Kapitel 6 - Barnes

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Mein Head-Set knackte. "Sie leiten den Startvorgang ein!", ertönte Marias aufgeregte Stimme in meinem Ohr. "WAS?", brüllte ich und stürmte zu dem nächstgelegensten Fenster. "Fuck.", fluchte ich und wich einen Schritt zurück. "Elle!", beschwerte Steve sich trotz der pikanten Lage sofort. Er hasste es wenn ich fluchte. "Guck aus dem Fenster, danach wirst du es mir verzeihen." Ich zeigte nach draußen. "Also ich verstehe auch nicht ganz, was er dagegen hat. Ist doch schön mal ein bisschen verbotene Wörter um sich zu schmeißen.", philosophierte Sam. "Sorry Sam. Wäre die Lage anders, würde ich jetzt in diese Diskussion voll mit einsteigen, aber leider haben wir grad größeres am Hals." Ich legte ihm entschuldigend eine Hand auf die Schulter. "Was isn hier plötzlich los? Ihr tut so als hätten wir den Stress mit den Wachen nicht schon vorher gehabt." Sam hatte gerade gar keinen Plan. "Ich wünschte es wären die Wachen Sam.", meinte ich seufzend und forderte auch ihn auf, aus dem Fenster zu schauen. Steve zögerte nicht lange. "Die Hell-Carrier werden zum Start vorbereitet. Wir müssen uns aufteilen und die Chips verteilen. Jeder nimmt einen." Auch Sam war sofort in Kampfstellung. "Alles klar Boss. Wir bleiben in Kontakt." Er zeigte auf sein Head-Set und nahm dann die nächste Tür die nach draußen führte. Auch ich schnappte mir einen Chip und wollte mich auf den Weg machen, doch Steve hielt mich am Arm fest. "Nichts da." Ich sah ihn verständnislos an. "Was heißt hier "nichts da"? Du hast doch selbst gesagt wir müssen uns aufteilen." Der ehemalige Soldat schüttelte den Kopf. "Das gilt für Sam. Er schafft das allein. Du bleibst bei mir.", bestimmte er und reichte mir seine Hand. "Soll das heißen du denkst ich schaff das nicht allein? Steve, jetzt hör auf mit diesem Beschützerkram und vertrau mir endlich mal!", beschwerte ich mich. "Wir haben keine Zeit zu diskutieren. Ich bitte dich Eleanor. Vertrau du mir." Nur widerwillig nahm ich seine Hand und folgte ihm nach draußen.

"Immerhin gibt es wenigstens eine gute Nachricht. Natasha ist bereits bei Pierce und verbreitet sämtliche Daten von S.H.I.E.L.D. und HYDRA im Internet. Dein Vater überwacht alles.", informierte mich Steve. Ich seufzte auf. "Wie sollte es auch anders sein.", gab ich etwas genervt zurück. Steves Entscheidung mich nicht alleine gehen zu lassen nagte mehr an mir als es sollte. Anscheinend war ich ihm dafür nicht stark genug, oder er vertraute mir einfach nicht. "Feind auf drei Uhr.", murmelte ich und deutete auf ein paar Strike-Agenten, die auf dem Lagergelände Patrouille liefen. Ich wollte gerade losstürmen, da hielt mich Steve erneut zurück. Fragend und missmutig zugleich, starrte ich auf die Hand, die sich um meinen Arm geschlungen hatte. "Wird das jetzt dein Ding?" Steve schüttelte den Kopf ohne auf meine Frage einzugehen. "Das ich dich nicht alleine gehen lasen habe hat nichts damit zu tun, dass ich dir nicht vertrauen würde.", meinte er, als hätte er meine Gedanken gelesen. "Sondern?", hakte ich nach. "Sondern damit, dass ich weiß das es dir gut geht, wenn du bei mir bist. Ansonsten müsste ich mir ständig Sorgen machen, weil ich wüsste, dass du in Gefahr und vollkommen auf dich allein gestellt bist.", gestand er. "Ach Steve.", seufzte ich und wollte mich gerade bei ihm entschuldigen, als die Situation eskalierte. "Achtung Handgranate!", brüllte Steve und warnte mich damit. Innerhalb von einer Sekunde holte ich mit einer Drehung kräftig Schwung und verpasste der drohenden Handgranate einen Tritt. In etwa zehn Meter Entfernung war ihre Explosion zu hören. Unsere Position war aufgeflogen. "Seite an Seite." Ich nickte Cap zu und stürmte dann gleichzeitig mit dem ihm los, um auf eines der Heli-Carrier zu gelangen. Mit viel Geschick und Kampfgast schafften wir es beide unsere Gegner zu überwinden und versenkten kurzerhand den ersten Chip in einem der Schiffe. "Maria? Kannst du mich hören?" Ich klopfte gegen das Head-Set in meinem Ohr, denn es hatte während meiner Kämpfe einiges abbekommen. Nur schwach konnte ich ihre Stimme hören. "Sam hat ebenfalls einen Chip angebracht. Aber der Kontakt zu Natasha und meinem Vater ist vollständig abgebrochen. Irgendwer oder irgendwas stört das Signal.", rief ich Steve zu. "Maria hat alles versucht. Anscheinend sind wir und Sam die einzigen, die sie erreichen kann. Nicht mal Furys Mikro funktioniert.", fügte ich hinzu. "Das ist im Moment das kleinere Problem.", meinte Steve angespannt. "Wir heben ab.", stellte ich fest. Das passte allerdings nicht so ganz in den Plan. "Wir müssen Sam hierherholen. Er muss uns auf das beschissene letzte Schiff fliegen.", meinte ich und massierte mir die schmerzenden Schläfen. Warum konnte nicht einmal alles nach Plan verlaufen? "Ich weiß nicht ob...", wandte Cap ein, doch ich hob entschlossen meine Hand. "Nein Steve. Es muss sein. Anders können wir den dritten Chip nicht anbringen." Gesagt getan.

