Schlagartig fühlte ich mich extrem schwach. Ich kam mir vor, als würde ich jeden Moment in Ohnmacht fallen, doch bevor ich aussteigen konnte, hielt Aiden abrupt meinen Arm fest. »Du solltest mit Zittern aufhören. Du musst dich zusammenreißen. Es bringt nichts, wenn ich mit euch da rein will und wir zu viel Aufmerksamkeit deswegen erregen.« Darum versuchte ich mich selbst etwas zu beruhigen. Ein Schnaps wäre wohl das Beste gewesen, aber das konnte ich mir erst einmal einige Monate abschminken.
Tapfer stieg ich schließlich kurz darauf aus dem Auto, versuchte nicht komplett die Fassung zu verlieren und zu tun, als wäre das alles bloß die normalste Sache der Welt. Melanie folgte mir und zog mir die Jacke von den Schultern. »Die lassen wir im Auto«, sagte sie ruhig, aber ich spürte genau, wie nervös sie selbst war. Ihr dauerte das ebenso viel zu lange. Als ich mich schlussendlich etwas umsah, war doch mehr los, als ich überhaupt annahm. Zumindest was ein Fabrikgelände betraf. Einige Autos standen an der Seite im Schatten und ein paar breite Typen liefen auf ein Tor zu, was schon fast auseinanderfiel.
Frauen in wenig Klamotten. So knapp, dass sie fast hätten nackt gehen können und dann auch noch wir dazwischen. Ich kotzte eindeutig ab, denn schon der Gedanke daran, dass solche Schlampen um Damian herumrannten, machten mich irre; aber ich versuchte so gleichgültig wie nur möglich zu schauen, auch wenn ich im Inneren brodelte und bloß noch durchdrehen wollte. Nicht, dass die ganzen Leute noch dachten, wir spionieren sie aus oder so ein Scheiß. Das wäre ziemlich schlecht für uns. Es fühlte sich nämlich an, als würde man uns jeden Moment um die Ecke bringen, falls wir falsch atmeten und uns einer im Endeffekt irgendwo im Feld verscharrte.
So selbstsicher, wie es nur ging, reckte ich mein Kinn hervor und wir liefen zu dritt auf den Eingang zu. Vier schwarz gekleidete Männer im mittleren Alter standen davor. Der eine düsterer wie der andere. Aiden hingegen nahm mich auf die rechte Seite. Mel auf die linke. Ich wusste, dass er bloß zeigen wollte, dass er der Macker war, aber besser so, als so. »Tompson!«, kam von einem, der mich fast an Melone erinnerte. »Nicht allein?«
Aiden begann prompt breit zu grinsen. »Sieht ganz so aus. Die beiden Schätzchen wollten mal was Aufregendes erleben, bevor wir die Nacht in meinem Bett verbringen.« Bei diesen bescheuerten Worten wollte ich so gerne die Augen verdrehen, wie meistens, unterließ es dennoch. Lediglich ein falsches breites Lächeln setzte ich auf und schmiegte mich fester gegen seinen Körper, sodass es aussah, als sollte genau das mein Ziel sein.
Binnen weniger Sekunden begann der Typ zu lachen: »Wenn du mit den beiden fertig bist, kannst du sie mir mal ausleihen.« Ich hatte keinen Plan was ich dazu sagen sollte, aber Mel war da anders. Sie wusste mit Männern zu spielen, beugte sich etwas weiter zu ihm vor, um ihre Titten zu präsentieren und schnalzte mir der Zunge: »Wenn du dich traust, dann werde ich auf dein Angebot zurückkommen, aber ich bin ein böses böses Mädchen.« Der Mann leckte sich gierig über die Lippen und funkelte: »Ich stehe auf böse Mädchen.« Schließlich schweifte sein Blick zu mir und blieb an meinem Körper hängen. »Aber nur, wenn du deine kleine heiße Freundin mitnimmst«, schwärmte er schon fast, ging einen Schritt nach drüben und ließ uns tatsächlich rein.
Ich war so froh, als der schmierige Lappen endlich Platz machte, denn umso länger wir dort standen, umso mehr musste ich mich zusammenreißen nicht einfach loszuschreien. Einzig und allein Damian war es, der mich nicht zum Zurückgehen bewegte. Ich musste zu ihm und nur wenige Sekunden später blendete mich auch schon ein Licht. Es war greller wie angenommen. Links und rechts bestanden die Wände aus bloßem Putz und eine große Menschenmenge stand um einen breiten Kreis, der mit roter Sprühfarbe auf den Boden gezogen wurde. Sicherlich um den Kämpfern zu zeigen, dass sie dort drin bleiben sollten, oder eher um die anderen zu schützen, damit sie nicht näher traten.
In einem gemächlichen Tempo zwängten wir uns einige Stufen nach unten und prompt ging mir durch den Schädel, weswegen hier keine Bullen herkamen und dem Ganzen Einhalt gebot. Doch diese konnten definitiv nicht viel ausrichten. Von außen bemerkte man gar nicht, dass die Masse verdammt groß war und es schienen immer mehr zu werden. Wenigstens fühlte ich mich schon mal etwas besser, wie draußen vor dem Tor. Hier schaute uns niemand weiter an und irgendwie schienen alle nur extrem laut zu grölen, dass der Kampf endlich losgehen sollte.
DU LIEST GERADE
Bad Temptation II - Breathe
RomanceDamian McCain hat Jasmin fortgeschickt. Trotz alledem lässt sie das nicht zu. Stur versucht sie ihm weiterhin die Stirn zu bieten und hofft darauf sein kaltes Herz zu erweichen. Was aber, wenn es ein Fehler war zurückzukommen? Immerhin vergisst sie...
