenn Blicke das könnten. "Nichts, ich fand nur, dass Sven es verdient hatte!" ich lächelte sie lieb an und bekam von ihr ebenfalls ein warmes Lächeln geschenkt.

"Möchtet ihr noch Kuchen meine Lieben?" sie schaute uns alle einmal an. Sven war schon seit gefühlten Stunden nach draußen in den Garten verschwunden, so wie er es immer tat wenn wir bei meinen Großeltern waren. "Nein, aber ich müsste ganz dringen Mal auf die Toilette!" ich stand vom Tisch auf und ging aus dem Zimmer, aber anstatt zur Toilette zu gehen, ging ich durch die Hintertür nach draußen in den Garten, wo Sven auf einer Gartenbank saß und Pinki streichelte. "Ich dachte ihr beiden hasst euch?" ich ließ mich neben ihn auf die Bank fallen. "Wir haben schon vor langer langer Zeit angefangen uns zu verstehen. Sie ist ganz Ok. Wir machen da so einen Deal. Ich nehme Trockenfleisch mit und sie liebt mich im Gegenzug." er zog an einer glimmenden Zigarette und streichelte weiterhin Pinki. 

"Ich dachte du rauchst nicht?" ich nahm Pinki von ihm runter. "Ich glaube das hat sich geändert." er drückte die Zigarette im Aschenbecher aus und ich setzte mich auf seinen Schoß. "Weißt du Sven, ich weiß das mein Vater dich kein Stück leiden kann, und dass er dich sofort rauswerfen würde, wenn Mom es zulassen würde, aber ich weiß auch das ich dich verdammt gerne mag und es mir scheißegal sein kann, was mein Dad denkt." auf Svens Lippen erschien ein leichtes Lächeln und bevor ich mach versah lag ich unter ihm auf der Bank. "Du weißt schon wie das jetzt aussieht wenn uns jemand sieht?" ich lachte und wollte ich von mir herunterwerfen, aber er rollte sich von mir runter und zog mich mit. Wir landeten beide auf dem Boden im Gras vor der Bank und lachten. Kurzerhand setzte ich mich auf seinen Bauch und thronte über ihm. 

"Du bist der beste Freund den ich mir nur vorstellen kann!" ich beugte mich zu ihm runter und legte meine Lippen auf seine. Er fing sofort an stürmisch zu erwidern und uns wieder so zu drehen, dass er über mir lag. "Sven? Was hast du vor? Ich glaube du solltest es lieber lassen, nicht im Garten meiner Großeltern!" ich wollte ihn von mir herunterdrücken, aber gegen seine Kraft hatte ich keine Chance. "Sven!" ich konnte mich nicht mehr gegen ihn wehren als er anfing an meinem Hals zu saugen. 


"Also, was stimmt eigentlich mit uns nicht?" ich schaute zu Sven hinüber, welcher nur mit den Schultern zuckte. "Mit uns ist alles in Ordnung. Ich meine, jeder hat doch komische Angewohnheiten, oder?" er zwinkerte mir kurz zu, richtete den Blick dann aber wieder auf die Straße.  "Komische Angewohnheiten? Du denkst doch nicht wirklich das das zu einer Angewohnheit wird?" ich lachte und schlug ihm auf die Schulter. "Klar, dann würde ich auch gerne zu deinen Großeltern mitfahren!" er lachte und nahm meine Hand in die seine. "Du weißt, dass unser beider Leben an der Hand hängt, mit der du noch nicht einmal Suppe essen kannst, oder?" ich lachte und er nahm seine Hand wieder zu sich. "Ich kann meinen Namen damit schreiben! Und das reicht, mehr muss ich mit links nicht können." 

Nicht Gerade EinfachWo Geschichten leben. Entdecke jetzt