Kapitel 45 - Betrogen

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Langsam und darauf bedacht ja kein Geräusch zu machen, schlichen wir durch die Gänge. "Ich registriere Wärmequellen.", murmelte Tony neben mir und tippte auf seinen Anzug. Er war mir in den letzten Minuten nicht einmal von der Seite gerückt. "Wie viele?", hakte Steve nach. "Eine." Ich drehte meinen Kopf in jede Richtung. "Ganz klar Zemo.", flüsterte ich und griff bereits nach einem meiner Messer. Gemeinsam tasteten wir uns weiter voran bis wir eine Art Haupthalle erreichten. Das spärliche Licht, welches von den schwach glühenden Lampen widerstrahlte, ließ mich die Augen enger zusammenkneifen, um etwas erkennen zu können. "Heilige Scheiße.", fluchte ich als ich erkannte was für ein Anblick dort auf uns wartete. Der ganze Raum vor voll von...Experimenten. Den SuperSoldiern von Hydra. Jeder einzelne von ihnen verschlossen in einer Art Röhre. Dichter Rauch und Qualm strömte aus den Röhren heraus und ließ mich nur erahnen was hier gerade vor sich ging. "Falls es sie tröstet...Sie sind alle friedlich im Schlaf gestorben.", erklang eine einschneidende Stimme aus dem Hintergrund. Sofort griff Bucky nach meiner Hand und schob sich vor mich, was Tony nicht entging, der sich ebenfalls schützend vor mich stellte. "Sie halten mich wohl für völlig durchgeknallt. Dachten Sie ich würde die Geschwister Ihres Freundes aktivieren? Immerhin haben diese Sie zu mir gelockt." Ein Licht ging an und verriet Zemos Standort, geschützt hinter einer Metallwand in einer Kammer. Blitzschnell zückte Cap sein Schild und warf es direkt auf Zemo, doch es prallte erfolgslos ab und landete wieder in seinen Händen. "Oh Captain. Jeder Versuch hier durchzukommen ist zwecklos. Meinen Sie dieses Gewölbe wurde aus Sand gebaut?", kam es belustigt von Zemo. "Also ich wette, ich komme hier locker durch.", provozierte mein Vater und begann seinen Anzug zu aktivieren. Zemo lachte, was mich wütend machte. "Sicherlich Mr. Stark, mit der Zeit..." Ich hatte genug von seinen Spielchen. Geschwind umrundete ich Bucky und Tony, die sich immer noch vor mich positioniert hatten und marschierte direkt auf unseren Widersacher zu. "Sie haben in Wien duzende unschuldige Menschen in den Tod geschickt und das nur, weil Sie uns hier alle zusammen haben wollen? Ich sehe da keinen Zusammenhang.", sprach ich ihn an und hoffte damit etwas Zeit zu gewinnen. Er wank jedoch ab. "Wien, das war bloß der kleinste Teil meines Plans." Ich runzelte die Stirn. "Sie sind aus Sokovia richtig?", ergriff Cap wieder das Wort. "Sie haben jemanden verloren.", schlussfolgerte ich. Kalt schaute er mir in die Augen und ließ ein paar Sekunden vergehen bevor er mir antwortete. "Genau wie Sie Eleanor." Wieder runzelte ich die Stirn. Woher kannte er meinen Namen? "Was wollen Sie damit sagen?!" Irgendwas sagte mir, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Ich konnte Barnes beunruhigten Blick auf meinem Rücken förmlich spüren. "Vielleicht sollten Sie sich den Monitor dort mal etwas näher anschauen." Zemo deutete auf einen Computer, der ein paar Meter weiter stand. "Was ist das? Ein Trick? Wenn ich etwas anklicke fliegen wir alle in die Luft?", meinte ich spöttisch und versuchte damit zugleich meine Unsicherheit zu verbergen, die langsam von innen nach außen strömte. "Sehen Sie selbst." Ich warf ihm einen letzten stechenden Blick und schritt dann gefolgt von Bucky, Tony und Steve auf den Computer zu. Offenbar war die Aufnahme einer Überwachungskamera. Das Bild zeigte eine einsame Straße bei Nacht. Ich warf Bucky einen fragenden Blick zu. Dieser schien merkwürdig unruhig zu sein. "Bekommen wir auch etwas zu sehen, oder soll ich anhand des Asphalts herausfinden was Sie meinen?", stichelte ich und richtete meinen Blick wieder auf den Monitor als Zemo eine Fernbedienung hochhielt und auf Play drückte. In der nächsten Sekunde raste ein Auto gegen eine harte Betonwand. Ich hielt den Atem an. Eine dunkelhaarige Frau hievte sich mit letzter Kraft aus dem Wage und hielt sich schwach an der Tür der Fahrerseite fest. Ihr Gesicht war blutverschmiert und doch setzte mein Herz für einen Moment aus als ich es erkannte. "Mom.", sagte ich tonlos und begann zu zittern. "Tony was...?", begann Steve, verstummte jedoch als eine Gestalt in einem schwarzen Kampfanzug aus dem Schatten trat. Mühsam kniff ich die Augen zusammen, um zu erkennen was da vor sich ging. Ich hörte wie meine Mutter um Hilfe bat, die Person anflehte den Notruf zu wählen. Doch der Unbekannte schüttelte die Kopf, richtete seinen Blick in die Überwachungskamera, zog eine Waffe und schoss ins Bild. In der letzten Sekunde konnte ich einen Blick in sein Gesicht erhaschen. In der nächsten Sekunde brannte in mir eine Sicherung durch.

Wie vom Blitz getroffen sprang ich auf Bucky zu und prügelte auf ihn ein. In diesem Moment fühlte ich nichts weiter als pure Wut, die sich mit jedem Schlag auf seine Brust immer weiter steigerte. Ich konnte nicht mehr klar denken, ließ kurz von Barnes ab, nur um ihm dann wieder einen Schlag zu verpassen. Ich schrie lauthals, während Steve versuchte mich am Arm zu packen und mich zurückziehen. "LASS MICH LOS!", brüllte ich und entriss ihm gewaltsam meinen Arm. Außer mir vor Wut gab ich ihm eine Ohrfeige, die ihn zusammenzucken ließ. Die ganze Situation drohte zu eskalieren. Tony, der die ganze Zeit nur stumm auf den Bildschirm gestarrt hatte, machte Barnes mit einem Blick unmissverständlich klar, was nun folgen würde. Ich hingegen schaute Steve tief in die Augen, meinen tobenden Herzschlag versuchte ich dabei zu ignorieren. "Hast du es gewusst?", fragte ich atemlos. Er schüttelte den Kopf. "Nicht das er es war." Ich ließ einen erneuten Schrei. "Lüg mir nichts ins Gesicht verdammt nochmal!", brüllte ich und raufte mir die Haare. Tränen sammelten sich in meinen Augen und drohten mich zu übermannen. "Das wars Steve Rogers. Ich bin fertig mit dir.", flüsterte ich kalt und drehte mich um. Bucky und Tony waren mittlerweile in einen heftigen Kampf verfallen. "Eleanor ich flehe dich an." Steve griff nach meiner Hand, doch ich zuckte bei seiner Berührung sofort zurück. Verachtend schaute ich ihn an. "Ich werde jetzt dahingehen..." Ich zeigte auf Barnes und meinen Vater. "Und deinem Freund weh tun. Mir egal was das für Folgen hat.", fügte ich hinzu und stürmte auf das Kampfgeschehen zu. Steve folgte mir und schaffte es die beiden auseinanderzubringen. Während Tony versuchte Steve von sich abzuschütteln, ergriff Barnes die Flucht. Ich folgte ihm und stellte ihm ein Bein, als ich ungefähr auf seiner Höhe war. Mit einem lauten Knall fiel er zu Boden. Erneut prügelte ich auf ihn ein, bis all meine Kraft mich verließ. Schwach lehnte ich mich zurück. "Wie konntest du nur? Ich habe dir vertraut!" Den letzten Teil des Satzes schrie ich aus mir heraus und versuchte all den schmerz darin zu katalysieren. "Du bist für mich gestorben James Buchanon Barnes."

Desire - Bucky BarnesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt