Damian
Shit. War ich den nur bescheuert? Warum sagte ich so eine verdammte Kacke? Wieso schickte ich Jasmin weg? Weswegen verhielt ich mich überhaupt so irrational? Das war doch alles beschissen. Wütend schlug ich mit meiner Faust auf das Kissen hinter meinem Rücken ein und stand schließlich mit schmerzendem Körper auf, nachdem die Tür knallend ins Schloss fiel und Jasmin heulend verschwand. Selbstverständlich wollte ich sie eigentlich überhaupt nicht verletzen, aber irgendwie ging mir das auf den Sack. Ich musste doch bloß wissen, was mit ihr los war? Konnte sie mir das denn nicht sagen?
Mich interessierte es und es kotzte mich an, wenn ich nicht erfuhr, was plötzlich in ihr vor ging. Dass sie fast anfing zu weinen, sah ich schon wenige Sekunden zuvor. Ich wusste, dass ich mich hätte anders verhalten müssen, aber bisher war es für mich mit dem Herantasten irgendwie nicht gerade leicht. Es war schwerer, wie gedacht aus meiner sonstigen Art herauszukommen. Immerhin behandelte ich niemanden, als wäre er mir wirklich wichtig. Außer meine Schwester. Jedoch war sie ein Kind. Mit ihr musste ich tatsächlich sanfter umgehen, doch auch Luisa war meine oft raue Art schon gewohnt. Bei Jasmin war das anders. Mir war bewusst, dass ich sie in die Flucht schlug, was ich normalerweise überhaupt nicht vorhatte. Es war nicht fair von mir. Nichtsdestotrotz war ich komplett im Arsch.
Es war schon ein großer Schritt von mir, dass ich ihr überhaupt erlaubte, sich um mich zu kümmern. Sonst machte ich immer alles allein. Trotz alledem hatte ich es wohl mal wieder mit ihr versaut. Scheiße. Mit schweren Schritten lief ich dennoch zur Tür und ging durch den Flur zu ihrem Zimmer. Als ich anklopfte, hörte man ihre zerbrechliche Stimme. Genau das wollte ich vermeiden. Ich wollte sie eigentlich nicht verletzen und egal was ich machte, wurde es bloß noch schlimmer. Es tat mir echt leid. Verbissen lehnte ich nun den Kopf gegen das Holz und sprach: »Lass mich rein!« Sie hatte recht: Wir sollten reden. »Vergiss es. Da du mich eh nicht willst, kannst du dich verpissen. Los hau ab und nerve jemanden anderen.«
Sofort ballte ich meine Hand zur Faust, sodass es sogar lautstark knackte. Ich ließ ungern so mit mir reden. Mittlerweile war ich es aber schon von dieser Frau gewohnt. Trotzdem lag es in dem Moment nicht daran, weil Jasmin vorlaut war, sondern mich von sich stieß. Genauso, wie ich es unzählige Male schon bei ihr machte. Aber jetzt musste es anders laufen. Das alles. Prompt bemerkte ich ein Ziehen in meiner Brust. Es war ein dumpfes Pochen, das mir zusetzte. Schlimmer noch, als meine Schrammen. Schlimmer, als der körperliche Schmerz. Dass sie so mit mir redete machte mich irgendwie... traurig. Und das war ich zum letzten Mal, als meine Mutter starb. Na ja. Nicht einmal wirklich dann.
Ich ließ die Qualen damals mit den Fights abstumpfen und mich somit auch, sodass ich dieses ganze beschissene Leben irgendwie weiter existieren konnte. Jasmin hingegen machte etwas mit mir. Ich musste es nicht leugnen und das wollte ich in dem Moment auch nicht. »Es tut mir leid!«, sagte ich nun etwas gedämpfter und hoffte bloß, dass das reichte, sie wieder die Tür öffnete und mir verzieh, denn mir war klar: Sie war von inne verschlossen. Zugleich zögerte ich, drückte dann allerdings doch die Klinke nach unten, aber sie antwortete mir nur wütend: »Es interessiert mich nicht, ob es dir leidtut oder nicht. Du bist und bleibst ein Arschloch! Ich hoffe nur, dass es irgendwann mal in deiner scheiß Birne rattert und du die Menschen, denen du etwas bedeutest, nicht wie Scheiße behandelst.«
Am Anfang, als Jasmin so etwas sagte, ging es mir fast am Arsch vorbei, doch als ich sie die letzten Tage nicht wirklich sah und sie dann wieder auf dem Treppenabsatz stand, ist mir so einiges klar geworden und jedes schlechte Wort, mir gegenüber, wie ein Messerstich vorkam. »Jasmin. Bitte. Mach die Tür auf und lass uns reden. Ich verspreche dir, ich werde mich zusammenreißen«, versuchte ich es nun beschwichtigend. »Mit dir kann man nicht reden. Du wirst einfach nur scheiße. Das ist dein Problem. Du... hast mir weh getan!«
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Bad Temptation II - Breathe
RomanceDamian McCain hat Jasmin fortgeschickt. Trotz alledem lässt sie das nicht zu. Stur versucht sie ihm weiterhin die Stirn zu bieten und hofft darauf sein kaltes Herz zu erweichen. Was aber, wenn es ein Fehler war zurückzukommen? Immerhin vergisst sie...
