Kapitel 92) Was läuft da...?

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Lucas Sicht...

„Du willst mir das Plüschtier schenken?" „Ja, will ich. Ich habe es extra nur für dich gewonnen, um es dir zu schenken." Darauf weiß ich nichts zu sagen, also nicke ich einfach nur und nehme den Delfin entgegen. Er ist total weich und ich mag ihn jetzt schon. „Danke."

„Okay, wer hat Lust Riesenrad zu fahren?" Marcs Frage löst allgemeine Begeisterung aus. Wir machen uns also alle auf den Weg zum Riesenrad. „So, ich schätze, dass Marc und Eric zusammenfahren. Dann können Luca und Florian zusammenfahren, genauso Leon und ich." Das Tim einfach die Einteilung übernommen hat, macht niemandem etwas aus. In Zweiergruppen begeben wir uns in die einzelnen Gondeln und dann geht die Fahrt auch schon los. Riesenräder sind immer so beeindruckend. Da kann man über den ganzen Markt schauen, was echt cool ist.

Da ich aber die Fahrt über nicht nur schweigen will, beginne ich ein Gespräch mit Florian. „Hast du Spaß?" „Oh ja, und du?" „Ja, auf jeden Fall. Ich fand es nett von Tim, dass er dir sein Plüschtier geschenkt hat." „Stimmt, das fand ich auch sehr nett. Ich fand es aber auch nett, dass Leon dir seins geschenkt hat. Was läuft da eigentlich zwischen euch?"

Seine Frage kommt überraschend und ich weiß im ersten Moment gar nicht, was ich sagen soll. Meine Worte kommen eher stotternd raus. „Ich...ehm, also da läuft nichts. Was soll denn da laufen?"

„Luca, ich bin nicht blind. Du merkst das vielleicht nicht, aber ich beobachte euch. In seiner Nähe bist du die ganze Zeit nur am Grinsen, aber gleichzeitig scheint es, als wärst du total nervös. Du bist verknallt in ihn, oder?" „Das ist doch Blödsinn. Wir sind mittlerweile einfach nur Freunde. Mehr ist da nicht." „Es hat dir also nichts bedeutet, dass er dir den Delfin geschenkt hat? Und auch das ihr euch eine Zuckerwatte geteilt habt, war für dich ganz normal?" „Ja, war es. Es ist alles gut."

Das ich unglaublich weiche Knie hatte, als er mir den Delfin geschenkt hat und dass mein Herz schon den ganzen Nachmittag schneller schlägt, als es eigentlich soll, sage ich ihm jetzt besser nicht, sonst reimt er sich da wieder etwas zusammen. Und ich verstehe mein Verhalten ja selbst nicht...

...

Es ist bereits Abend, als Leon und ich nach Hause kommen. Zum Glück sind schon Weihnachtsferien, denn wenn ich mir vorstelle, nach so einem Tag wie heute, morgen in die Schule zu müssen, habe ich da absolut keine Lust drauf. Aber da brauche ich mir ja zum Glück keine Sorgen zu haben.

„Was denkst du, was deine Mama gerade macht?" „Ich schätze mal, dass sie irgendwas im Haushalt macht, oder fernsieht. Wir werden es aber gleich herausfinden."

Als wir das Haus betreten, gehe ich direkt voraus und suche meine Mama. „Mama, wir sind wieder da." „Na, hattet ihr Spaß?"

„Ja, es war toll. Wir haben...Papa?"

Leon bricht seinen Satz mittendrin ab, da wir Klaus mit Mama in der Küche entdecken.

Leon steht wie versteinert neben mir und sagt keinen Ton mehr. Aber auch Klaus rührt sich erst nicht. Erst nach wenigen Momenten ertönt seine Stimme. „Ich werde dann jetzt wohl besser mal gehen. Bis dann, Liebling. Schön dich zu sehen, Luca." Ich weiß nicht recht, wie ich gerade mit der Situation umgehen soll, deshalb bin ich auch nicht in der Lage ihm zu antworten. Klaus ignoriert seinen Sohn völlig und geht einfach an ihm vorbei. Doch als er die Türschwelle erreicht, kommt Bewegung in Leon.

Er greift nach dem Arm seines Vaters und ich kann erkennen, dass er weint.

„Papa, warte bitte. Ich vermisse dich. Bitte verzeih mir. Ich habe schlimme Fehler gemacht, das weiß ich. Diese Fehler kann ich nicht mehr rückgängig machen. Aber es tut mir so leid. Bitte! Ich habe Luca nie wieder etwas angetan. Das musst du mir glauben. Er und ich sind jetzt sogar Freunde. Ich habe mich geändert und ich versuche alles, um meine Fehler wieder gutzumachen. Bitte geh nicht. Ich brauche dich doch." Leon ist völlig verzweifelt und er lässt sich vor seinem Vater auf die Knie fallen, während er dessen Hand festhält.

Living with my Enemy....!Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt