Ich wachte auf, spürte Wärme um mich herum und als ich mich aufsetzte, sah ich, dass ich in meinem Zimmer war.
Ich starrte auf meine Bettdecke und versuchte zu verarbeiten, was heute geschehen war.
„Du hast also Yamato getroffen?"
Ich schaute auf und erblickte meinen Vater, der im Türrahmen stand, ich nickte als Antwort auf seine Frage.
„Wo ist Nero?"
„Er ist direkt wieder gegangen, als er dich im Bett abgelegt und mir das Geschehene erklärt hat."
Ich nickte wieder.
Es war wieder wie am Anfang.
Er distanzierte sich von mir, also war doch was wahres an Yamatos Geschichte dran.
„Kyrie, ich weiß, es ist schwer zu verstehen, wenn du nicht den Grund dafür kennst, aber Nero will dich nicht mehr in seiner Nähe haben."
Es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht.
„Wieso? Ist es wegen Yamato? Ich glaube ihm kein Wort! Ich-"
„Es ist wegen Dir. Er will dich beschützen, aber um das zu können, kannst du nicht mehr in seiner Nähe sein."
Ich schluckte hart und nickte ganz langsam.
Er will mich beschützen, aber wovor?
Mittlerweile war eine Woche vergangen, in der ich Nero nur flüchtig sah, dieser schenkte mir aber keinen Blick.
In dieser Woche machte ich aber mehr mit Shane, da ich ihn in den letzten Wochen ziemlich vernachlässigt hatte.
Wie liefen gerade Hand in Hand zu mir nach Hause, als der Himmel sich plötzlich verdunkelte und wir beide schon das schlimmste befürchteten.
„Nichts gegen die DeLavegas, aber ich wünschte, sie würden immer noch in der Hölle schmoren, dann wären die Dämonen weiterhin eingesperrt gewesen. Was auch immer den Zauber der fünf Urhexen gebrochen hat, hat für reinstes Chaos gesorgt." sagte Shane, als er die Dämonen im Himmel fliegen sah.
„Ich dachte, keiner kann einen Fluch brechen, wenn er von allen fünf Urhexen ausgesprochen wurde?" fragte ich Shane.
„Dachte ich auch, das ist uns allen ein Rätsel, aber wer oder was auch immer den Fluch gebrochen hat, ist mächtiger als jedes Übernatürliche Wesen, was je existiert hat.
Außer Satan und Gott, aber an sie kommt keiner ran."
Ein Dämon kam direkt auf uns zugeflogen, ich ballte meine Hand zu einer Faust, holte aus und traf ihn.
Vor kurzer Zeit hatte ich meine Hände verzaubert, wenn sie einen Dämon treffen, der weniger mächtig als Yamato ist, zerfällt dieser sofort zu Blut.
„Du lernst schnell dazu." sagte Shane, dieser schaute erstaunt auf die Blutpfütze.
„Seit mich Yamato im Park aufgesucht hat, will ich mich wenigstens gegen diese Pisser Dämonen wehren können, ohne erstmal eine halbe Ewigkeit einen Zauberspruch aufsagen zu müssen."
„Das ist auch gut so."
Shane kam meinen Gesicht immer näher, er wollte gerade seine Lippen auf meine legen, doch etwas schleuderte uns weg und als ich aufsah, sah ich Yamato.
„Mit den Mondsichelwölfen gibst du dich ab, Mikaelson?"
Ich wollte gerade zum Reden ansetzten, doch Shane packte mich am Handgelenk und zwang mich in seine Augen zu sehen und ohne dass ich es wollte, könnte ich seine Gedanken lesen.
„Er wollte alle, aus der Familie Sheron töten. Es ist besser, wenn er nicht weiß, wer du wirklich bist."
Ich nickte ihm zu und wendete mich dann wieder Yamato zu.
„Und? Hast du ein Problem damit?"
„Du hast eine Schwäche, solche wie du sollten keine Schwächen haben, aber das ändern wir noch." er grinste mich dreckig an.
