Mein Blick fuhr wild durch den Raum. Ich konnte nicht fassen, dass Jacob ohne ein Wort verschwand. Auch Thomas senkte den Kopf, ordnete sich unter. Gott. Was passierte denn? Der Teppich schien nun irgendwie interessanter zu sein. »Mach doch was?«, sagte ich panisch und robbte wie eine Irre über die Handtücher, da Damian Aiden so hart ins Gesicht schlug, dass sofort seine Lippe aufplatzte. Nicht einmal er wehrte sich. Was im Gottes Namen... Scheiße. Was sollte dieser Mist? »Thomas. Mach was. Verdammt noch mal. Ich werde wahnsinnig«, schnauzte ich ihn an und kroch weiter über das Bett, obwohl der Schmerz in meinem Schenkel existierte. Das ich nun alles mit meinem Blut versaute, war mir nun auch mittlerweile egal.
»Damian! Mensch, seid ihr denn alle bescheuert? Höre verdammt noch mal auf. Er kann doch gar nichts dafür!« Meine Stimme klang stärker, wie ich mich fühlte. »Ach nein?«, drehte er sich plötzlich zu mir herum und funkelte mich sauer an. »Er wusste es nicht besser«, versuchte ich mich zu erklären und damit Tompson in Schutz zu nehmen. Er konnte doch niemanden zusammenschlagen, weil ich ohne Vorwarnung auftauchte und alles durcheinanderbrachte. »Er hat auf dich geschossen. Warum bist du nur so? Natürlich kann er was dafür.« Er hielt zwar die Waffe, aber es war dunkle.
»Es tut mir verdammt noch mal leid. Du weißt, dass ich das nicht wollte. Ich mag sie doch. Außerdem bist du doch nicht besser. Wärst du draußen gewesen, hättest du auch abgedrückt. Es war ein Versehen!«, mischte sich nun Aiden mit ein, aber womöglich hätte er lieber den Mund halten sollen, da McCain auf Anhieb brüllte: »Ein Versehen? Was, wenn ich dir eine Kugel in den Kopf jage? Ist das dann auch ein Versehen?« Der ganze Raum erzitterte. »Damian!«, fluchte ich und ergriff hart seinen Arm, da er wieder kurz davor stand anzugreifen, doch er schlug kräftig meine Hand weg und achtete überhaupt nicht mehr auf mich.
Aiden war nun der Mittelpunkt; schien der Nabel der Welt zu sein und in diesem Moment hätte ich echt nicht gedacht, dass die beiden Freunde waren. Ich versuchte mich aufzustellen und konnte mich tatsächlich wackelig halten. McCain hingegen stieß ihn wutentbrannt in den Raum. Hallo? Hört mir hier eigentlich noch jemand zu? Das alles war doch vollkommen überflüssig. Ein total sinnloser Streit, der niemandem etwas brachte. Erst recht nicht Damian. Er konnte zwar somit seine Wut herauslassen, aber dafür besaß er einen Boxsack. Aiden tat mir echt leid. »Thomas mach endlich was. Halte die beiden auseinander«, zischte ich ihn erneut an, doch er schüttelte lediglich mit dem Kopf.
»Bist du bescheuert? Du kannst doch da nicht zusehen.« Verstand er denn nicht, was er da machte? Aiden hatte nichts getan. Zumindest nicht mit Absicht. Er musste McCain aufhalten. Er konnte es. Nun sollte ich das wohl machen? Schaffte ich das überhaupt? Eigentlich dachte ich, ich war bei Damian mittlerweile so weit, dass er mir wenigstens etwas zuhörte, aber da hatte ich wohl vergeblich gehofft. »Ich kann mich da auch nicht einmischen«, kam schnell zurück. »Ach so? Kannst du das nicht?« Gut. Wenn er nicht wollte, dann würde ich das wohl tun müssen; egal was die Konsequenzen für mich waren und ich vielleicht noch aus Versehen eine geklatscht bekam.
Ich schleppte mich weiter. Jedoch schaffte ich es nicht einmal richtig in die Nähe. Augenblicklich spürte ich verkrampfte Finger um meine Hüfte. Sie gruben sich in meine Haut ohne mich zu verletzen. Es war der Blondschopf, der mich auf der Stelle festhielt. Ungeachtet dessen konnte er sich das klemmen. Ich war doch nicht bekloppt und ließ Damian seine Wut an einer Person auslassen. Aiden war mir trotz nach der kurzen Zeit nicht egal. Er war ein guter Kerl und verdiente so etwas nicht. »Fass mich ja nicht an, Smith!«, knurrte ich laut und formte meine Augen zu Schlitzen; wohingegen Damian erneut ausholte, Aiden somit gegen einen hüfthohen Schrank flog und dieser eine Vase herunterriss. Schließlich konnte er nicht mehr die Balance halten und knallte mit voller Wucht in die Scherben hinein und was tat ich? Richtig. Ich schrie auf.
Plötzlich waren meine Schmerzen verschwunden. Ich konnte nicht mehr daran denken, da ich in diesem Moment bemerkte, wie viel Kraft McCain eigentlich besaß. Und das war enorm. Seine breiten Oberarme spannten sich extrem an, die Fäuste waren fest zusammengeballt und auch als Aiden auf dem Boden lag, riss er ihn am Kragen nach oben und schlug weiterhin auf sein Gesicht ein. »Damian!«, brüllte ich. »Hör sofort damit auf.« Ich klang nicht nur panisch, sondern hatte Angst, er würde nicht mehr aufhören. Es sah nämlich aus, als wäre er durch das ganze Blut eher einem Rausch verfallen. Doch das hielt mich nicht auf. Ich musste zu den beiden hin und auch wenn ich kaum laufen konnte, kam ich langsam vorwärts, wohingegen mich Thomas noch immer probierte festzuhalten.
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Bad Temptation II - Breathe
RomanceDamian McCain hat Jasmin fortgeschickt. Trotz alledem lässt sie das nicht zu. Stur versucht sie ihm weiterhin die Stirn zu bieten und hofft darauf sein kaltes Herz zu erweichen. Was aber, wenn es ein Fehler war zurückzukommen? Immerhin vergisst sie...
