Sefa schiebt sein Stuhl zurück und will gerade aufstehen, doch da er noch am essen ist, hindere ich ihn mit einer Geste daran.
„Ich geh schon. Ess du."
Seufzend nimmt er es hin und lässt sich wieder in den Stuhl fallen.
Es klingelt erneut.
Ich schiebe meinen Stuhl zurück, klopfe meine Hände nochmal ab und trotte aus dem Essbereich in den Eingang.
Schnell stecke ich mir noch paar Strähnen hinters Ohr und lege meine Hand dann an die Türklinke, die ich runterdrücke und somit die Tür aufziehe.
Mein Kopf schnellt nach oben und ich blicke in seine familiären braunen Augen.
Ich erstarre. Mein Mund wird trocken. Meine Augen nur noch auf ihn gerichtet. Mein Körper regungslos.
So sehr habe ich es mir erhofft ihn nicht sehen zu müssen, doch das Glück war nicht auf meiner Seite.
Seine Lippen öffnen sich. „Morgen", bringt er hervor und lässt mich wieder auftauen. Ich komme wieder zu mir und schenke ihm sofort keinerlei Beachtung.
Murrend wende ich meinen Blick ab, lasse ihn dort vor der Tür stehen und marschiere mit schnellen Schritten zurück zum Esstisch, wo ich mit einem Räuspern die Aufmerksamkeit auf mich lenke.
„Wenn es euch nichts ausmachen würde, dann würde ich gerne nach dem Essen losfahren, weil ich noch paar Sachen für die Arbeit zu erledigen habe", murmele ich zu meiner Tante und ihrem Mann, die verständnisvoll nicken.
Sinem Teyze schnalzt nur mit der Zunge. „Das nächste Mal bleibt ihr aber länger!", mahnt sie ihren Bruder, der ihr lächelnd versichert, das nächste Mal länger zu bleiben.
„Selam aleykum", kommt seine raue Stimme hinter mir zum Vorschein.
Er geht an mir vorbei und grüßt die Männer am Tisch mit einem Handschlag und die Frauen mit einer Umarmung und einem Küsschen auf die Backe.
Meine Tante quiekt. „Granit, djali jem." Sie fährt ihm durch seine kurzen, braunen Haare, was ihn lachen lässt.
Leicht zieht er jedoch seinen Kopf von ihr weg, was darauf schließen lässt, dass er es nicht mag, wenn man seine Haare anfässt.
Nachdem er die Älteren begrüßt hat, schlägt er brüderlich bei Sefa ein, schenkt Laila ein kurzes Nicken, was sie kauend erwidert und lässt sich auf einen Stuhl fallen.
„Willst du was essen?", fragt ihn Sinem, was er mit einem Kopfschütteln verneint. „Dankeschön Tante, aber ich komme gerade vom Frühstück."
Schulterzuckend nimmt sie seine Antwort hin, füllt aber dennoch einen weiteren Teller für Granit auf, den er lachend annimmt.
Alle miteinander verfallen während des Essens in Gespräche, an denen ich mich nicht beteiligen möchte.
Viel lieber konzentriere ich mich auf meine eigenen Gedanken, die derzeit verrückt spielen. Es scheint, als ob all die Hebel in meinem Kopf in Aktion sind und für Chaos sorgen.
Während er isst, mustere ich sein bärtiges Gesicht. Mal lacht er, mal schaut er ernst und das andere Mal stimmt er nickend zu.
Er scheint so unbeschwert zu sein. So, als ob er federleicht und sorgenfrei durch's Leben gehen, doch der Schein trübt.
Kein Mensch auf dieser Welt ist sorgenfrei. Jeden Menschen beschäftigt etwas. Sei es die finanzielle Lage, die Liebe, die Familie oder Sonstiges.
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Jeten e la per ty
Fanfiction🦋Attention🦋 Diese Geschichte soll so realistisch wie möglich sein, weshalb der Rapper am Anfang auch nicht so sehr präsent sein wird! Es soll eine fiktive Geschichte sein, in die sich der Leser hineinversetzen kann und die Er auch nachvollziehen k...
