Lucas' Sicht...
Ganz vorsichtig hebe ich meinen Kopf an und traue mich Leon anzuschauen. Hat er mich gerade wirklich gefragt, ob ich einen Film mit ihm gucken will? Was läuft hier? Als unsere Blicke sich treffen ist seiner gar nicht so aggressiv und kalt wie sonst, stattdessen ist er eher weich und freundlich. Das verunsichert mich noch mehr.
Das muss ein Trick sein, aber warum muss er einen Trick anwenden?
„Keine Angst, das ist kein Trick. Ich will dich nicht in eine Falle locken oder so. Alles was ich möchte, ist einen Film gucken. Und da wir beide hier allein sind, dachte ich, dass du vielleicht auch Lust hast. Wir können deine Decke mitnehmen, dann kannst du dich dabei weiter warmhalten. Ich helfe dir dann nach unten."
Was soll ich darauf denn jetzt antworten? Er scheint es ernst zu meinen, aber das kann natürlich auch täuschen. Wenn ich jetzt aber ablehne, wird er dann wütend? Das will ich auf keinen Fall riskieren, also nicke ich zögerlich.
„Ehm, o...okay." „Das ist cool, dann lass uns nach unten gehen." Ganz langsam und vorsichtig versuche ich aufzustehen. Aber ich stelle sehr schnell fest, dass ich sehr wackelig auf den Beinen bin und mir noch immer die Kraft fehlt.
„Warte, ich helfe dir. Du solltest noch nicht zu viel versuchen."
Ich kann gar nicht reagieren, da steht er schon neben mir und hilft mir tatsächlich auf die Beine. Als er mich das erste Mal berührt hat, konnte ich den Reflex nicht unterdrücken zusammenzuzucken. Hoffentlich hat er das nicht bemerkt.
„Geht es? Oder soll ich dich tragen?" „Nein geht schon." „Gut, dann lass mich noch kurz deine Decke nehmen und dann können wir nach unten gehen."
Wenige Minuten später sitze ich mit meiner Decke auf der Couch und Leon steht vor dem Fernseher. „Ich denke, dass wir einfach mal bei Netflix schauen." Leon und ich haben jeder nur einen PC und Laptop um Filme und Serien zu schauen, daher ist es wesentlich entspannter im Wohnzimmer auf dem großen Flachbildschirm etwas zu schauen.
„Auf was hast du Lust? Action, Komödie, Horror? Ich bin ehrlich, Liebesschnulzen sind nicht so meins." „Also...ehm, meins auch nicht. Wir können gerne einen Actionfilm gucken." „Wirklich? Ich hätte jetzt echt erwartet, dass du auf so Schnulzen stehst." Warum denkt er das? Weil ich schwul bin? Heißt das, dass alle schwulen Männer nur auf Schnulzen stehen?
Aber das frage ich ihn natürlich nicht, denn dann wird er sicher wieder wütend.
Nach ein paar Minuten haben wir uns für einen Film mit Vin Diesel entschieden. „Bevor ich den Film starte, mache ich eben etwas Popcorn. Bin gleich wieder da."
...
„So, hier ist das Popcorn. Da du krank bist, habe ich zwei kleine Schüsseln gemacht. Und ich muss noch kurz etwas holen, bevor es losgehen kann."
Er gibt mir eine der Schüsseln und stellt seine auf den Tisch, bevor er wieder in die Küche verschwindet.
„Hier Luca, das kannst du sicher gebrauchen. Ich habe dir einen heißen Kakao gemacht. Der wird dir sicher gut tun." Er hat mir einen Kakao gemacht? Damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet. „Ehm, d...danke?" Als er mir die Tasse gibt, kann ich den Inhalt genauer ansehen. Der Kakao ist dekoriert mit einer Sahneschicht, zwei Marshmallows, bunten Streuseln und Schokoraspeln. Außerdem befindet sich darauf noch eine braune, dezente Puder Deko, welche vermutlich Zimt ist.
„Sieht cool aus, oder?" „Ja total, es sieht richtig lecker aus." „Ich bin gespannt, wie es dir schmeckt. Papa hat diesen Kakao immer für mich gemacht, wenn es mir nicht gut ging. Er hat immer eine Spezialzutat reingemacht und ich habe das ganze nochmal mit einer eigenen Zutat verfeinert."
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Living with my Enemy....!
Teen FictionLuca führt jeden Tag einen Kampf. Ort des Geschehens ist seine Schule. Dort hat er es alles andere als leicht, denn er hat nicht nur keine Freunde dort, sondern sein Mitschüler Leon und dessen Freunde machen ihm jeden Tag das Leben zur Hölle. Nachd...
