Chapter 34 - the kiss

131 5 0
                                        

Heute Abend war die Gala, ich hatte mich noch lange mit Mr. Howl und Damon unterhalten, über die Gala und überwiegend über meine Mutter; ich fühle mich ihr jetzt näher als ich es davor war.
Ich probierte gerade das Kleid an und muss sagen, es stand mir, noch mehr Bestätigung bekam ich von Norah, die schockiert laut hinter mir aufatmete.
„Du siehst so wunderschön aus, Kyrie! Wahnsinn! Shane wird nicht die Griffel von Dir lassen können."
Ich lächelte sie schwach an.
„Du siehst auch schön in dem Kleid aus. Ich hoffe so sehr, dass Alec dich endlich fragt."
Sie lächelte mich schüchtern an und strich das Kleid glatt.
„Dass hoffe ich auch. Soll ich mir meine Haare glätten oder soll ich diese wilden locken lassen?"
„Ich hab dich noch nie mit glatten Haaren gesehen...Glätte sie Dir."
Sie nickte und griff zum Glätteisen.
Ich zog mich um und hing das Kleid an die Garderobe.
„Ich komme gleich, ich muss kurz frische Luft schnappen."
Norah nickte und schaute mich besorgt an.
„Es ist alles gut. Ich will nur ein bisschen alleine sein, du weißt, dass mich diese Gala ein bisschen stresst, da er in Namen von allen gefallenen veranstaltet wird."
„Ich weiß, aber du weißt doch hoffentlich auch, dass du nicht alleine gegen diesen Schmerz ankämpfen musst, Kyrie. Wir sind für dich da."
„Ich weiß." flüsterte ich und ging raus.
Ich lief am kleinen See entlang, der gegenüber vom Haus meines Vaters liegt und setzte mich dann ins knöchelhohe Grass.
„Warum machst du dich nicht für die Gala fertig?" Nero tauchte aus dem nichts auf und setzte sich neben mich.
„Ich brauch nicht lange, außerdem will ich gerade alleine sein."
„Du verschließt dich." stellte er fest.
„Du bist nicht besser, Nero."
„Wie meinst du das?"
Er schaute mich eindringlich an.
„Du hast all die Wochen so getan, als ob du jeden hier hasst, nur weil du nicht wolltest, dass dich jemand knackt. Du wolltest, dass jeder hier denkt, du wärst kalt und gefühllos, damit dich jeder in Ruhe lässt, aber genau das Gegenteil ist passiert."
„Vielleicht hasse ich wirklich jeden und bin nur hier, weil du mich an Kyriana erinnerst? Was ist, wenn ich wirklich kalt und gefühllos bin und am liebsten jeden hier umbringen würde?
Hm? Was wäre dann?!" brüllte er mich an.
Ich blieb ruhig sitzen, sagte nichts und schaute weiterhin starr auf das Wasser.
„Siehst du, du weißt noch nich mal was du darauf antworten sollst, da es der Wahrheit entspricht und diese weh tut, nicht?" fragte er, in seiner Stimme war immer noch ein bissiger Unterton.
„Es lohnt sich nicht mit dir zu diskutieren, da du eh alles verleugnest.
Egal was andere sagen, es stimmt nicht und du hasst jeden, aber wenn das wirklich so wäre..." ich schaute Nero an, seine Haare lagen wild auf seinem Kopf, einige Strähnen lagen in seinem Gesicht und sogar von der Seite konnte ich das intensive blau seiner Augen erkennen.
„...dann würdest du nicht alles erdenkliche tun, um uns zu beschützen."
Er schnaubte abfällig auf.
„Ich tue dass nur, um Yamato eins reinzuwürgen. Wie gesagt, ich hasse jeden und dich insbesondere, da du wie Kyriana aussiehst, aber nicht sie bist!" er haute mit seiner Faust auf den Boden.
Meine Augen füllten sich mit Tränen, diese Worte taten mir weh, denn Nero war mir schon lange nicht mehr egal.
„Sag sowas nicht, Nero."
Er schaute mich an, in seinen Augen sah ich nur Kälte, Distanz und leere - keine Emotionen, die mir das Gegenteil seiner Worte beweisen konnten.
„Es ist aber die Wahrheit." sagte er fest und mit so viel Ehrlichkeit in seiner Stimme.
Ich stand auf und ging weg, egal wohin Hauptsache weg von Nero.
Ich verstehe nicht, was in ihn gefahren ist.
Vor einigen Wochen wollte er noch alles erdenkliche tun, um mich zu beschützen und jetzt meint er, er hasst mich am meisten von allen?
„Wo willst du hin?" Nero stand urplötzlich vor mir und versperrte mir den Weg.
„Weg von dir! Du bist unmöglich, Nero. Unmöglich!"
„Und was ist mit dir? Du und deine dauerhaften Depressionen? Dein ständiger Selbstmitleid? Denkst du, dass geht?!"
„Ich will nicht an meinem Schmerz zerbrechen, deswegen versuche ich ihn zu zeigen und mich jemanden anzuvertrauen, ich versuche zu sagen, was mir auf dem Herzen liegt und wie ich mich fühle, um nicht so eine Hasserfüllte, Verklemmte und arschige Person zu werden wie du!"
„Ich bin ein Dämon! Ich kann nichts anderes außer alles zu zerstören und zu hassen!"
In seinen Augen Blitze ein Hauch von Verletzlichkeit auf.
„Weißt du was ich nicht verstehe, Nero? Du streitest immer alles ab, damit du ja stark bleibst und niemand sieht oder je erfährt, was deine Schwäche ist! Es liegt aber auf der Hand, dass du mehr als kaputt bist und du versteckst dich hinter Hass, aber das ist eine Optische Täuschung!" schrie ich ihn an, Tränen Rinnen aus meinen Augen und ich raufte mir durch die Haare.
Ich schaute Nero an, in seinen Augen spiegelten sich endlich Gefühle, aber diese waren hauptsächlich nur Schmerz und das bewies mir, dass ich recht und seinen wunden Punkt getroffen hatte.
„Die liebe in Dir, sie muss verdammt weh tun." flüsterte ich kaum hörbar, doch er hatte es gehört, denn er hob seinen Kopf und schaute mir tief in die Augen, aber ich drehte mich um und ging.
Einige Sekunden später packte mich jemand am Handgelenk und brachte mich damit zum Stoppen, eine Hand legte sich um meine Hüfte und zwang mich, mich umzudrehen.
Ich hatte kaum Zeit um zu realisieren, was hier gerade passiert, da hatte Nero schon eine Hand auf meine Wange gelegt, zog meinen Kopf näher zu sich und legte seine Lippen auf meine.
Ich erwiderte kurz den Kuss, genoss ihn sogar ein wenig, in mir explodierte etwas, doch als ich realisierte, dass es Nero ist der mich gerade küsst, schubste ich ihn von mir weg und gab ihm eine Backpfeife.
„Was soll der scheiß?!" fragte ich wütend, danach bildeten sich mehr Tränen in meinen Augen und ich fuhr mir verzweifelt durch die Haare, danach rannte ich zurück zum Haus.
Nero hat mich geküsst.
Er hat mich geküsst.
Mehr Tränen bildeten sich in meinen Augen und nässten meine Wangen.
Er hatte mich geküsst....

Pretty HellWo Geschichten leben. Entdecke jetzt