Chapter 38 - Transformation

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Ich schlug meine Augen auf und verspürte starke Schmerzen.
Ich wusste, sobald ich aus diesem Zimmer rausgehe, muss ich eine Antwort geben.
Ich weiß aber selbst nicht, ob ich sterben oder leben will, beides hat keinen großen Unterschied in meinen Augen.
Ich drehte mich mühsam auf den Rücken, jede Bewegung tat weh, jeder Atemzug.
Wieso fiel es mir so schwer, eine Antwort zu geben? Wieso wusste ich nicht, ob ich leben oder sterben will? Wieso will ich für niemanden leben, obwohl ich doch so viele Gründe habe zu bleiben?
Vielleicht war der Tod doch die einzige Möglichkeit dem ganzen Schmerz zu entkommen, vielleicht sollte es damals schon so sein, ja, ich will sterben.
Ich war vor einem Jahr auch noch ein Mensch, ich kann nicht Blut meines gleichen trinken, um zu überleben, nur weil ich jetzt ein Vampir bin.
„Nero, beruhige dich bitte!"
„ICH KANN MICH NICHT BERUHIGEN! DIESE WIXXER WOLLTEN KYRIE TÖTEN, SIE WEIß NICHT MAL, OB SIE WEITER LEBEN WILL UND JETZT HABEN SIE DIE HOWLS UMGEBRACHT! MEINEN BESTEN FREUND!"
Tränen bildeten sich in meinen Augen und ich ballte meine Hände zu Fäusten.
Schon wieder ist jemand gestorben, der mir lieb war - schon wieder haben diese Dämonen mir jemanden genommen.
Ich setzte mich auf, stöhnte schmerzerfüllt auf und lief zur Tür.
Auf den Weg dahin stieß ich mich oft an der Wand oder an den Kommoden, sodass ich jetzt meine Hand an den Rippen hielt, um den Schmerz zu lindern.
Ich öffnete die Tür und torkelte zum Büro meines Vaters, aus diesem kamen unschöne Geräusche.
„Nero! Hör auf! Es bringt nichts, alles kaputt zu machen! Damon und seine Familie sind Tod, du kannst nichts dran ändern!"
„ICH HÄTTE WAS ÄNDERN KÖNNEN, HÄTTE ICH NICHT DIESES BESCHISSENE MENSCHLICHE HERZ!"
Ich fühlte, wie mein Herz zerriss.
Wieso spürte ich seinen Schmerz tief in mir drin?
Eine Träne kullerte meine Wange hinab und ich stieß die Tür mit meiner Magie auf.
Das Bild, was sich mir da zeigte, erschütterte mich noch mehr.
Nero saß auf einem Stuhl, seine Hand war Dämonisch und strahlte heller als die Sonne, hinter ihm erkannte ich Umrisse eines Dämons, es muss wohl sein innerer Dämon sein und Tränen rannen seine Wangen hinab.
„Kyrie..." fing mein Vater an, doch ich ging langsam auf Nero zu.
Ich sollte auf ihn sauer sein, ihn weiter bis in den Tod hassen, doch ging ich auf ihn zu, kniete mich vor ihm hin und wischte mit meinen Daumen die Tränen von seinen Wangen.
„Damon und seine Familie sind nicht umsonst gestorben, das verspreche ich dir.
Ich werde höchst persönlich dafür sorgen, dass es so ist und jeden Dämon umbringen, der mir in die Quere kommt." flüsterte ich ihm zu, legte dann meine Hand auf seine und drückte sie leicht an.
„Heißt es, du willst leben?"
Ich nickte zögerlich.
„Ich kann keinen Frieden finden, nicht bevor ich alle gerächt habe, die wegen den Dämonen von uns gegangen sind."