"Bei Gott Elle, du bist vielleicht ein Fliegengewicht. Aber der? Puh, der verlangt einem echt was ab." Sam wischte sich den Schweiß von der Stirn und zeigte auf Steve. "Ich hatte ein gutes Frühstück heute morgen.", entgegnete dieser. Sam war ohne Schweife zu uns gekommen und hatte uns mithilfe seiner elektronischen Flügel auf das letzte Heli-Carrier-Schiff geflogen. "Also, wie sieht der Plan aus?" Der Falcon stemmte die Hände in die Hüften und schaute uns fragend an. Bevor ich ihm antworten konnte, geschah ein wirklich nicht zu vorhersehender Zwischenfall. Ohne das irgendjemand von uns ihn bemerkt hatte, kam Barnes hinter einer Ecke hervorgeschossen und verpasste Steve einen kräftigen Schubser, sodass dieser über den Rand des Schiffes fiel. Mir gefror das Blut in den Adern. "STEVE!", brüllte ich völlig verzweifelt und wappnete mich in der nächsten Sekunde gegen den soeben aufgetauchten Winter Soldier. Sam stellte sich schützend vor mich, doch auch ihn überwältigte Barnes. Ohne auch nur einen Funken Mitleid zu zeigen, riss er Falcon die Flügel ab und schmiss ihn anschließend, meine Kampfattacken ignorierend über Bord. Zum ersten Mal schaute ich dem Stolz von Hydra in die eiskalten, blauen Augen. Im nächsten Moment rannte ich auf ihn zu und hoffte ihn mit meiner Attacke überraschen zu können, doch ohne Erfolg. Er parierte meine Angriffe mit Bravour, war mir immer einen Schritt voraus und schaffte es schließlich mich zu fesseln. Meine Gedanken kreisten währenddessen um Steve. Mein Head-Set hatte ich während meines Kampfes mit Barnes verloren, so konnte ich keinerlei Kontakt zu meinem Team herstellen. Ich war auf mich allein gestellt. Den Feind in meinem Nacken.

"Lass mich verdammt nochmal los du Idiot!", keifte ich und versuchte mich aus den Armen des Winter Soldiers zu befreien. Doch sein harter Griff lockerte sich nicht einen Millimeter. Er war zu stark, zu wütend und zu unberechenbar. "Halt deine Klappe.", murmelte er tonlos und band mich am Geländer im Inneren des Heli-Carriers, nicht weit von dem Kontrollzentrum in dem der Chip angebracht werden sollte, fest. "Steve wird kommen und mich holen. Das weißt du.", versuchte ich ihn einzuschüchtern. "Du hast keine Chance gegen ihn.", fügte ich hinzu und erschrak als er sich mir plötzlich zuwendete. Sein Gesicht war nun keine zehn Centimeter mehr von meinem entfernt. Während ich mich unmerklich enger an das Geländer drückte, musterte er mich von oben bis unten. Sein eiskalter Blick verschaffte mir eine Gänsehaut. Die blauen Augen von Barnes wirkten trostlos und leer, als wäre ihnen sämtliches Glück genommen worden. "Was macht dich da so sicher?", antwortete er mir auf meine Aussage und schaute mir dabei weiter unablässig in die Augen. "Ich kenne ihn und du tust das ebenfalls.", sagte ich und bemühte mich um einen möglichst kalten Ton. Ich hatte keine Angst vor ihm, aber ein gewisser Respekt konnte nicht schaden, solange ich nicht wusste, wie es um Sam und Cap stand. "Was weißt du schon!", brüllte Barnes plötzlich und richtete sich wütend auf.

Desire - Bucky BarnesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt