Ich war nun seit einer Woche ein Vampir, in dieser Woche kam ich öfters blutverschmiert nach Hause, da ich den Dämonen wortwörtlich den Kopf Abriss.
Mein Vater meinte zu mir, dass ich um alles in der Welt meine Menschlichkeit nicht abschalten soll, aber ich habe das Gefühl, dass es dafür schon lange zu spät ist.
Ich bin zu einer grauenvollen Bestie geworden, welche realisiert hat, dass Dämonenblut sie viel stärker macht.
„Kyrie, wie siehst du denn aus?" fragte mich Nero fassungslos, schaute mich entsetzt an.
„Hab paar Dämonen getötet, Problem?" fragte ich bissig.
„Nein, ich hätte nur nie gedacht, dass du die Worte ernst gemeint hast."
„Das habe ich aber."
„Ich hätte es dir ehrlich gesagt nicht zugetraut, da du...nicht so gewalttätig bist."
„Warst. Da ich nicht so gewalttätig war. Seit ich ein Vampir bin, hat sich alles geändert, diese Wut, die ist größer, das Verlangen nach Rache und das Verlangen nach-" ich stoppte.
Was wollte ich da gerade sagen?
Das Verlangen nach ihm?
Ich schüttelte meinen Kopf.
„Nach?" hakte er nach.
„Nach Shane." log ich.
Er nickte zaghaft, etwas trauriges blitzte in seinen Augen auf.
„Okay. Als Vampir ist es normal, du wirst dich in einigen Wochen dran gewöhnt haben."
Nero lief an mir vorbei, den Weg in die Stadt entlang und ich wollte ihm hinterher rennen, ich wollte ihn umarmen und anflehen, dass er bleibt, dass er mich nicht so verächtlich ansehen soll, denn es tat mir weh.
„Ist alles okay?" fragte mich mein Bruder, der gerade aus der Tür gekommen ist.
„Ich weiß nicht, ob man meinen akuten Zustand als okay bezeichnen sollte."
Mein Bruder lachte und legte einen Arm um mich.
„Als Vampir kommst du viel mehr aus dir heraus."
„Meine gewalttätige, aggressive Seite, Ja. Meine Liebe, nette und Friedliche Seite ist wie weggeblasenen."
Mein Bruder schaute mich besorgt an.
„Deine Seele ist hin und her gerissen. Du solltest dich drum kümmern, dass du wieder zu dir selbst findest, sonst endest du wie Elijah's älterer Bruder, der an seiner Zerrissenheit den Weg ins Jenseits gefunden hat."
Ich atmete laut aus.
„Ich weiß und glaub mir, ich habe seit meiner Verwandlung in den Büchern nach einem Zauber gesucht, der meine Seelen vereint, aber ich fand nichts.
Genau jetzt wünsche ich mir nichts mehr, als dass Mutter hier wäre." eine Träne kullerte meine Wange hinab.
„Ich weiß, das wünschte ich mir auch." mein Bruder nahm mich in den Arm.
„Warum ausgerechnet Sie? Sie war ein Mensch und so voller liebe und Unschuld. Sie hätte niemanden ein Haar krümmen können."
Ich schluchzte in die Schulter meines Bruders und spürte, wie meine Seele sich mehr zerriss.
„Es tut so weh." heulte ich, meine Wangen waren Tränengenässt.
„Psshhh. Es wird aufhören. Das verspreche ich dir."
Kenay P.o.V
„Elijah, können wir kurz reden?" fragte ich den Vater meiner Schwester.
„Natürlich, was liegt Dir auf der Zunge?"
„Kyrie. Seit sie ein Vampir ist, habe ich immer mehr zu sehen bekommen, wie sie daran zerbricht, es scheint so, als hätte die Depressionen."
Elijah fuhr sich durchs Gesicht und schaute mich entrüstet an.
„Den Schmerz, den sie als Hexe verbergen konnte, kommt jetzt raus, da sie es als Vampir nicht mehr kann. Als Vampir fühlt man alles auch mehr als wenn man ein anderes Übernatürliches Wesen ist und obendrauf ist sie ein Hybrid aus zwei Übernatürlichen Wesen, die sich nicht ausstehen können, obwohl die Vampire erst durch die Hexen existieren."
„Also leidet sie wirklich an Depressionen?"
„Das kann gut sein, immerhin hat sie in ihren beinahe 19 Jahren sehr viel leid erlebt, denn sie nicht leben lassen, sondern ihn in sich reingefressen hat. Kyrie ist stark, aber als Vampir hat man so seine Nachteile, da man da emotional schwächer ist, wenn man die Menschlichkeit behält."
Ich nickte.
„Außerdem kann es gut sein, dass ihre Seele nicht weiß, welcher übernatürlichen gestallt sie nun gehört, da sie nicht als Hybrid Geboren wurde."
„Also liegt es nicht nur an den Schmerz, den sie verdrängt hat, sondern auch an ihrem Wesen?"
„Genau. Und du weißt, was mit hin und her gerissenen Hybriden passiert."
Ich schluckte hart und wollte es mir nicht vorstellen, da es schon zwei mal passiert ist.
„Sie sterben einen schmerzhaften Tod."
Elijah nickte.
„Gibt es irgendeinen Zauber, der Kyries Seele mit beiden Wesen verbinden kann?"
„Kenay, wenn ich wüsste, dass es so einen Zauber gibt, dann hätte ich ihn Kyrie doch schon längst gegeben. Ich kann es auch nicht ertragen, sie so zu sehen."
Diesmal nickte ich, bedankte mich bei Elijah und ging aus seinem Büro raus.
Ich kann nicht einfach tatenlos dabei zusehen, wie Kyrie an sich selbst zerbricht!
Ich wollte gerade wieder raus zu Kyrie, die einsam auf der Bank gegenüber des Sees saß und das Wasser monoton anstarrte.
„Kenay."
Ich drehte mich um und sah Nero, der an der Wand gelehnt stand.
„Was willst du?"
„Ich habe von Kyrie's Problem Wind bekommen und ich kann euch helfen. Ich kenne nämlich einen Zauber, der die Seele zusammenflicken kann, aber ich muss erst an ihn heran kommen."
„Es gibt so einen Zauber wirklich?" fragte ich fassungslos.
„Ja, die fünf Urhexen haben ihn irgendwo in einer geheimen Bibliothek versteckt, eigentlich wissen nur sie, wo sie ist, aber dadurch, dass ich mit Tiffanya verlobt war hat sie mir den geheimen Ort gezeigt.
Gib mir eine Woche und du hast den Zauber."
DU LIEST GERADE
Pretty Hell
ParanormalNach einem schrecklichen Vorfall zieht Kyrie mit ihrem Bruder, Kenay, nach New York, um ihr Leben von neu zu beginnen. Einige Monate leben sie dort friedlich, bis nach und nach die grausame Wahrheit ans Licht kommt und die Hölle auf Erden ausbricht...
