51. Kapitel

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Marvolos Sicht

Eine warme Hand ergriff meine eigene und ich atmete tief durch. ,,Ich bin bereit.", murmelte ich und blickte Teddy in die blaubraunen Augen. ,,Lass uns gehen.", sagte sie leise, ihre Stimme neutral wie immer. Mein Herz schmerzte kurz bei dem Gedanken daran, wie wild und keck sie früher einmal gewesen war - jetzt war sie die fürsorgliche, stille Mrs. Grindelwald. Das Geräusch des Apparierens ertönte und ich keuchte leicht auf. Es war lange her, seit ich zuletzt appariert war - vermutlich schon vier bis fünf Jahre. Unwillkürlich hielt ich mich an Ted fest, als wir im Tropfenden Kessel landeten. Ich hatte keine Sorge, dass mich jemand erkennen könnte. Die Öffentlichkeit hatte mich zuletzt vor mehr als zehn Jahren gesehen und seitdem hatte ich mich auch einen kleinen Bart wachsen lassen. Ted selber war eine Spur fraulicher geworden, eine sichtbare Falte hatte sich auf ihrer Stirn gebildet und zugenommen hatte sie auch, nachdem Ignotus und Cadmus geboren waren. ,,Komm!", zischte sie mir zu und stieß mich langsam in Richtung Hinterausgang. ,,Sprich nicht so mit mir!", zischte ich vernichtend zurück und erhielt nur einen giftigen Blick, als sie ihren Zauberstab hob und damit gegen die Wand klopfte. Ein Torbogen entstand und ich blickte sehnsüchtig auf die Winkelgasse. Etwas war anders. Ich bemerkte es an der Art, in der sich die Leute umsahen, das schnelle Hin - und Herhuschen und der schnelle Griff zum Zauberstab. Schmerz durchdrang meinen Geist, als ich merkte, dass alleine der dunkle Lord und die Todesser dafür verantwortlich waren. Ich schüttelte leicht den Kopf und drängte mich durch die Gasse in Richtung Ministerium. Wir hätten natürlich auch den Muggelweg nehmen können, aber weder ich noch meine Ehefrau hielten sonderlich viel von Muggel, das hatte sich nicht geändert, seit wir meinen Vater verlassen hatten. ,,Sieh mal, Mum! Da ist Ollivanders!", hörte ich eine laute, aufgeregte Kinderstimme und lächelte unwillkürlich. Das erinnerte mich an meine eigenen Söhne. ,,Psstt! Rede nicht so laut! Du-weißt-schon-wer ist zwar weg, aber seine Leute sind noch da!", antworte seine Mutter mit einem entsetzten Gesichtsausdruck und blickte sich vorsichtig um, ehe sie ihr Kind bei der Hand nahm und eilig verschwand. Ich verdaute die eben gesehene Szene und schritt auf das Gebäude zu.

,,Entschuldigung?", fragte ich leise und blickte die strahlende Sekräterin an. ,,Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf ist tot!", rief sie grinsend aus und ich bemerkte verdrossen, dass sie betrunken war. ,,Ich weiß, Miss!", zischelte ich und spürte, wie meine Zunge Parsel in meine Worte fließen ließ. ,,Mein Name ist Marvolo Grindelwald und dies ist meine Frau Teddy-Caroline Grindelwald! Wir möchten mit dem Minister und den leitenden Auroren sprechen und es ist mir egal, ob Du-weißt-schon-wer gestern Nachg gestorben ist! Immerhin gibt es jetzt eine Waise mehr in Großbritannien, nicht?! Ist aber auch egal, Hauptsache der dunkle Lord ist weg!", knurrte ich aufgebracht und merkte nicht, wie ich mich in Rage redete. Die Sekräterin war leichenblass und stammelte, ich möge ihr folgen. Ted stolzierte an mir vorbei und ich folgte ihr.

,,Sie sagen, Sie können mir Namen von Todessern bringen, ja?" Millicent Bagnold lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und blickte mich und Ted höhnisch an. Wir wechselten einen Blick und ich nickte fest. ,,Spavin! Das Veritaserum!", bellte sie und ein dünner, hagerer Mann kam eilig und reichte uns jeweils eine Phiole. ,,Wir werden sehen, ob ihr die Wahrheit sagen werdet, Mr. und Mrs. Grindelwald.", sagte sie leise.

Die Erben des Elderstabs ✔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt