Kapitel 35 Der halbherzige Fluchtversuch

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Ich muss da dringend weg. Besonders, da meine Eltern von einem dieser Kreaturen, einem Vampir regelrecht zerfetzt wurden. Ich stelle schnell die Bücher wieder weg und renne auf direktem Wege zum Bus. Den ich gerade noch erwische und völlig schwer atmend mich erst einmal beruhigen muss. Am Herrenhaus angekommen schleiche ich mich so leise ich nur kann in mein Zimmer und fange hastig an meine 7 Sachen in meine Koffer zu packen und ich bin völlig durcheinander, das ich nicht merke, das ich lauter bin als geplant. Ich bin umzingelt von Vampiren, verdammt nochmal ich hab aber auch immer ein Glück. Nein nicht wirklich!
Plötzlich steht Nicolai stirnrunzelnd in meinem Zimmer.

"Entschuldige bitte Cassandra, wenn ich dich gerade störe, denn ich habe dich beim Abendessen bereits, schon vermisst, wo warst du denn solange und was zum Kuckuck was tust du da? Willst du dich heimlich davon stehlen und abhauen, ohne mir das bitte genau zu erklären, was ist los, ist etwas passiert"?

"Ich kann das nicht mehr Nicolai, Lorie's bösartige Art mir gegen über, Drogo's Drohungen und versuche mich zu vergew..., der Druck und noch so einige andere Dinge machen mir mehr zu schaffen als es mir lieb ist, ich hab mich geirrt, Nicolai, aber ich habe nicht die Kraft mehr und schaffe das alles nicht. Ich gehe nach Hause zurück".

"Warum hab ich nur das Gefühl, dass das nicht der wahre Grund ist? Was ist denn los, vertraust du mir denn nicht mehr"?

Er kommt direkt auf mich zu und nimmt meine kleinen Hände in seine großen und blickt mir tief in meine Augen und da ist dieses Gefühl auf einmal wieder. Ich spüre in mich eindringend ganz plötzlich eine fremde Macht. Nein diesmal lasse ich es nicht zu. Ich schreie Nicolai wütend an.

"Nicolai, verdammt nochmal, hör auf deine Kräfte an mir auszuüben, ich weiß, wer ihr seid. bzw. was ihr seid, verdammt nochmal lass mich los. Ich gehe, ob es dir passt oder nicht".

"Was meinst du denn bitte und was sind wir denn nach deiner Meinung und welche Kräfte meinst du"?

Nicolai sieht mich erbost, aber ernsthaft und enttäuscht zugleich an.

"Hältst du mich denn eigentlich komplett für blöde? Ich habe mal nachgeforscht, ihr esst nie etwas, seid unglaublich stark und schnell, ihr habt kein verdammtes Spiegelbild und so wie es aussieht könnt ihr tatsächlich Gedanken manipulieren, scheiße ihr seid, verdammt noch mal, ihr seid".

"Was sind wir......."?

"Ihr seid verdammt nochmal, ihr seid Kreaturen der Nacht, genauer gesagt seid ihr blutsaugende Vampire. Ich bleibe keine Minute länger mehr hier, bei Vampiren, die mich manipulieren. Ihr seid Monster".

Aus Nicolai's bisher überlegenden und arrogantem Blick, wird jetzt ein ganz trauriger und irgendwie ein verängstigter, aber dann ein liebevoller und väterlicher daraus. Wie der eines Vaters, der beim Lügen von seiner Tochter ertappt wurde, seufzt er laut auf und lässt sich mit hängenden Schultern am Ende des Bettes, neben mir nieder. Er schweigt einige Minuten und starrt zu Boden.

"Shit, wie ist das nur möglich? OK, ja du hast recht wir sind Vampire, aber wie zum Geier hast du das herausbekommen, wir waren doch so vorsichtig. Wir sind nicht die Monster, die in den Büchern beschrieben werden, zu mindestens versuchen wir anders zu sein, uns an die Gesellschaft anzupassen. Im Gegensatz zu unserem Vater, er ist ein solches Monster, wie du uns bezeichnest, er ist derjenige der uns zu denen gemacht hat, die wir heute sind, leider. Aber uns unterscheidet so einiges von ihm.

Wir trinken nicht von Menschen, nicht mehr, sondern holen das Blut aus Blutbanken oder von eigentlich meist von Tieren. Bitte Cassandra, wir würden dir niemals etwas antun, du gehörst zur Familie. Wir brauchen dich so sehr. Jetzt verstehst du sicherlich warum? Weil Lorie auch so schwierig ist, sie ist einfach zu früh verwandelt worden, brauchen wir dich, du bist die 1. die ihr ordentlich Paroli bietet. Bitte bleib bei uns, geh nicht weg bitte verlass uns nicht, ich flehe dich an".

Nicolai tut mir fast schon wieder ein klein bisschen leid. Er sitzt wie ein Häufchen Elend vor mir und ich glaube ihm seine Worte, sie klingen ehrlich, aber ich weiß nicht, ob ich das auch wirklich kann. Nein, ich kann nicht, ich kann nicht bleiben, nein das geht nicht, nicht nachdem ein Vampir über meine Eltern hergefallen ist. Ich bin völlig durcheinander. Nicolai nimmt wieder meine Hände und drückt diese fest an seine Brust. Er ist wirklich verzweifelt, so scheint es mir. Aber ich spüre es auch irgendwie, das er es ehrlich mit mir meint. Aber mein Entschluss steht fest, ich muss gehen, ich ziehe schnell meine Hände zurück, da ich trotzdem doch Angst habe. Nicolai bemerkt meine Angst und sieht mich tief traurig an.

"Bitte Cassandra geh nicht von uns weg, bitte".

Fleht er. Liest er etwa meine Gedanken, weiter?

"Hör auf meine Gedanken zu lesen Nicolai, es geht nicht, ich muss gehen, ich kann nicht mit Vampiren zusammen leben. Nein, das ist unmöglich, nicht nachdem was mit Ihnen gemacht wurde"!

Ich stehe wieder auf und packe weiter meine Sachen.......

"Cassandra ich bitte dich, nein ich flehe dich sogar an, bitte bleib bei uns, du bist mehr als nur Lorie's Kindermädchen, du gehörst doch zu unserer kleinen Familie inzwischen dazu! Moment was meinst du den damit? Mit wem gemacht wurde? Ich verstehe nicht, was du da sagst".

Nicolai scheint den Tränen nahe zu sein, wenn Vampire sowas wie Tränen überhaupt haben. Er ist so verzweifelt, ich setzte mich wieder neben ihn und lege mein Hand auf die seine. Nicolai sieht mich traurig an. In den türkisblauen Augen steht geschrieben.

BITTE, BITTE VERLASS UNS NICHT, WIR BRAUCHEN DICH SO SEHR. Ich seufze laut und tief. Cassandra was tust du nur noch hier, aber sie brauchen mich, rede ich mit mir selbst im Monolog. Ich überwinde meine Angst, sie haben mir ja nichts bisher getan, also nicke ich zustimmend. Nikolai ist sichtlich erleichtert und ist richtig glücklich und umarmt mich ganz vorsichtig.

"Cassandra, Danke, du wirst es nicht bereuen, das verspreche ich dir. Aber was meinst du denn damit, was Ihnen angetan wurde, kannst du mir das mal erklären? Warum diese fürchterliche Angst auf einmal?

Nicolai sieht mich nach wie vor ganz blass und verzweifelt an, aber irgendwie ist auch Erleichterung in seinem Blick zu erkennen

Die Blutlinien meiner Familie (ABGESCHLOSSEN wird überarbeitet 2021)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt