Das Verhältnis zwischen Shane und mir ist wieder besser geworden, ich verbrachte mehr Zeit mit meinem Dad und übte was das Zeug hält, um endlich paar blöde Federn schweben zu lassen.
Hexen war doch nicht so einfach wie ich dachte.
In der Schule ging ich Nero aus dem Weg, aber egal wo ich war, da war er auch.
Wir standen gerade auf dem Pausenhof und ich spürte einen stechenden Blick auf mir.
Shane schlang seine Arme von hinten um mich und drückte mir einen Kuss auf den Kopf.
„Was ist denn mit dir los?" fragte er mich dann.
„Nero starrt die ganze Zeit her." sagte ich, Shane zuckte nur mit den Schultern.
„Er hasst uns alle einfach. So guckt er jeden an."
Jeden?
Ich konnte nicht glauben, dass er wirklich jeden so ansieht.
Er schaut uns verletzt und verraten an.
Anscheinend bemerkte er meinen Blick, der sich von genervt zu Mitleidig geändert hatte und schaute uns dann nur noch abschätzend an.
Ich atmete leise aus und machte mir dann keine Gedanken mehr.
Vielleicht hatte Shane recht und er hasst uns alle einfach wirklich.
„Oh man, Leute! Diesen Freitag ist schon der Ball! Ich freu mich soooo tierisch drauf!" kreischte Cara.
Wir alle schüttelten den Kopf.
„Du willst dir doch nur Typen klären!" sagte Kyle, einer von Shane's Freunden und wir brachen alle in Gelächter aus.
Cara wurde rot wie eine Tomate und verneinte es tausend mal.
„Ihr wisst, dass ich schon lange nicht mehr - OH DER IST SCHEIßE HEIß!"
Wir fingen wieder an zu lachen.
Cara wird sich nie verändern, egal wie sehr sie sich bemüht, das finde ich auch nicht schlimm.
Wir lieben sie nämlich so wie sie ist.
„Ehh...Themenwechsel! Hast du schon passende Schuhe zum Kleid?"
Ich nickte und kurz darauf klingelte es zum Unterricht.
Da ich als einzige jetzt Sport hatte, lief ich auch alleine zur Sporthalle, doch plötzlich wurde ich an der Schulter gepackt und umgedreht.
„Was waren das für Blicke vorhin?"
Ich schaute in eisblaue Augen, die mich wütend anfunkelten.
„Ich...was?"
„Du hast schon richtig gehört."
Als ich realisierte, wer hier vor mir stand und was ich heute tatsächlich getan hatte, schubste ich Nero von mir weg und sah ihn wütend an.
„Was wagst du es überhaupt, noch mit mir zu reden?!"
„Ich rede, mit wem ich will. Außerdem hast du dich damals gefreut mich zu sehen, weißt du noch?"
„Ich war überfordert und du kamst halt gelegen, aber jetzt weiß jeder davon, also brauchst du dich jetzt nicht besonders zu fühlen." ich drehte mich um und lief weiter, doch nach einigen Schritten blieb ich stehen, drehte mich jedoch nicht um.
„Ich hab dich heute mitleidig angesehen, weil du mir leid tatest. In deinem Blick schwirrte Verletzlichkeit und verrat."
„Da täuscht du dich gewaltig, Kyrie.
Ich hasse einfach jeden, es ist meine Natur Hass zu verbreiten. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, verletzt zu sein, weder noch verraten zu werden. Ich bin derjenige, der verletzt und verrät, weil ich böse bin und böses wird gehasst und zeigt auch nur hass."
Ich blieb weiterhin mit dem Rücken zu ihm stehen.
„Ich weiß. Ich habe mich für einen kurzen Moment getäuscht."
Somit lief ich weiter Richtung Sporthalle, die Worte von Nero in meinem Kopf schwirrend, wie auf Replay und unerklärlich, wieso diese Worte mir mehr weh taten, als sie es tun sollten.
Sie sollten mir eigentlich gar nicht weh tun, die Worte sollten mir egal sein, aber ja, seine Worte trafen mich.
Sehr, sehr tief sogar.
DU LIEST GERADE
Pretty Hell
ParanormalNach einem schrecklichen Vorfall zieht Kyrie mit ihrem Bruder, Kenay, nach New York, um ihr Leben von neu zu beginnen. Einige Monate leben sie dort friedlich, bis nach und nach die grausame Wahrheit ans Licht kommt und die Hölle auf Erden ausbricht...
