Kaylan P.O.V
Es war beruhigend zu wissen, dass Scarlett an meine Seite war, allein in ihre Gegenwart fühlte ich mich, als ob ich gegen den Rest der Welt behaupten konnte. Verrückt, oder? Noch vor kurzen war ich einfach begierig zu erfahren, wer dieser Dieb in der Bibliothek war, aber jetzt saß ich hier, mit der Frau, die mein Widerstand einfach in Luft auflösen konnte und nicht nur das, sie überraschte mich immer wieder. Jedes Mal, wenn ich dachte, ich hätte all ihre Seiten gesehen, kam sie immer wieder mit einer neuen Seite und überraschte mich. In dieser kurzen Zeit hatte ich schon so viele Seiten von ihr gesehen und ich wollte noch mehr von ihren Seiten kennenlernen. Plötzlich kamen die Erinnerungen von der Krankenstation zurück und ich konnte nicht anderes, als mich von ihr wegzubewegen, da wieder ihr Duft an meine Nase kitzelte. Sie bemerkte anscheinend, dass es mir unangenehm war, da sie jetzt auch zur Seite schaute und nicht gerade unauffällig auf meine Beule, die sich unter meine Hose gebildet hatte, schaute. Allein der Gedanke, wie sie sich unter mir bewegte und meinen Körper, mit ihren starken, aber zarten Hände erkundete, ließ meinen Körper erregen. Ich konnte nichts dagegen tun. Es war einfach da, dieses Verlangen und anscheinend war ich nicht der Einzige, der diesen Drang spürte, da Scarletts Gesicht mehr als rot war und sich ihre Nase zuhielt. Ich weiß nicht, woher plötzlich der Gedanke kam, aber ich hatte den Eindruck, dass sie es vorhin genoss, wenn ich sie berührte. Also wieso hörte sie plötzlich auf? Hatte ich etwas Falsches gemacht, oder hatte ich es mir doch nur eingebildet? >> Es war nicht deine Schuld, warum ich aufhörte. Ich fühlte mich einfach noch nicht bereit dafür <<, kam es wie aus dem blauen von Scarlett, die dabei ihre Arme übereinander kreuzte und sah verlegend zur Seite. Die Walküre des Bluts konnte also auch niedlich sein, wenn ihr es schwerfiel, ihre Gefühle ehrlich preiszugeben, noch eine Seite, die ich zuvor von ihr nicht kannte. >> Verstehe, wenn das so ist <<, ergriff ich ihre Hand und zog sie auf mein Schoß. Sie wurde noch roter, das hieß, wenn sie überhaupt noch röter werden konnte, als sie eh schon war. >> Werde ich so lange auf dich warten, bist du bereit bist, My Lady <<, küsste ich die Rückseite ihrer Hand. Sie sah mich verblüfft an und hielt sich den Mund zu. Ich konnte nicht anders, als sie noch ein bisschen mehr zu ärgern, in dem ich sie auf ihre Stirn und Wange küsste. Sie guckte mich etwas säuerlich an und legte ihren Kopf auf meine Schulter ab. >> Du bist echt nicht fair <<, murmelte sie in meine Schulter. Ihre Hände umfassen mein Gesicht und ließ mich nicht mehr aus den Augen. Unsere Gesichter näherten sich immer mehr, bis fast kein Blatt mehr zwischen uns passte. Urplötzlich umgriff sie meinen Hinterkopf und überwand auch noch die letzten Millimeter, die unsere Lippen trennten. Der Kuss traf mich so unerwartete, dass ich erstmal eine Sekunde brauchte, um zu realisieren, was gerade passierte, aber als ich dies auch hinter mir ließ, überlegte ich nicht lang und küsste sie ebenfalls leidenschaftlich zurück. Wir überraschten den jeweils anderen mit unserer Wildheit und konnten nicht genug von den anderen bekommen. Nach gefühlt fünf Minuten mussten wir unseren wilden Kuss beenden, da wir beide um Luft rangen. >> War das deine Revanche für vorhin? <<, fragte ich außer Atem. Sie antwortete nur mit einem Nicken von ihrer Seist und ging von meinen Schoss runter. >> Kannst du reiten? <<, fragte ich sie plötzlich. >> Klar kann ich reiten. Wieso fragst du? << Zog sie eine Augenbraue hoch. >> Komm mit <<, meinte ich und führte sie zu den Ställen. Als wir vor den Ställen standen, schaute ich ab und zu nach Scarlett, um ihren Gesicht-Ausdruck zusehen, wenn sie die Pferde sah und war wirklich überrascht, als sie den Tränen nah war. Sie lief zu den Pferden und sah sich jedes der Pferde genau an, währenddessen lief ich zu meinen Hengst Askat, der schon sehnlich auf mich wartete. Ich war gespannt, welches Pferd sie aussuchen würde für unseren kleinen Ausritt. Als sie vor einer weißen Stute stehen blieb, schwammt mir übles, da sie mir mehr ärger, als irgendwas anderes eingebracht hatte, sie wollte nie von jemanden geritten, geschweige denn angefasst werden. Aber aus irgendeinen Grund ließ sich Syhil von Scarlett auf die Stirn streicheln und nicht nur das, sie konnte sie sogar ohne weitere Probleme aus dem Stall führen und ihr das Geschirr anlegen. Sie sah mich jetzt mit einem verwirrten Blick an, der sagen sollte: noch nie jemanden gesehen, der ein Pferd führt? Natürlich wollte ich nicht noch idiotischer dastehen, weshalb ich ihr erklärte, dass, das Pferd, was sie gerade führte, das störrischste und anstrengendes Pferd überhaupt war. Sie hörte mir aufmerksam zu, während sie das restliche Geschirr Syhil anlegte. Gerade als mit meiner Geschichte beendete, saß sie bereits in dem Sattel und schaute mich neugierig von der Seite an. Mit einem Kopfnicken von meiner Seitz teilte ich ihr mit, dass sie folgen sollte. Sie schloss zu mir auf und gingen gemeinsam aus der Stadt. Ich wollte ihr unbedingt den Ort zeigen, den ich letztens erst entdeckt hatte als ich meinen Kopf frei machen musste. Die ganzen Dokumente waren einfach zu viel und ich brauchte einfach mal Zeit für mich. Meine Botschafter waren wie Kletten, die man einfach nicht mehr loswerden konnte, wenn sie sich erstmal an dich festgeklammert hatten, und nicht nur das, auch die anderen Angestellten im Schloss verhielten sich noch komischer als sonst. Irgendwie wollte mir keiner in die Augen sehen, oder konnte mir nicht in die Augen sehen, warum auch immer. Aber an diesen Tag hatte ich das Gefühl, dass sie gespürt hatten, dass ich mich verändert hatte. Wenn ich jetzt so darüber nachdachte, war das kurz nachdem ich mich das erste Mal in meine Drachenform verwandelt hatte. Nach ein paar Tagen war alles wieder normal, aber ich fragte mich, ob nicht meine Verwandlung auch andere Menschen spüren konnten, schließlich konnten auch Tiere spüren, wenn sie unterlegen waren, warum also nicht auch bei Menschen? Aber jetzt wieder zurück in hier und jetzt. Schließlich wollte ich Scarlett in den verbotenen Wald fuhren, zwar hatte ich gesagt, dass ich nie wieder hier her wollte, aber ich dachte dies wäre der letzte Ort, an dem sie mich suchen würden. Scarlett bemerkte, dass wir uns in Richtung des verbotenen Waldes bewegten und legte einen Zahn zu. Ich schloss zu ihr auf, aber jedes Mal, als ich das erreicht hatte, beschleunigte sie wieder, jetzt verstand ich auch das, dass ein Rennen war. Dass sie mich nicht davon unterrichtet hatte, dass, das ein Rennen war, ließ ich mal außen vor und folgte ihrem Beispiel. Ich gab Askat die Sporen und überholte schnell Scarlett, die mich nur verwirrt noch einmal ansah, bevor ich direkt zum Wald lenkte und Scarlett in eine Staubwolke ließ. Nach einer halben Ewigkeit fühlte ich mich endlich wieder frei und unbekümmert und genoss richtig den Ritt mit Askat, sodass ich fast nicht mal bemerkte, wie weit ich in den Wald vorgedrungen war. Schnell stoppte ich Askat und sah mich nach Scarlett um. Nach kurzer Zeit tauchte sie auf dem Rücken von Syhil auf und sah ziemlich außer Atem aus. Als wir weiter ritten, unterhielten wir uns über die Organisation, die meine Eltern umgebracht hatten, aber ich wusste immer noch nicht, warum sie es taten. Meine Eltern regierten schließlich das Land friedlich, somit hatte eigentlich keiner ein Grund gegen meine Eltern vorzugehen. Also waren, taten sie es? Ich musste meinen Gedanken verlauf stoppen, da wir endlich den Platz erreicht hatten, zu dem ich Scarlett hinbringen wollte. Um diesen Ort war alles mit Lianen versteckt, sodass man nur schwer diesen Ort finden konnte, das hieß aber auch, dass man von der anderen Seite komplett abgeschnitten war. Hinten an der Steinwand verlief ein Bach, der leise im Hintergrund zu hören war, das Licht, das durch die Baumkronen leuchtete, fiel direkt auf den Baum in der Mitte dieser wunderschönen Wiese. Der Baum erstrahlte in hellen weiß und erleuchtete alles noch mehr, um dem Baum herum waren alte Glyphen Steine, die aus dem Boden ragten. Dieser Ort verlieh ein Gefühl von