Levis POV
Gelangweilt warf ich den Apfel hoch in die Luft, um ihn dann wieder mit derselben Hand, mit der ich ihn geworfen hatte, aufzufangen. Alex und Steven saßen vor dem Flachbildschirmfernseher und spielten FIFA. Ich mochte keine Videospiele, weshalb ich nur zusah und mir Bilder auf Instagram ansah.
"Jaaa, ich hab dich voll fertig gemacht, man!" Alex sprang auf und jubelte über seinen Sieg.
Ich verdrehte genervt die Augen, dann biss ich genüsslich von meinem Apfel ab. Steven wirkte gedemütigt, er funkelte den Fernseher wütend an. Wahrscheinlich grübelte er noch darüber nach, was sein Fehler beim Spielen gewesen war.
"Hast du schon gehört, dass EA Sports im September FIFA 19 rausbringen will?" fragte Alex ihn begeistert. Er liebte alles was mit Fußball zu tun hatte, da waren unsere Interessen mal zur Abwechselung komplett verschieden, denn ich hasste diesen Sport.
"Hä, was ist denn EA Sports?" Steven war manchmal nicht der hellste, dafür war er aber umso lustiger, was wohl auch der Grund war, warum ich überhaupt noch mit diesem Schwachmaten befreundet war.
Alex schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn.
"Das ist die Firma, die das Spiel entwickelt." stöhnte Alex. Ich musste mir das Lachen verkneifen. Es war ein Wunder, dass Steven es bis in die 12. Klasse geschafft hatte.
"Ach so." Steven lächelte, "Ich habe Hunger und geh mir jetzt eine Pizza aufwärmen, wollt ihr auch was?"
"Ja, gerne."
"Ne, ich will nichts." sagte ich, denn ich hatte schon vor dem Verteidigungskurs Gemüsepfanne mit Reis und Hühnchen gegessen. Meine Gedanken drifteten wieder zu Ida ab, als ich daran dachte, wie gut ihr Hintern heute wieder in dieser kurzen Shorts ausgesehen hatte.
Steven verließ den Raum. Nun waren Alex und ich allein. Sicher würde er mich sofort über Ida ausfragen. Ihm gefiel es anscheinend nicht, dass wir uns näherkamen, was ich echt seltsam fand, weil er nie erwähnt hatte, dass er scharf auf sie war und sie hatten auch nie was miteinander, da war ich mir sicher.
"Wie läufts denn so mit Ida?"
Bingo.
"Eigentlich ganz okay, aber ich komme ihr irgendwie nicht näher. Ich weiß auch nicht, ob sie überhaupt was von mir will. Sie ist manchmal so abweisend." ich nutzte die Gelegenheit, um mehr über Ida zu erfahren, denn ich wusste das Alex sie schon lange kannte.
"Ida ist eben nicht, wie die anderen Mädchen, mit denen du sonst was hast. Sie ist schon was Besonderes, wenn du möchtest, dass sie dir vertraut, dann musst du dich schon anstrengen und ihr beweisen, dass du es wert bist." erklärte er.
"Okay und wie mache ich das?" Ich Biss nochmal von meinem Apfel ab.
"Das musst du schon selbst herausfinden."
"Hey, komm schon, man. Manchmal habe ich echt das Gefühl, dass du gar nicht willst, dass ich was mit ihr anfange, weil du selbst auf sie stehst." Alex errötete, entweder vor Wut oder Scham, vielleicht auch beidem.
"Das stimmt nicht. Ich will nur nicht, dass du mit ihr so umgehst, wie mit anderen Mädchen sonst." er verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte mich an. Also wollte er sie nur vor mir beschützen, den großen Bruder spielen. Ich wusste nicht, ob mich das beruhigen oder eher beunruhigen sollte.
"Ich habe dir doch schon mal gesagt, dass ich nicht mehr so bin. Außerdem glaube ich, dass ich Ida wirklich mag. Sie ist anders. So kompliziert, mysteriös irgendwie." ich runzelte die Stirn. In letzter Zeit zerbrach ich mir oft den Kopf über sie und das erfreute mich nicht gerade. "Ich will ihr nicht wehtun, Alex."
"Das hoffe ich auch für dich." er blickte mich immer noch sauer an. Den Mund hatte er zu einer geraden, schmalen Linie verzogen. Es war echt ein bisschen übertrieben, wie er sich aufspielte.
"Ich verspreche es." sagte ich mit einem zögerlichen Lächeln. Ich spürte wie seine Wut verflog, als ich ihn flehend ansah. "Bitte, Alex." bettelte ich.
"Na schön. Ich helfe dir mit Ida." gab er nach. Jetzt war ich derjenige der erfreut eine zur Faust geballten Hand in die Höhe streckte und jubelte. "Als erstes werde ich dir erzählen, was sie an Jungs mag und was nicht."
Ich hörte ihm gespannt zu. Seit dem ersten Tag, an dem ich Ida kennengelernt hatte, wollte ich mehr über sie erfahren. Als ich dann merkte, dass sie überhaupt gar kein Interesse an mir zeigte, spornte mich das noch mehr an. Zuerst war es einfach nur ein Spiel für mich gewesen. Ich wollte mir beweisen, dass ich so gut wie jedes Mädchen rumkriegen konnte, aber mittlerweile konnte ich nicht mehr aufhören an sie zu denken und wollte ständig in ihrer Nähe sein. Es machte mich verrückt.
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About Love
RomanceIda hat lange versucht die Liebe zu finden, doch nachdem sie wieder scheitert, gibt sie es endgültig auf. Sie beginnt ihr Herz vor der Welt zu verschließen. Jedoch trifft sie dann auf Levi. Er scheint selbstsicher, ehrlich und ein absoluter Mädchens...
