Total geschockt sitze ich da. Wie kann ein Mann, der seine Freundin abgöttisch liebt, jemals seine Hand gegen sie erheben?
Das spricht gegen alles, was überhaupt existiert. Wer einmal sowas tut, wird es auch wieder tun. Ob Flamur sowas bei mir machen würde?
Ich weiß es nicht. Momentan bin ich total aus dem Wind und kann nicht klar denken, doch meine Gedanken werden von einem Klingeln beendet.
Albesa starrt zitternd auf das Handy in ihrer Hand und schaut total blass aus. Ich reiße es ihr aus der Hand und als ich sehe, wer den Anruf betätigt, bin ich noch wütender, als zuvor.
„Albesa, du hast eine Stunde!" Sag mal, haben alle Musa Brüder diesen bestimmenden Unterton in der Stimme?
„Hat sie nicht. Sie bleibt diese Nacht hier", sage ich schnippisch in den Hörer. Es ist kurz ruhig am anderen Ende der Leitung.
„Wer bist du?", fragt er vorsichtig nach. Ich muss mir ein herablassendes Lachen verkneifen. Als ob dieser Typ nicht weiß, wer mit ihm spricht.
Ich hab förmlich seinen Atem stoppen hören, als er meine Stimme wahrgenommen hat. Und er will mir hier weismachen, er wüsste nicht, mit wem er redet.
„Flora. Lass deine Schwester entweder in Ruhe, oder du kommst wie ein Mann nach Berlin und erläuterst, was dein Problem ist."
„Flora?", fragt er sichtlich perplex. „Flora, woher kennst du Albesa?" Eine Frage, auf die er keine Antwort bekommen wird.
„Ich beantworte dir keine Frage, solang du Albesa's nicht beantwortest. Hajde, du hast die Wahl bis morgen früh."
Fuchsteufelswild lege ich ihm ins Gesicht auf und überreiche seiner Schwester das Telefon, die mich mit großen Augen anguckt.
„Kuku, ich liebe dich." Sie fällt mir stürmisch um den Hals. Ich erwidere diese Umarmung und streiche ihr über den Rücken. Das ist genau das, was sie braucht.
„Ich dich auch. Außerdem hat er es so oder so verdient." Schmunzelnd verdrehe ich meine Augen und richte mein Haar.
„Gibt es eine Story über meinen Bruder, die ich vielleicht wissen sollte?", fragt sie mit einem spitzbübischen Grinsen auf den Lippen nach.
„Lange Story", winke ich lachend ab. Doch sie gibt nicht nach. Genauso stur und dickköpfig wie der Bruder. „Ich hab Zeit."
Also fange ich an zu erzählen. „Ich war vor kurzem bei Sefa, naja eher vor einigen Monaten", verbesserte ich mich.
Albesa hört mir total gespannt zu, greift nach einer Schale mit Pistazien und setzt sich in den Schneidersitz.
„Ja?" „Ich bin einige Tage dort gewesen und Granit war halt auch da und somit lebten wir quasi unter einem Dach, weil er überwiegend bei Sefa war.
Später hat sich dann herausgestellt, dass unsere Mütter früher eng miteinander befreundet waren, beziehungsweise es noch sind."
Ich stopfe mir einige Kartoffelchips in den Mund und lasse sie zwischen meinen Zähnen zerbrechen. „Weiter?", erkundigt sich das zierliche Mädchen.
„Das war alles", murmele ich und schenke uns Sprite in die Gläser ein. „Lange Story", äfft sie mich nach und spült die Pistazien mit der Limonade nach.
„Es gibt noch mehr, aber das sind unwichtige Details. Wir sind uns danach des Öfteren begegnet und jedes Mal haben wir uns bloß gegenseitig angemeckert."
Die intimeren Momente, die zwischen uns vorgefallen sind, muss sie ja nicht wissen. Und das muss niemand. Es ist nie passiert.
Sie runzelt kauend die Stirn. „Granit meckert auch Weiber an? Ich kenne meinen Bruder nur als Chameur."
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Jeten e la per ty
Fanfiction🦋Attention🦋 Diese Geschichte soll so realistisch wie möglich sein, weshalb der Rapper am Anfang auch nicht so sehr präsent sein wird! Es soll eine fiktive Geschichte sein, in die sich der Leser hineinversetzen kann und die Er auch nachvollziehen k...
