„Ughh." Ich verziehe angewidert mein Gesicht und weiche einige Schritte zurück. Die zugeschminkte Tussi zieht ihr Kleid etwas runter und zeigt somit mehr Ausschnitt, als meine Augen sehen wollen.
„Was machst du hier?!", fragt er mit zusammengezogenen Augenbrauen. Spottend lache ich auf. „Vielleicht auf Klo gehen!?" Laila kommt aus dem kleinen Vorraum und starrt erschrocken zwischen uns dreien hin und her.
„Umm, was geht hier ab?", fragt sie vollkommen verwirrt und scannt Granit und die Frau ab.
Nervös streicht er sich durch den Nacken. „Nix, wir gehen jetzt." Ich greife nach Laila's Hand und schlürfe sie hinter mir her aus der stickigen Toilette.
Kaum treten wir aus der Tür, brechen wir in lautem Gelächter aus und können uns vor Lachen kaum halten.
„Oh, mein Gott! Hast du das gesehen?!" Mir kommen die Tränen, weshalb ich mir Luft zu wedele.
Laila nickt kräftig mit dem Kopf und hält sich an mir fest. „Junge, hast du sein Gesicht gesehen!? Ich will mir nicht vorstellen, was noch alles passiert wäre!"
Tatkräftig stimme ich ihr mit noch lauterem Gelächter zu und schlendere neben ihr her zum Tisch, wo mich die Mutter von Granit schon sehnlichst erwartet.
„Flora!", hört man sie kaum unter der lauten Musik. „Teze!", erwidere ich mit einem etwas gezwungenem Lächeln - da mir das Szenario mit ihrem Sohn gerade im Kopf herumschwirrt - und ziehe sie in meine Arme.
Sie drückt mich an sich heran und streicht mir mit ihren warmen Händen über den Rücken. „Du siehst wunderschön aus", summt sie leise in mein Ohr. Ich bedanke mich flüsternd bei ihr und werde dann auch schon von einem Räuspern unterbrochen.
Die Musik setzt eine kurze Pause ein und ich drehe meinen Kopf zu Flamur. „Selam aleykum, Teze", grüßt er die Frau vor mir, die er nicht kennt.
„Wa aleykum selam." Streng mustert sie ihn mit zusammengekniffenen Augen und legt ihre Hand in seine, die er ihr zur Begrüßung ausgestreckt hat.
„Wessen Sohn bist du?", fragt sie mit einer lauteren Stimme in unserer Landessprache. Er lacht kurz auf.
Wieder eine typische Floskel, die man immer zu hören bekommt.
„Adem's und Aferdita's", antwortet er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Langsam legt er seinen Arm um meine Taille und zieht mich an sich heran.
Mit geweiteten Augen schaut sie auf jede einzelne Bewegung und ist anscheinend geschockt.
Sie fasst sich aber wieder schnell, dennoch schäme ich mich etwas so intim vor anderen zu sein, trotz der Erlaubnis unserer Eltern.
„Welche?", fragt sie daraufhin und räuspert sich. „Mushkolaj." Sie nickt, scheint aber nichts von ihnen zu wissen.
Die Musik pausiert wieder.
„Und ihr - ihr seid verlobt?" Ihre Stimme zittert. Rasch wandern ihre braunen Augen auf meine Hand, an der ein goldener Ring steckt.
Erschrocken zieht sie die Luft ein. Wahrscheinlich hat sie sich schon Fantasien ausgemalt, in der ich als Braut neben ihrem Sohn umher schreite.
Allahi na rrujt.
„Noch nicht", lacht Flamur und besänftigt sie damit etwas, denn ihre verharrten Gesichtszüge lockern sich wieder.
Er setzt einen zarten Kuss auf mein Haar und umschlingt mich mit seinen Armen - und das in dieser Menge!
„Ani, per hajr! In shaa allah per gjithmone", bringt sie stückweise hervor. Doch mir kommt es nicht so vor, als würde sie uns Glück wünschen und hoffen, dass wir auf ewig ein Paar bleiben.
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Jeten e la per ty
Fanfiction🦋Attention🦋 Diese Geschichte soll so realistisch wie möglich sein, weshalb der Rapper am Anfang auch nicht so sehr präsent sein wird! Es soll eine fiktive Geschichte sein, in die sich der Leser hineinversetzen kann und die Er auch nachvollziehen k...
