Warrior Conquest: 4

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Warte."

„Warum?", fragte ich weich und stoppte nicht. „Weil ich Energie sehe. Direkt da vorne, beim Wasser."

Seine Worte hinnehmend, näherte ich mich einer schwach leuchtenden Ansammlung an Büschen und Sträuchern. Sie verdeckten meine Sicht auf das, was dahinter lag. „Okay.", „Dann halt auch an. Oder was machst du jetzt?"

Ehrlich gesagt war ich neugierig, wem ich dort begegnen würde. Mit wem ich diese wundervolle, farbenfrohe Nacht vielleicht teilen könnte. Grade, als ich dachte, Vincent würde in Angstschweiß ausbrechen, da ich seiner Bitte nicht nachkam, entspannte er sich wieder. „Es ist nur Lilly."

Mein Herz machte einen aufgeregten Satz, als ich den Namen der Wasserhybridin aufschnappte. Auch wenn ich noch immer tiefenentspannt war, als hätte ich alle Zeit der Welt, packte mich ein wenig freudige Aufregung. Mit schnelleren Schritten, schob ich einige Zweige und Ranken fort, um in das Gebüsch zu kriechen. Kleine, flimmernde Partikel stiegen in die Höhe, als mein Fuß auf den weichen Boden trat. Langsam, bedacht kämpfte ich mir den Weg voraus frei. Achtete darauf, keinen Zweig zu zerbrechen, kein Blatt zu zerreißen. Alles fühlte sich lebendig an. Zu lebendig, um Schaden anzurichten. Dennoch knackte es mehrfach laut, als ich meinen Körper hindurchzwängte und immer wieder an dem Geäst hängen blieb. „Ups", entkam es leise aus meinem Mund. Doch es lohnte sich. Wirklich. Schon als ich durch die Lücken sehen konnte, entdeckte ich, wohin der hellblau strahlende Bach führte. Er mündete in einem Teich, der von unten glühte. Als würde er dem Universum Konkurrenz machen wollen, schimmerten zwischen den leuchtenden Farben des Wassers, tausend bunte, aufsteigende Partikel. Kleine Punkte, hüllten diese wunderschöne Lichtung in die geheimnisvollen, gedämpften Farben des Nachthimmels.

Dort saß sie. Lilly, die kleine Hybridin, hatte sich über das Ufer des Teiches gebeugt. Ihr schwarzes Haarband wackelte, wirkte wie lebensechte Hasenohren, die sich gespannt zur Wasseroberfläche drehten. Lächelnd ließ ich den Busch hinter mir, schlenderte gelassen über die beleuchtete Wiese, an einer kleinen Ansammlung von hellroten Pilzen vorbei, zu meiner Freundin.

Sie wusste, dass ich da war. Tief durchatmend, richtete sich ihr Körper auf, ehe Lilly, völlig mit sich im Reinen, mein Lächeln über die Schulter hinweg, erwiderte. „Hey Ava."

Ich war sprachlos, mit Blick in das Wasser. Der Boden des Teiches, dieses weiß-blaue Glühen, erinnerte an wunderschöne, faszinierende Kristalle. All diese Reflexionen, diese sanften, bunten Licht- und Farbspiele. „Wow.", war alles, was ich herausbrachte, ehe ich mich neben meine Freundin, in das grüne Gras kniete. „Ja, nicht wahr?"

Wir schwiegen einen Augenblick, während ich mich, mit einem tiefen Atemzug, auf den Hintern fallen ließ und meine Beine anzog. „Ich bin so froh, dass du teilnehmen konntest."

Meine Stimme war kaum mehr, als ein seichtes Flüstern. „Ich auch. Und ich möchte zeigen, dass ich hierhergehöre. Auch wenn ich es nicht in die Top 20 geschafft habe."

Seufzend rutschte Lilly näher, um ihren Kopf an meine Schulter zu lehnen. Diese Nähe löste eine wohlige Wärme in meinem Herz aus, sodass ich nicht anders konnte, als ihre Geste zu erwidern. „Ich bin stolz auf dich. Rang ist nicht alles, was zählt, weißt du?"

Unsere Blicke lagen noch immer auf dem kristallfarbenen Wasser, verfolgten diese winzigen, bunten Partikel darüber. „Ich bin auch stolz auf dich. Du hast so viel geschafft. Du bist so stark. Nicht nur als Hybrid."

Ihre Präsenz erfüllte mich. Erfüllte mich mit einer wundervollen Geborgenheit. Ließ alles irgendwie perfekt werden. „Danke. Ich hoffe, dass du glücklich wirst. Egal ob mit Kira oder Taylor."

Azure ☆ Straying BirdWo Geschichten leben. Entdecke jetzt