Am gleichen Tag noch ging ich zum Rudel um mich zu vergewissern, dass es ihnen gut geht.
„Hey Norah, wie gehts Ihnen?" fragte ich sie, als ich sie erblickt hatte.
„Ihnen gehts besser, doch Cara wacht einfach nicht auf. Ich mache mir sorgen."
Ich nickte und schaute mich einmal um.
Das Rudel lebte auf einer großen Farm direkt neben dem Wald.
„Ich schaue nach Shane."
Gesagt, getan.
Auf dem Weg zu Shane's Zimmer wurde ich von einem Haufen Werwölfen begrüßt.
„Hallo, Kyrie. Wie gehts dir und Kenay?"
„Hallo, Zac. Mir gehts gut, Kenny ist noch etwas geschwächt, aber er ist wach."
Shane's Vater nickte und schaute dann betrübt zu einem Paar.
„Das sind die Eltern von Alec und Cara. Cara ist immer noch nicht wach und wird immer schwächer. Ich glaube, dass Cara es nicht schaffen wird, aber du bist ja eine Hexe, also könntest du vielleicht?.."
Ich schaute ihn entschuldigend an.
„Das Gestern war ein Emotionaler Ausbruch, aus Angst Shane zu verlieren. Ich kann niemanden vor dem Tod retten, weder noch kann ich richtig zaubern."
Er nickte verständlich.
„Dann geh mal zu Shane. Ich Klär das mit den Montgomerys."
Ich bedankte mich bei Zac und lief zu Shane.
„Oh hey." sagte er, als er mich im Türrahmen stehen sah.
„Hey." sagte ich leise und fiel Shane dann um den Hals.
„Ich hatte Gestern so schreckliche Angst! Ich dachte...ich würde dich verlieren!" weinte ich in seine Brust.
„Hey, es ist alles gut. Ich bin noch hier und das wegen Dir. Du hast mich gerettet."
Er drückte mir einen Kuss auf die Stirn und umarmte mich fest.
„Shane...es steht schlecht um Cara." nuschelte ich gegen seine Brust.
„Ich weiß, hat mein Dad nicht mit dir geredet?"
„Doch, aber ich kann nicht helfen. Das gestern war ein Emotionaler Ausbruch, aus Angst, dich zu verlieren."
Shane schaute mich erfreut und doch bedrückt an.
„Cara und Alec sind wie meine Geschwister. Ohne des jeweils anderen, sind sie nicht Cara und Alec."
Ich nickte.
„Wenn ich könnte, dann würde ich helfen. Wirklich."
Vielleicht konnte ich das sogar...
„Ich muss kurz zu deinem Dad...Ich komme bald wieder."
Somit stürmte ich aus dem Zimmer und suchte nach Zac.
Er war der Stellvertretende Alpha, wenn Kenay mal nicht kann und es wird nichts beschlossen, ohne vorher mit Ihnen darüber geredet zu haben.
„Zac! Ich weiß, wie wir Cara helfen können!!"
„Wirklich? Wie denn?"
Ich faltete meine Hände.
„Wir müssten uns unter vier Augen unterhalten."
Er nickte und deutete mir an, ihm zu folgen.
Im Versammlungsraum setzten wir uns hin und er schaute mich abwartend an.
„Also...sie kennen die DeLavegas?"
Seine Miene änderte sich sofort und er schaute mich finster an.
„Die DeLavegas haben unseren Alpha getötet! Was hast du mit Ihnen zu tun?!"
„Sie waren es nicht. Nero hat mir alles erzählt und eine Hexe kann man nicht anlügen, da sie es fühlt. Im Endeffekt waren es Dämonen, die sie umgebracht haben, die DeLavegas wollten sie im Gegenteil retten."
Zac hörte mir aufmerksam zu.
„Du bist also der Meinung, dass die DeLavegas Cara helfen können?"
Ich nickte.
„Ich spüre in ihrer Nähe eine mächtige Kraft und so böse wie sie jeder darstellt, sind sie nicht.
Vielleicht mag ich Shane's leben gerettet haben, aber während ich die anderen Wölfe aus dem Raum gebracht habe, hat Nero auf Shane aufgepasst und die anderen zwei haben die Dämonen getötet."
Er schaute nachdenklich auf den Boden.
„Nun gut. Wir müssen das erstmal mit Kenay besprechen."
Er holte sein Handy raus und erklärte ihm die Situation und so wie ich Kenny kenne, wird er sofort drauf eingehen, da es um ein Rudelmitglied, um Cara, geht.
„Er hat eingewilligt. Hol die DeLavegas her."
Alle schauten uns schräg an, wütend, entsetzt oder hasserfüllt.
Klar, keiner außer Zac, der älteste und Kenay kannten die Wahre Geschichte der Vergangenheit.
Keiner wusste, dass die DeLavegas eigentlich ihre Freunde waren und das zeigten sie auch.
