Die Nacht war schrecklich beschissen. Ständig wälzte ich mich in im Bett herum. Mein Schenkel pochte im Sekundentakt und auch wenn Damian sich, kurz nachdem er mir etwas zu Essen brachte, darum kümmerte, kam es mir vor, als ließ der Schmerz nicht nach. Ich konnte kaum schlafen und beschloss schließlich nach nebenan zu humpeln. Ich wusste nicht, ob das die richtige Entscheidung war McCain einen Besuch abzustatten. Immerhin waren die wenigen Minuten, nachdem ich mit ihm wieder aus der Dusche kam, irgendwie komisch. Einen Moment nahm er mich noch einmal mit zu sich, aber ich wusste nicht, wie ich mit diesem Mann umzugehen hatte. Ich wollte ihm nicht auf die Pelle rücken, aber mich auch nicht entfernen.
Dann war ich so müde, dass ich auf seinem Bett einschlief und er mich etwas später weckte, um mich in mein Zimmer zu schaffen. Leidlich versuchte ich nun den Kloß in meinem Hals herunterzuschlucken, was sichtlich schwer war. Erst zögerte ich, aber ich wusste mir nicht anders zu helfen. Stetig überlegte ich hin und her und tat dann doch das Einzige, was mir übrigblieb. Ich klopfte leise an, wobei ich bemerkte, dass das Licht unter dem Türspalt noch brannte. Schlief er denn nie? Ich leckte mir über die trockenen Lippen, klopfte erneut und hoffte, dass er nicht sauer wurde.
Genervt riss er auch schon augenblicklich die Tür auf und starrte mich geradewegs sauer an, aber der Ausdruck in seinem Gesicht änderte sich prompt, als er erkannte, wer da vor ihm stand. »Ist was passiert?«, fragte er zugleich und ich zeigte auf mein Bein. »Ich kann nicht schlafen. Es tut weh.« Auf Anhieb ging er einen Schritt zur Seite, öffnete die Tür ganz und ließ mich hinein. »Moment. Ich gebe dir was gegen die Schmerzen« und binnen weniger Minuten kramte er in einem Schrank herum, zog eine Schachtel Tabletten heraus und drückte mir diese in die Hand. Dann sah es so aus, als wolle er, dass ich wieder ging. Nein. Es war tatsächlich an dem, denn als ich mich nicht bewegte, fragte er: »Ist noch was?«
Zwar war seine Stimme weicher wie zuvor, aber ich sah mich nervös im Raum um. Er musste einen Film geschaut haben, denn der Fernseher lief leise an der Wand und auf der Couch lag seine Bettdecke. Ich biss mir auf die Unterlippe und suchte wieder seinen Blick, wohingegen er fragend die dunklen Brauen in die Höhe riss. »Kann ich nicht... Also... Ich kann nicht schlafen«, begann ich leise. »Wenn du zwei davon genommen hast, wirst du es sicherlich können.« Die Antwort hatte ich natürlich nicht unbedingt erhofft und ich starrte verlegen auf den Boden, bevor ich ihn erneut ansah. »Ich... Kann ich bei dir bleiben?«, fragte ich leise und Damian sah mich eindringlich an.
»Ich glaube nicht, dass das so gut ist, wenn du die Nacht hierbleibst.« Warum ging ich eigentlich vom Gegenteil aus? Es war doch klar, dass er mich schon wieder auf Abstand hielt. »Aber...«, doch ich unterbrach mich selbst. Ich konnte mich nicht weiterhin aufdrängen. Ich hatte es schon viel zu oft getan und nickte schließlich schnell. Sonst wollte ich bei ihm sein, setzte auch alles daran zurückzukommen, doch irgendwie nachdem zwischen uns weiterhin etwas lief, verspürte ich noch mehr Schmerzen in meiner Brust, wenn er mich von sich schob. Es tat mir weh. Das sollte er nicht mitbekommen. Womöglich dachte er dann, ich sei für ihn ein Klotz am Bein und er wollte mich erst recht noch viel schneller loswerden.
Ich schluckte schwer und presste mit meinen Fingern die Tablettenpackung fester zusammen, sodass man es rascheln hörte. »Okay... Ach und danke dafür.« Ich hob kurz darauf meine Hand an, drehte mich wieder auf dem Fuß herum und schlürfte zur Tür. Was hatte ich auch erwartet? Das wir nun zusammen waren und er mich nicht mehr gehen ließ? Das passte doch zu Damian McCain gar nicht. Auch wenn er nicht immer so ein gefühlloses Arschloch war, konnte ich nicht alles von ihm erwarten. Resigniert musste ich wieder in mein Zimmer. Ich würde schon schlafen können, wenn er das sagte, aber ich hätte mich wohler gefühlt, wäre einer bei mir gewesen. Wäre er es gewesen. Doch man konnte auch nichts erzwingen. Eigentlich; wenn man es so nahm, hätte ich ihn hassen müssen, für das, was er mir antat, aber ich konnte es nicht mehr. Überhaupt nichts.
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Bad Temptation II - Breathe
RomanceDamian McCain hat Jasmin fortgeschickt. Trotz alledem lässt sie das nicht zu. Stur versucht sie ihm weiterhin die Stirn zu bieten und hofft darauf sein kaltes Herz zu erweichen. Was aber, wenn es ein Fehler war zurückzukommen? Immerhin vergisst sie...