„Ich bin ein Mensch und kein Monster. Ich hab mehrere Schwächen. Den Menschen in mir wirst du auch nie zerstören können!"
„Große Worte für ein gebrochenes Mädchen. Denkst du etwa, ich weiß nicht, wie viel leid du ertragen musstest?
Tochter eines Vampirs, die Mutter an deiner Geburt gestorben und noch so vieles mehr. Wir beobachten dich seit deinem ersten Tod, wir waren die Stimmen, die dich riefen - die dich in den Wahnsinn trieben.
Du bist nicht so stark, wie du behauptest zu sein, Kyrie.
Du bist schwach, aber trotz dessen willst du die beschützen, die du liebst."
Ich bekam Panik.
Wenn er und die anderen Dämonen mich seit diesem Tag beobachten, mussten sie doch wissen, dass Kenay mein Bruder ist, doch wieso nennen sie mich Mikaelson?
„Schöne Theorie, aber ich habe keine Angst. Nicht vor Dir oder sonst wem."
Ich wollte gerade ausholen und Yamato eine verpassen, doch wurde meine Hand abgebremst.
„Das nützt nichts. Yamato ist genauso wie eine Kakerlake."
Vor mir stand Nero, meine Faust war in seiner Hand eingeschlossen.
„So sieht er auch aus." nuschelte ich in meine Haare.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du dich von Kyrie fern halten sollst?"
„Ich kann Kyrie eine tolle Zukunft bieten!"
„Eine Zukunft als Prostituierte für Dämonen, die dann dauerhaft schwanger ist? Das nennst du Zukunft?"
„Immerhin bin ich ehrlich, im Gegensatz zu dir."
Es artet gleich in einem Kampf aus, das spüre ich, doch was meint Yamato mit, dass er im Gegensatz zu Nero ehrlich ist?
Mir stieg der Duft von angebranntem Essen in die Nase, dieser war aber ganz leicht und kaum bemerkbar, aber der leichte Duft kam aus Neros Hand, weswegen ich auch einen Blick drauf warf und sah, dass diese sogar leicht dampft.
„Nero..?"
Er schaute mich kurz an, folgte dann meinem Blick und ließ meine Faust sofort los.
Er murmelte etwas, was wie fluchen klang und drehte sich dann zu uns.
„Ich bring euch nach Hause." sagte Nero und lief voraus.
Erst brachten wir Shane nach Hause, dieser küsste mich liebevoll zum Abschied und verschwand dann in seinem Haus.
Vor meiner Tür blieb ich angewurzelt stehen, drehte mich dann doch um und erhaschte einen kurzen Blick auf Neros Hand, welche verbrannt war.
Meine Verzauberte Hand funktionierte nur bei Dämonen...warum zum Teufel hat sie auch bei Nero reagiert?!
„Du willst Antworten, hab ich recht?"
Ich schaute zu ihm auf und nickte langsam.
„Ich-Ich weiß nicht mehr, wem ich glauben soll, Nero! Und ich bin mir nicht mal mehr sicher, wer du bist! Du warst mir seit Tag eins ein verdammtes Rätsel, aber wenn du weiterhin so in meinem Leben rumgeistern willst, musst du mir endlich sagen, was Sache ist!"
Er fuhr sich mit der Hand durchs Gesicht und schaute verzweifelt durch die Gegend.
„Gut, wenn du unbedingt die Wahrheit erfahren willst, komm mit."
Ohne auf meine Antwort zu warten zog er mich mit und ehe ich mich versah, waren wir urplötzlich in einer Ruine drinnen wo Neros Rechte Hand aufeinmal keines Wegs mehr menschlich aussah und grell blau leuchtete.
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Pretty Hell
ParanormalNach einem schrecklichen Vorfall zieht Kyrie mit ihrem Bruder, Kenay, nach New York, um ihr Leben von neu zu beginnen. Einige Monate leben sie dort friedlich, bis nach und nach die grausame Wahrheit ans Licht kommt und die Hölle auf Erden ausbricht...
