Mit wütenden Gesichtsausdruck und schnellen Schritten war ich aus der Bibliothek gestürmt, nachdem ich mich von Michael verabschiedet hatte.
Nero und Kyriana rannten mir natürlich gleich hinterher, doch ich ließ mich nicht von Ihnen beirren und lief weiter durch die Villa, mit meinem Ziel vor Augen, Richtung Wohnzimmer.
„Alohomora." sagte ich laut und hielt meine Hand richtig Tür, während ich immer noch lief.
Diese sprang mit einem lauten Geräusch auf und ich stürmte ins Wohnzimmer, wo mein Vater und die DeLavega Brüder am Tisch saßen.
Ich ballte meine Hand zur Faust und haute damit einmal fest auf den Tisch und schaute Dante tief in die Augen.
„DU WUSSTEST ES DIE GANZE ZEIT!" schrie ich ihn an.
Er zuckte kurz zusammen, schaute danach standhaft zurück.
„Ja, ich wusste es. Die ganze Zeit über, aber ich war mir anfangs nicht sicher."
„WIE KANN MAN SICH NICHT SICHER SEIN BEI SO EINER SACHE! ICH BIN IHRE TOCHTER, VERDAMMT UND DU WUSSTEST ES DIE GANZE ZEIT!"
Mein Vater schaute verwirrt zwischen Dante und mir hin und her, genauso wie Virgil.
Nero, Kyriana und Kenay kamen ebenfalls ins Wohnzimmer gestürmt und schauten dem Szenario zu.
„Kyrie, was ist hier eigentlich los?" fragte mich mein Vater und ich funkelte Dante noch einmal wütend an, bevor ich meinen Blick zu meinem Vater wendete.
„Das solltest du Dante fragen."
Er blieb still und sagte nichts, mein Vater schaute mich irritiert an, dann Nero und Kyriana.
„Sie wollte doch in die Bibliothek, wisst ihr vielleicht, was hier los ist?" fragte er diesmal die beiden, doch sie zuckten mit den Schultern.
„Wir haben sie bis zur Bibliothek begleitet und auch weiter bis zum Ende des Raumes-"
„Du meinst wohl verfolgt." gab ich bissig meinen Kommentar ab.
„Wie auch immer, sie ist in den Verbotenen Teil der Bibliothek und hat uns vor diesem Teil sozusagen ausgesperrt.
Wir haben drei Stunden auf sie gewartet, dann ging die Tür auf und sie stürmte unnormal wütend an uns vorbei.
Also keine Ahnung was da drinnen passiert ist, aber es muss sie echt sauer gemacht haben." sagte Kyriana schließlich.
„Kyrie, ich hab dir doch gesagt, dass du ohne einen DeLavega nirgends hinlaufen sollst. Vor allem allein."
Noch mehr Wut schoss durch meine Adern und ich war kurz davor zu explodieren.
„Ich brauche keinen Babysitter! Habt ihr alle vergessen, dass ich die Dämonen mit einem Schlag alle umgebracht habe? Habt ihr vergessen, dass ich sozusagen halb Dämon und halb Engel bin?! ICH KANN AUF MICH SELBST AUFPASSEN!" schrie ich zum Ende hin.
„Kyrie, bitte verliere jetzt nicht die Fassung, du bist sauer auf meinen Bruder und lässt es jetzt an jeden hier raus.
Sag uns lieber, was er getan hat, dass du so sauer bist." sagte Virgil und ich beruhigte mich ein wenig.
„Gut. Ihr wollt wissen, was Dante getan hat? Er hat uns die ganze Zeit etwas sehr wichtiges verschwiegen." Ich Wendete mich wieder zu Dante und plötzlich wurde die Wut zur Trauer.
„Du hast uns verschwiegen, dass du meine Mutter kanntest, nicht nur dass, ihr wart beste Freunde. Du wusstest es von Anfang an, du wusstest die ganze Zeit, wer ich wirklich bin, aber du hast geschwiegen." eine Träne kullerte aus meinem Auge.
„So ein Drama, alles nur weil er dir nicht gesagt hat, dass er mit deiner Mutter befreundet war?" Kyriana's billiger Kommentar machte mich wieder so wütend, also nahm ich den nächstbesten Gegenstand und warf ihn in ihre Richtung, doch leider fing Nero diesen auf.