Sie tuschelten und wünschten ihm in ihrem inneren den Tod, das konnte ich fühlen.
„Nero-"
„Es ist okay. Ich bin es gewohnt gehasst zu werden."
In Cara's Zimmer angekommen schloss der älteste die Tür und vorbereitete alles für die Heilung vor.
Der älteste ist sowas wie der Heiler, ein weiser, alter Wolf der von allem Ahnung hat.
„Das mit Cara lässt mich rätseln. Natürlich gab es schon Fälle, wo der Blutmond Wölfe bis zur Bewusstlosigkeit ausgenockt hat, aber die Wölfe wachten immer auf, wenn der Blutmond verschwunden ist." teilte uns der älteste mit.
„Ich kann nichts versprechen, dass wissen sie oder?" fragte Nero den ältesten.
„Das ist mir bewusst."
„Also, wenn Cara es nicht schaffen sollte, will ich nicht für ihren Tod verantwortlich gemacht werden."
Der älteste nickte wieder und zündete dann die Kerzen an.
Nero schaute sich Cara genauer an und hielt dann seine Hand über ihren Kopf.
„Wie ich es mir gedacht habe. Sie hat sich ihren Kopf angeschlagen, als sie hingefallen ist.
Sie hat Hirnblutungen."
Seine Worte versetzten mir ein Stechen in der Brust.
Hirnblutungen, da wird man sofort für Tod erklärt.
„K-Kannst du nicht...nichts dagegen tun?"
„Alleine nicht...ich bräuchte deine Hilfe."
„I-Ich kann nicht-"
„Du kannst es! Meine Güte, du bist eine Hexe, Kyrie! Du musst nur an dich glauben."
Ich schaute ihn mit großen Augen an und nickte langsam.
„Was muss ich tun?"
„Wir müssen sie erstmal in Weihwasser legen, dann musst du eine Hand auf ihren Kopf und die andere Hand auf ihre Hand legen und diesen Zauberspruch immer wieder aufsagen."
Ich nickte und tat das, was Nero sagte.
Er hielt mir den Zauberspruch vor die Augen und ich laß ihn laut vor.
„Creo Corporem, movo vas, Medicam Magia.
Creo Corporem, movo vas, Medicam Magia.
Creo Corporem, movo vas, Medicam Magia."
Nichts passierte.
„Mach weiter und konzentriere dich!"
„Creo Corporem, movo vas, Medicam Magia.
Creo Corporem, movo vas, Medicam Magia.
Creo Corporem, movo vas, Medicam Magia."
Ich spürte wie die Kraft durch meinen Körper floss, wie sie jedes Atom in mir zum Knistern brachte.
Ein Starker Windhauch entstand im Raum, die Kerzen gingen aus, meine Haare wehten wild in alle Richtungen.
„CREO CORPOREM, MOVO VAS, MEDICAM MAGIA!"
Plötzlich hörte der Wind auf zu wehen, die Kerzen gingen wieder an und dieses Elektrisierende Gefühl war verschwunden.
Ich schaute auf Cara, die langsam mit ihrem Augen blinzelte und mich dann wie erstarrt ansah.
„Das hättest du nicht tun sollen." Flüsterte sie.
„Es ist schon zu spät gewesen, die Blutungen haben meinen Tod unterschrieben, ich...ich...sag...sag Kenay...es tut...mir leid..."
Ihre Augen fielen wieder zu, ihre Hand wurde kalt und ich hörte keinen Herzschlag mehr.
„Nein...Cara." Ich rüttelte an ihr.
Keine Reaktion.
„Cara...du darfst nicht Tod sein..." eine Träne kullerte meine Wange hinunter.
„Cara. wach. auf! Bitte!" wieder rüttelte ich an ihr, doch sie war eiskalt und bleich geworden.
Heiße Tränen rollten meine Wangen hinab, ich nahm den Leichnam von Cara, drückte diesen an mich und schrie ganz laut auf.
Der Damm brach und ich schluchzte auf, auch einige Minuten später tat ich nichts anderes.
Die Tür wurde aufgerissen und alle schauten uns gespannt an.
Ich richtete meinen Blick auf sie und man erkannte in ihren Augen den Schock.
„W-W-Wir haben's...nicht...ge-geschafft."
Alec kam rein gestürmt, da er sich als erstes gefangen hat.
Er setzte sich neben mich auf den Boden und schaute Cara fassungslos an.
„Sag mir bitte nicht, dass...."
„Leider ist es so." sagte Nero.
„Cara...sie...sie ist von uns...gegangen."
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Pretty Hell
ParanormalNach einem schrecklichen Vorfall zieht Kyrie mit ihrem Bruder, Kenay, nach New York, um ihr Leben von neu zu beginnen. Einige Monate leben sie dort friedlich, bis nach und nach die grausame Wahrheit ans Licht kommt und die Hölle auf Erden ausbricht...