Frieden, hier konnte ich einfach mal meine Sorgen loslassen und mich entspannen. Scarlett ließ das Geschirr von Syhil los und rannte direkt auf die Glyphen zu und kniete sich runter, um sie lesen zu können. Sie sah aus wie ein kleines Kind, das ich gerade eine Freude gemacht hatte, sie konnte ihren Durst nach Wissen gar nicht stillen und begann ein kleines Notizbuch rauszunehmen, um die Glyphen zu übersetzen. Was ich ziemlich erstaunlich fand, da ich diese Sprache noch nie gesehen hatte. Ich konnte nur schätzend, dass die Steine so etwas wie ein Schützt in sich trugen, da nicht mal die Tiere diesen Ort bewohnten. Plötzlich wurde Scarlett blass wie ein Geist und sprang erschrocken zurück, sie zitterte am ganzen Körper und atmete unkontrolliert. Ich rannte zu ihr und zog sie in eine Umarmung, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Als sich ihre Atmung wieder beruhigt hatte, drückte ich sie etwas weg, damit ich ihr Gesicht sehen konnte, >> hast du sie entschlüsselt? Ich meine die Schrift auf den Steinen? <<, fragte ich vorsichtig. Sie antwortete nur mit einem schwachen Nicken und drückte mir ihr Notizbuch in die Hand. Ich begann die ersten Seiten zu lesen und bemerkte schnell, dass, das Notizbuch alle Arten von Sprachen besaß, die Scarlett je übersetzt hatte. Viele waren uralt und fast in Vergessenheit, auf der letzten Seite stand etwas in eine Sprache, die ich noch nie gesehen hatte, aber gleich darunter stand die Übersetzung in einer eleganten Schrift. Ich war gespannt, was auf den Steinen stand, aber trotzdem ließ es mich nicht los, dass etwas sehr Schlimmes auf den Steinen stehen könnte. Auf der Seite stand: Wenn der Tag kommt, an dem der Tag am längsten ist, wird ein Attentat der königlichen Familie ein Aufstieg eines neuen Übels hervorbringen. Das Zeitalter der Zerstörung und der Dunkelheit wird eingeläutet. Das konnte doch nicht sein, der Tod meiner Eltern sollte ein Zeitalter der Zerstörung und der Dunkelheit einläuten? Ich meine, wieso sollte der Tod meiner Eltern so eine Auswirkung auf die Zukunft gehabt hätten? Klar, sie waren bedeutend, keine Frage, aber doch nicht so bedeutend, dass die ganze Zukunft von ihnen abhing, oder? Scarlett drückte sich sanft von mir weg und sah mich unsicher an, wahrscheinlich um zu sehen wie es mir ging. Gerade als ich Antworten wollte begann, wurde ich von ein Erdbeben unterbrochen. Das Beben war so stark, dass selbst die Steinwand anfing zu bröckeln. Wir hielten uns so gut es ging einander fest und warteten darauf das, das Erdbeben nachließ, und endlich, nach halben Ewigkeit hörte das Erdbeben auf. Doch wo einst eine stink normale Steinmauer war, war nun ein riesiges Portal, das hell erleuchtet war. Schemenhaft konnte man eine Gestalt sehen, die sich langsam aus dem Licht erhob und sich uns immer mehr näherte. Als die Gestalt das Portal verließ, schloss es sich auch schon gleich wieder. Jetzt konnte ich sehen, dass die Gestalt ein Mann war, aber seine Klamotten und auch sein Aussehen war für mich vollkommen fremd, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich bemerkte, dass Scarlett in meine Arme unruhig wurde und erwischte sie dabei, wie sie den Mann finster ansah, dieser Blick war definitiv tödlich, das konnte ich sagen. >> Na endlich <<, ertönte plötzlich die dunkle Stimme des Mannes.
Fortsetzung folgt ...
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Wer ist dieser seltsame und Fremde Mann der aus dem Portal kam, und was hat es mit Scarlett Übersetzung Aufsicht?
Seit gespannt wie es weiter geht!
Wenn euch die Geschichte soweit gefällt, lasst doch gerne ein Vote oder Kommentar da, das würde mich Mega freuen.
Wenn ihr vielleicht Ideen habt, wie ich die Geschichte noch besser schreieben kann, lasst es mich gerne wissen ;)
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Safe me from the Darkness
FantasiaScarlett Pendalon ist eigentlich eine ganz normale Besitzerin einer Taverne, doch als sie an einem Turnier teilnehmt, verändert sich ihr Leben drastisch. Ihre Vergangenheit holt sie immer mehr ein und sie musst sich eingestehen sich dieser zustellen...