„Was sollte das, Kyrie?!" fragte Nero aufgebracht, Kyriana stand hinter ihm, schmiegte sich an seinen Rücken und schaute mich ängstlich an.
„Wenn sie nicht versteht, welchen Wert meine Mutter für mich hat, nur weil SIE keine hatte, soll sie ihre beschissene Meinung bei sich behalten!"
Kyriana schaute mich schockiert an und fragte dann Nero, woher sie das wusste.
„Nero hat mir eure ganze Geschichte offenbart, also sei nicht beleidigt." ich grinste sie an und drehte meinen Kopf kurz zu meinem Vater, dieser schüttelte entrüstet seinen Kopf.
„Mach dir nichts draus, Kyriana. Sie hat erst vor einigen Tagen ihren Freund verloren."
Jetzt schaute sie mich schockiert an, dann mitleidig.
„Oh! Das tut mir aber leid! Ich...Ich wusste nicht-"
„Ist schon gut. Aus dem Tod erwachte Menschen bekommen sowas halt nicht mit." Sagte ich bissig und drehte mich dann zu Dante.
„Ja, deine Mutter war meine beste Freundin.
Ich habe sie immer beschützt und ihr dabei geholfen, die Dämonen zu töten.
Als du auf die Welt kamst, wollte ich dich auch beschützen, da Engel diese Ausstrahlung haben, als müsste man sie schützen, aber dann entpuppen sie sich als richtige Kampfgeister.
Als du vier Jahre alt wurdest, fingst du an so eine enorme Aura auszustrahlen, die sogar die Dämonen in der Hölle spüren konnten und so geschah es, dass sie deine Mutter fanden.
Bevor die Dämonen ankamen, hängte sie Dir das Amulett an, da es deine Aura zurückhält und dich beschützt, dann bat sie mich, euch in Sicherheit zu bringen, also brachte ich euch erstmal zu einer gemeinsamen Freundin von uns, Violett, kannst du dich an sie erinnern?"
Ich nickte und erinnerte mich an die alte, nette Frau.
Sie hat mich und Kenay immer so gut behandelt und uns jeden Wunsch aus den Augen abgelesen.
Ich hab furchtbar geweint, als sie gestorben ist, sie starb kurz bevor ich aus meinem Koma erwacht bin.
„Ich holte danach Nero und Virgil, um Gabriela und Kay zu retten, aber als wir ankamen, war da keine Spur von Ihnen, nur Dämonen, die freudig in Blut tanzten und ich wusste, dass es zu spät war.
Wir töteten die Dämonen und kurz darauf kamen die Wölfe aus dem Rudel von Kay und sie machten uns für ihren Tod verantwortlich. Den Rest kennt ihr ja schon."
Ich schüttelte meinen Kopf, ich konnte es nicht glauben und rannte dann einfach hoch in mein Zimmer.
„Kyrie? Kann ich rein?" erklang die Stimme meines Vaters hinter der Tür.
„Klar."
Er war der einzige, den ich gerade sehen wollte.
Mein Vater öffnete die Tür und setzte sich zu mir aufs Bett.
„Ich hab gesehen, wie du mit Kyriana gesprochen hast. Was ist denn mit dir los, Kyrie? So kenne ich dich gar nicht."
Ich zuckte mit den Schultern.
Gott sei dank sagte er nichts zum Geständnis von Dante.
„Ist es wegen Shane's Tod? Bist du deswegen so aufgewühlt?"
Ich schüttelte den Kopf.
„Wieso denkt jeder, es wäre wegen seinem Tod? Wir hatten uns einige Tage zuvor getrennt, da ich eben nichts mehr als Freundschaft für ihn empfunden habe und ich ihm nichts Vorspielen wollte! Es ist..."
Ich blieb still.
„Ich liebe dich, Nero."
Stille. Viel zu lange Stille.
„Ich...Ich liebe dich auch, Kyriana."
Ich brach in tränen aus und stürzte mich in die Arme meines Papa's.
„Ich liebe ihn!" schluchzte ich in seine Brust.
Er strich mir langsam durch die Haare.
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Pretty Hell
ParanormalNach einem schrecklichen Vorfall zieht Kyrie mit ihrem Bruder, Kenay, nach New York, um ihr Leben von neu zu beginnen. Einige Monate leben sie dort friedlich, bis nach und nach die grausame Wahrheit ans Licht kommt und die Hölle auf Erden ausbricht...
