Kapitel 11) Der Alltag nach dem Koma...

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Lucas' Sicht...

Langsam öffne ich meine Augen und muss sie sofort wieder zusammenkneifen, denn das Licht ist unglaublich grell. Wo bin ich? Bin ich tot? Ich brauche etwas Zeit, um mich zu orientieren, doch nach einer Weile erkenne ich, dass ich mich in einem Krankenhaus befinden muss, denn die Wände sind komplett weiß und alles sieht steril aus. „OH MEIN GOTT. MEIN LIEBLING, DU BIST WACH!" Es ist die Stimme meiner Mama, dass kann ich deutlich erkennen. Spätestens als ihr Gesicht in meinem Blickfeld auftaucht ist es klar.

Mama weint, aber gleichzeitig kann ich Erleichterung in ihrem Blick erkennen. Ich will ihr antworten, aber es gelingt mir nicht, da ich einen Schlauch im Hals habe, welcher das Sprechen verhindert. Als ich das spüre, bekomme ich es mit der Panik zu tun.

„Ganz ruhig Schatz, das ist nur ein Schlauch. Du bist im Krankenhaus und du darfst dich nicht so viel bewegen."

Mamas Worte und ihr zusätzliches Streicheln über meinen Handrücken beruhigt mich etwas. „Ich habe schon die Klingel betätigt, der Arzt wird jeden Moment kommen."

...

„So junger Mann, jetzt solltest du sprechen können. Wie geht es dir?" IM ersten Moment bin ich nicht in der Lage, dem Arzt zu antworten, da ich Angst habe zu sprechen. Aber da er mir gerade den Schlauch rausgenommen hat und mich abwartend anschaut, versuche ich ihm jetzt doch zu antworten.

„E...es t...tu...tut m...ir alles w...eh." Das ist nicht gelogen. Mein ganzer Körper schmerzt höllisch und ich kann wirklich keine Stelle ausmachen, die nicht wehtut. „Das ist leider völlig normal, du hast schlimme Verletzungen und deshalb muss dein Körper sich jetzt erstmal daran gewöhnen, dass du wieder wach bist. Kannst du dich erinnern, was passiert ist?"

Nach außen versuche ich mir nichts anmerken zu lassen, aber innerlich überkommt mich gerade wieder die Panik, als die Bilder in meinem Kopf auftauchen. Natürlich kann ich mich daran erinnern, dass Leon mich zusammengeschlagen hat. Aber das kann ich dem Arzt nicht sagen.

„E...hm... ich w...war in der Schule, weil... i...ich lernen wollte. Und da w...war dann plötzlich dieser Ma...nn. Er hat mich geschlagen und dann weiß ich nichts mehr." Glatte Lüge! Aber mir ist auf die Schnelle nichts besseres eingefallen.

„Nun, dass deckt sich mit der Aussage des Zeugen. Ein Klassenkamerad von dir, Eric hat davon gesprochen, dass er gesehen hat, wie du in die Schule gegangen bist und dir ein Mann hinterhergelaufen ist, welcher aussah wie ein Obdachloser." Eric? Ich kenne Eric natürlich, aber wir haben nichts miteinander zu tun. Wieso hat er sowas gesagt? „Wie lange war ich denn bewusstlos?" Meine Mama ist es diesmal, die Antwortet. „Mein Schatz, du hast sechs Monate im Koma gelegen." BITTE WAS? ICH LAG SECHS MONATE IM KOMA? Das kann doch gar nicht sein. Bitte lasst das ein Scherz sein...

Fünf Monate später...

Vor fünf Monaten bin ich aufgewacht und seitdem habe ich mich wieder ins Leben gekämpft. Ich lag noch einen Monat im Krankenhaus und bin dann für drei Monate in eine Reha gekommen, wo man jeden Tag alles versucht hat, damit ich wieder auf die Beine komme. Seit zwei Monaten bin ich wieder zuhause und da ging der Kampf natürlich weiter. Krankengymnastik, Arztbesuche usw. Nachdem ich aufgewacht bin, hat man mir aufgezählt, was ich für Verletzungen habe. Die Ärzte meinten auch, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass ich überlebt habe. Und bei dem Gedanken an meine Verletzungen wird mir immer noch schlecht. Leon hat mich wirklich fast getötet und ich dachte in dem Moment, wo er auf mich eingeschlagen hat wirklich, dass ich sterben werde. Aber ich habe überlebt!

Trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los, wie ich überlebt habe. Laut den Ärzten, meiner Mama und der Polizei, welche mich nach dem Koma noch befragt hat, wurde ich von Eric gefunden und er hat den Notarzt gerufen. Aber warum hat er auch gelogen? Hat er Leon gesehen und deckt ihn ebenfalls? Am liebsten würde ich ihn fragen, aber ich traue mich nicht, ihn anzusprechen. Also werde ich es vermutlich nie erfahren.

Living with my Enemy....!Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt