DREIUNDZWANZIG

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Ich sprinte zur großen Halle, um nicht noch den Rest des Frühstücks zu verpassen.

Die Worte von Harry hatten mich kein Auge zu bringen lassen und ich war fast die ganze Nacht wach-gelegen.

»Ich habe mich in dich verliebt!«

»Ich habe mich in dich verliebt!«

»Ich habe mich in dich verliebt!«

Der Satz wird in meinem Gedächtnis als Dauerschleife immer und immer wiedergegeben. Am liebsten würde ich meinen Kopf gegen eine der Betonsäulen schlagen, doch außer einer Gehirnerschütterung würde es vermutlich nicht viel bringen...

Jetzt, da ich weiß, dass Harry Gefühle für mich hat, ist unsere Situation nochmal um einiges komplizierter geworden.

Warum, musste er es mir auch sagen?

Er meinte zwar, dass ihm bewusst ist, dass ich diese Gefühle nicht erwidern kann und wir trotzdem Freunde bleiben können. Aber ich bin mir sicher, dass es auf Dauer nicht gut gehen wird.

Ich lasse mich auf meinen Platz nieder und beginne mir schweigend Essen auf den Teller zu laden.

»Achtung, Achtung.«, ruft einer der Weasley Zwillinge. »Maddy hat heute besonders schlechte Laune. Das ist ein Fall für Fred und George. Was möchtest du lieber? Saure Gummifrösche oder die lachenden Bohnen?«

Ich schaue auf und werfe -ich glaube das es Fred ist- einen warnenden Blick zu. »Mein Bett!«

Die anderen beginnen zu lachen. Ich verdrehe die Augen und widme mich wieder meinem Essen.

»Definitiv saure Gummifrösche.«, höre ich ihn noch sagen, ignoriere aber seine Worte. Ich habe gerade einfach keinen Nerv dafür übrig.

»Ich habe heute gar keine Lust auf den Unterricht bei Umbridge. Diese dämliche Idee mit der Gruppenarbeit nervt mich jetzt schon.«, beschwert sich Maya.

»Meint ihr, sie vermischt Gryffindor und Slytherin?«, frägt Bella und mein Magen verkrampft sich augenblicklich. Hoffentlich nicht.

»So wie Umbridge drauf ist, mit Sicherheit.«, meint nun Hermine.

Ich schiebe meinen vollen Teller von mir. Mein Appetit hat sich in Luft aufgelöst. Bei meinem Glück werde ich einen blöden Partner bekommen, oder noch schlimmer ich muss mit Harry zusammenarbeiten. Ich hebe meinen Blick, doch besagter ist gerade mit Ron in eine Diskussion über Quidditch vertieft.

»Maddy.« Bella tippt mich von der Seite an. »Heute Morgen ist ein Brief für dich angekommen.« Sie greift in ihren Umhang, holt einen beigen Umschlag heraus und reicht ihn mir.

»Danke!«, sage ich knapp und lasse den Umschlag, ohne zu schauen, von wem er ist, in meinem Umhang verschwinden. Ich könnte es im Moment nicht ertragen, einen Brief von Graham zu lesen. Wenn ich nur daran denke, was er mir für liebe Sachen schreibt, kommt sofort das schlechte Gewissen zurück.

Harry hat dich geküsst.

Du hast es zugelassen.

Du bist eine schlechte Freundin!

+++++

Gemeinsam mit Bella und Maya, mache ich mich auf den Weg zum Unterricht bei Umbridge. Meine Hände zittern und fühlen sich schwitzig an.

»Von wem ist denn der Brief Maddy?«, frägt Maya, doch ich zucke nur mit den Schultern.

»Ich weiß es nicht, ich habe noch nicht nachgeschaut.«

AVER - fire & iceWo Geschichten leben. Entdecke jetzt