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„Es ist wirklich nicht schlimm, du brauchst nur zur Transformation frisches Menschenblut, danach kannst du dich von Tierblut ernähren, aber du hast dadurch nicht die vollen Kräfte, deswegen bin ich bei Menschenblut geblieben, aber ich trinke die aus Blutspenden."
Alles in mir schmerzte und wollte Blut, ich konnte mich kaum noch auf das konzentrieren, was Norah mir gerade erklärte.
„Gib mir einfach einen Menschen, den ich aussaugen kann."
„Bist du verrückt? Du sollst niemanden komplett aussaugen! Es reicht schon ein Tropfen Menschenblut und du wirst komplett zum Vampir, außerdem haben wir hier eine freiwillige."
Es trat eine Freundin von Cara vor und lächelte mich freundlich an.
„Nein...ich trinke aus niemanden, den ich kenne." keuchte ich.
„Ich will Dir aber helfen, damit du Cara rächen kannst." sagte sie fest entschlossen.
„Norah..." sie reagierte nicht, sondern holte eine Nadel raus und stach Rebecca vorsichtig in den Zeigefinger.
Ein Blutstropfen bildete sich auf dem Finger und ich spürte, wie mein Gesicht sich komisch zusammen zog und mein Verstand nur noch auf das Blut fixiert war.
Ich nahm ihre Hand, setzte meinen Mund an ihren Finger und begann dran zu saugen.
Erleichterung machte sich in mir breit, ich fühlte mich wieder lebendig und der Schmerz war endlich weg.
„Kyrie, es reicht." Norah zog mich von Rebecca weg, doch ich wollte noch mehr Blut.
Ich entriss mich aus Norah's griff und griff Rebecca an.
Gerade als ich meine Reißzähne in ihren Hals gerammt hatte und anfing zu trinken, wurde mir an den Kopf gepackt, dieser wurde schnell und stark zur Seite gedreht, sodass mein Genick brach und ich bewusstlos umfiel.

Als ich aufwachte, lag ich auf meinem Bett, mein Nacken tat noch immer weh und als ich zur Tür blickte, stand da mein Vater der mich Kopfschüttelnd ansah.
„Du bist wie meine Brüder. Einmal Blut geleckt, kannst du nich aufhören und willst immer mehr."
„Da-Dad ich...ich wollte es nicht! Ich...ich...ich musste einfach, es...war wie ein Instinkt."
Mein Vater setzte sich neben mich hin und legte eine Hand auf meine Schulter.
„Ich weiß, wie du dich fühlst, aber du musst dich unter Kontrolle haben, sonst endet das hier in einem Blutbad."
„Ich weiß. Es tut mir leid."
Es blieb eine Weile still, bis mein Dad wieder anfing zu sprechen.
„Herzlichen Glückwunsch, du bist jetzt offiziell der erste Hybrid aus Hexe und Vampir."
„Ob ich mich Freue, lässt sich drüber streiten."
„Sieh es nicht so negativ. Du hast jetzt dafür viel mehr Vorteile."
„Aber auch Nachteile. Ich wollte eine Familie, ich wollte Kinder und jetzt bin ich ein Vampir.
Ich bin Tod! Ein lebender Toter, fast wie ein Zombie! Wie soll ich mich drüber freuen?"
„Kyrie, du musst ruhig bleiben, alles was du als Mensch empfunden hast, empfindest du jetzt zweimal so stark."
Ich legte mich zurück aufs Bett.
„Noch ein Nachteil." murmelte ich.
„Machmal ist es sogar gut, alles viel mehr zu empfinden, da du dann Entscheidungen leichter treffen kannst. Außerdem kannst du als Vampir alles bis zu zehn Kilometern Entfernung hören, Menschen Dinge vergessen lassen, bist ungeheuer schnell und kannst gut sehen. Ein blöder Nachteil ist, dass du Hereingebeten werden musst, sonst kannst du das Haus nicht betreten."
„Gibts auch was richtig mieses an der Vampir Geschichte?"
„Ja. Wenn du den Schalter umlegst, bist du mehr wie ein Dämon als ein Mensch und glaub mir, das willst du nicht, also lege um alles in der Welt nicht diesen Schalter um und behalte deine Menschlichkeit."

Pretty HellWo Geschichten leben. Entdecke jetzt