Kapitel 2

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Ich biss mir so sehr auf die Unterlippe, sodass ich Blut schmeckte. Verdammte Scheiße. Ich wusste nicht wie mir geschah. Kurz sackte ich weg, fiel auf meine Knie und die Tasche kam mit einem dumpfen Schlag, neben mir, auf dem Boden auf. Wäre nicht Schlamm und Nässe unter mir gewesen, hätte ich mir sicherlich noch das Knie aufgeschlagen, aber um ehrlich zu sein, hatte ich anderes zu tun. Ich wusste nämlich nicht wo dieser elende Schmerz herkam. Er brachte mich fast um. Ich besaß hier kein Licht, keine Taschenlampe, rein gar nichts und der Mond strahlte nicht gerade hell, sodass ich kaum etwas erkennen konnte.

Ich keuchte, versuchte mich unter Kontrolle zu kriegen, aber schaffte es kaum. Mein Atem wurde schneller und als ich nach unten griff, spürte ich etwas Nasses. Das war definitiv kein Regen. »Fuck!«, brüllte ich. Irgendetwas hatte mich erwischt. Ich blutete und dass nicht gerade wenig. Sofort traten mir Tränen in die Augen. Es war mir plötzlich egal, wo ich mich befand. Einzig und allein zählten bloß diese ekelhaften Qualen. Sie drohten mich zu überwältigen, waren grausam zugleich. Was sollte ich nun machen?

Ich verstand ja nicht einmal, was tatsächlich passierte. Prompt schluchzte ich auf, presste aber mit der anderen Hand die Finger gegen meine Lippen. War ich irgendetwas hineingerannt? Hatte mich ein Tier angegriffen? Ich blickte mich dann doch um, aber sah nichts weiter. Es war nur zu dunkel und der Regen schien gar nicht mehr aufzuhören. Verdammte Kacke. Was sollte ich nun tun? Einfach liegen bleiben? Oder doch schnell zu McCain rennen? Wenn ich das überhaupt schaffte... Irgendetwas musste ja geschehen sein, aber ich konnte es dieses Gefühl nicht zuordnen. Natürlich begann ich zu wimmern, als ich mich versuchte irgendwie nach oben zu hieven. Zum Glück gab es neben mir gleich einen Baum, an dem ich mich festklammern konnte.

Mit blutigen Händen umklammerte ich ihn, als wäre er meine letzte Rettung. Er verdunkelte sich durch mein Blut, doch dieses blieb nicht lange darauf haften. Es floss zugleich hinab, vermischte sich mit dem Regen, als wäre gar nichts weiter passiert. Ängstlich sah ich um mich herum. Niemand war zu sehen. Rein gar nichts. Dabei probierte ich einen Schritt nach vorn zu machen, schaffte es jedoch nicht. Ich konnte nicht auftreten, hielt mit meiner rechten Hand die Wunde, die so sehr schmerzte, dass es mich fast in die Bewusstlosigkeit riss. Fuck! Was war das? Was verdammt noch mal passiert hier? Weiter troff warme Flüssigkeit aus meiner Haut, über meine Jeans und nun bemerkte ich auch, dass meine Hose leicht zerrissen sein musste. Das alles war nicht zu glauben. Ein totaler Irrsinn in dem ich mich befand. Hatte nun wirklich mein letztes Stündlein geschlagen? Konnte es nach all dem Scheiß nun noch schlimmer werden?

Zwar konnte ich mir denken, was wohl passiert sein musste, aber wollte diese Bilder und Schmerzen so schnell wie möglich wieder loskriegen. Es entsprach nicht der Tatsache. Das war alles bloß ein Traum. Ein richtig beschissener Traum, der mich innerlich durchdrehen ließ. Angst überflutete mich extrem. Sie bohrte sich durch meinen Verstand und stürzte mich ins Chaos, das mich ebenso auffressen wollte, wie diese Qualen. Ich versuchte mich trotz alledem vorwärts zu bewegen. So langsam wie ich jedoch vorankam, hätte ich es gleich bleiben lassen sollen. Hatte mich Simon nun doch gefunden und dieser mich erwischt? Oder war es jemand anders? Vielleicht derjenige, der mir die Nachrichten schrieb. Nichtsdestotrotz wusste ich, dass die beiden bestimmt ein und dieselbe Person waren. Dabei war ich so sehr am Ziel. Sollte ich mich nun fangen lassen? Nachdem ich das Haus schon vor mir sah? Ich musste es schaffen.

Plötzlich hörte ich einen dumpfen Schlag und etwas, was an meinem Ohr vorbeizischte. Nun schrie ich lauter auf. Man musste mich definitiv gehört haben. Da war ich mir auf jeden Fall sicher, dass man das tat. Vielleicht war das meine Chance und einer der Jungs fand mich noch rechtzeitig, bevor mir etwas Schlimmes passierte. Unwillkürlich hob ich zitternd meine Hand an die Wange. Auch da hatte man mich erwischt. Zwar nicht richtig, aber so, dass es zumindest leicht pochte. Allerdings war der Schmerz in meinem Schenkel so riesig, dass er diesen überdeckte. Im Anschluss hörte ich etwas Rufen, was ich aber in meinem Wahn nicht sonderlich verstand. Vielleicht war es so etwas wie »hör auf« oder... Ach keine Ahnung. Das war mir auch egal.

Bad Temptation II - BreatheGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt