Kapitel 38 - Stolz und Vorurteil

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"Du schläfst seit Wochen in deinem arschkalten Kinderzimmer, meinst du nicht es wird langsam mal Zeit, zuzugeben, dass du dort kein Auge mehr zubekommst?", fügte er hinzu und schaute mich prüfend an. Automatisch schüttelte ich den Kopf, obwohl ich ganz genau wusste, dass er Recht hatte. Ich hatte in den letzten Nächten wirklich kaum geschlafen, da die Kälte immer unerträglicher geworden war. Bucky hatte es bereits schon mehrmals versucht, mich davon zu überzeugen im Wohnzimmer zu nächtigen, doch bis jetzt hatte ich es immer geschafft mich dagegen zu wehren. "Du frierst dir den Arsch ab Eleanor. Das ist nicht gesund.", redete er weiter auf mich ein und in seinen Augen blitzte Sorge auf. "Genauso wenig ist es gesund, dass du für mich auf Essen verzichtest!", meinte ich und hielt ihm den Topf Suppe unter die Nase. "Ich überlege es mir, wenn du jetzt verdammt nochmal den Rest aufisst. Ich habe keine Kraft mehr mich mit dir zu streiten.", sagte ich und warf ihm einen eindringlochen Blick zu. "Ich auch nicht.", gab er zu und nahm mir das Essen aus der Hand. Glücklich drückte ich seine Hand. "Danke, das bedeutet mir wirklich viel.", murmelte ich leise und vermied es ihn dabei anzusehen, da mein Herz schon wieder viel zu große Sprünge machte. "Du bist unmöglich Stark.", bemerkte Barnes und tunkte den Löffel in die Suppe ein. "Ich weiß.", antwortete ich, zwinkerte ihm zu und richtete meinen Blick dann wieder auf das prasselnde Feuer vor uns.

"Und du bist dir sicher, dass du wirklich in deinem Zimmer schlafen willst?" Bucky war von meinen Plänen mal wieder nicht begeistert. Dabei hatten wir uns in den letzten Stunden wirklich gut verstanden. Wir hatten Karten gespielt, dabei völlig die Zeit vergessen und beinahe hochgeschreckt als wir dann doch einen Blick auf die Uhr geworfen hatten. Als ich ihm eröffnete, dass ich auch diese Nacht in meinem Zimmer verbringen würde, änderte sich sein Gemütszustand jedoch. "Mir gefällt das nicht.", meinte er. "Ich weiß.", antwortete ich und wollte mich umdrehen und gehen, doch Bucky hielt mich am Handgelenk fest. "Du musst keine Angst vor mir haben.", sagte er leise. Ich ignorierte mein pochendes Herz und straffte die Schultern. "Ich weiß Bucky.", antwortete ich leise, drehte mich aber dennoch um und verschwand mit einem "Gute Nacht" in meinem Zimmer. Sofort drang die Kälte in meinen Körper. Schnell schlüpfte ich unter meine Bettdecken und zog mir diese bis zur Nasenspitze heran. "Angst vor ihm?", flüsterte ich in die Dunkelheit und schüttelte mit dem Kopf. Ich hatte keine Angst vor ihm, ich war nur vorsichtig. Meine Hormone fuhren Achterbahn. Ich war vollkommen durch den Wind und wusste gar nicht wo ich mit meinen Gedanken zuerst hinsollte. Meine Gefühlte sendeten mir widersprüchliche Signale und trugen somit nicht gerade zu einer Verbesserung der Lage bei. "Angst ist mein kleinstes Problem!", schnaubte ich und schloss die Augen.

Vergeblich rollte ich mich in den nächsten Stunden von einer Seite zur anderen. Ein paar Sekunden später begann das Spiel von neuem. Zuerst war es im Zimmer noch ertragbar gewesen, doch innerhalb von ein paar Stunden, war ich zu einem Eisblock gefroren. Ich hatte das Gefühl meine Füße würden zu Eiszapfen werden und das obwohl ich mehrere paar Socken übereinander trug. Ich wehrte mich innerlich gegen die Vorstellung, die sich in mir regte, doch schließlich gab ich nach. Ich würde sonst kein Auge zu tun. Mit klopfendem Herzen stand ich auf, nahm meinen Deckenhaufen und tapste erst auf den Flur, dann ins Wohnzimmer. Sofort spürte ich einen kleinen Temperaturanstieg. Im Kamin glühte immer noch ein schwacher Schein vom Feuer. Ich wollte mich gerade still und heimlich ans Ende des Sofa verdrücken, als ich eine Stimme vernahm. "Eleanor?", flüsterte Bucky und setzte sich auf. "Hm.", krächzte ich und drehte mich zu ihm um. Ich erwartete ein necken seinerseits. Irgendwas was mir verkünden würde, dass er doch recht gehabt hatte, doch er überraschte mich. Wie selbstverständlich schlug er seine Decken zur Seite und deutete auf den Platz neben sich. Ich zögerte. Sollte ich wirklich? Mein Herz wies eindeutig in diese Richtung, aber mein Kopf ließ die alarmierende Stimme in mir lauter werden. Doch schließlich brachte ich diese zum Schweigen. Schnell hockte ich mich neben Bucky, zog die Decke wieder über unsere Körper und breitete zusätzlich meine Decken über uns aus. "Du bist hier.", murmelte Bucky nach ein paar Minuten des Schweigens und schaute mich von der Seite aus an. "Und du bist wach.", erwiderte ich. "Ich konnte nicht schlafen.", gab er zu. "Ich auch nicht.", sagte ich leise und kuschelte mich tiefer unter die Decke. "Geht es dir gut?", fragte Barnes und warf mir einen besorgten Blick zu. "Ich mache mir Sorgen.", gestand ich, obwohl das eigentlich kein Geheimnis war. "Ich mir auch." Ungläubig zog ich eine Augenbraue nach oben. "Wirklich?" Durch den schwachen Mondschein, dessen Lichtstrahl durch die Vorhänge ins Zimmer fiel, konnte ich sein Gesicht nur schemenhaft erkennen. Er nickte und schaute in die glühenden Rester des Feuers. "Wenn uns nicht bald etwas einfällt...", murmelte er und brach dann ab. Ich nickte leicht, denn ich verstand was er meinte. Wir waren so oder so am Arsch. "Das sind wir, eindeutig.", stimmte Bucky mir zu. Anscheinend hatte ich meine Gedanken gerade laut ausgesprochen ohne es zu merken. Ein paar Minuten herrschte Stille zwischen uns, dann wagte ich es eine Frage zu stellen, die mir schon die ganze Zeit im Kopf herumschwirrte. "Hast du mein "Stolz und Vorurteil"-Buch?" Ertappt wendete Bucky den Blick von mir ab. Geheimnisvoll nestelte er unter seiner Bettdecke herum und beförderte letztlich das Buch zutage. "Ich wollte es lesen...für dich.", flüsterte er leise du verpasste mir damit eine Gänsehaut. "Für mich?", hakte ich ungläubig nach und bemerkte wie in mir ein Schmetterling nach dem anderen mit den Flügeln schlug. "Du hast mal erwähnt, dass es eines deiner Lieblingsbücher ist und...keine Ahnung, Wir hätten drüber reden können.", druckste er herum während ich von Sekunde zu Sekunde mehr lächelte, als ich es je in meinem Leben getan hatte. "Du hast es echt für mich gelesen?", wiederholte ich meine Frage. Er nickte. "Das hat noch nie jemand für mich getan.", meinte ich und versuchte dabei mein aufgeregtes Herz zu beruhigen. "Dann wird es Zeit..."

Desire - Bucky BarnesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt