Kapitel 98) Der Brief...!

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Lucas' Sicht...

Das Gespräch zwischen Florian und mir lässt mich auch am nächsten Morgen nicht los. Ich kann mittlerweile echt nicht mehr leugnen, dass ich in Leon verliebt bin. Aber wie konnte das passieren? Ja ich war schon mal in ihn verknallt, aber das war, bevor das alles zwischen ihm und mir passiert ist. Bevor er anfing mich zu mobben und mir all die schlimmen Dinge anzutun.

Ich hatte doch immer so große Angst vor ihm, wie kann ich mich dann plötzlich in ihn verlieben? Habe ich überhaupt noch Angst vor ihm? In den letzten Wochen gab es tatsächlich irgendwie keinen Moment, wo ich noch Angst hatte. Mit ihm zu reden ist immer noch irgendwie komisch, aber mit ihm Zeit zu verbringen macht trotzdem total Spaß und ich fühle mich auch gar nicht unsicher in seiner Nähe. Aber reicht das, um sich zu verlieben? So wie es aussieht reicht es wohl, denn ich bin offensichtlich total verliebt. Aber auch wenn Florian meint, dass ich ihm das sagen soll, kann ich das auf keinen Fall. Wenn ich Leon meine Gefühle gestehe, dann wird das wieder alles zwischen uns ändern. Und das kann ich nicht zulassen. Es darf einfach nicht passieren.

„Luca Liebling, kommst du frühstücken?" „Ja Mama, ich komme sofort."

Nach Mamas Aufforderung mache ich mich auf den Weg in die Küche, wo schon Klaus und Leon warten. Mama betritt nach mir die Küche und die Briefe in ihrer Hand lassen darauf schließen, dass sie am Briefkasten war.

„Leon, du hast Post vom Gericht." Scheiße! Das ist nicht gut. Als Mama ihm den Brief in die Hand gibt, wird Leon sofort kreidebleich und ich kann die Angst in seinen Augen erkennen. Dementsprechend zittern seine Hände auch, als er den Brief öffnet.

„Es ist der Gerichtstermin. In zwei Wochen ist es so weit." Leon versucht gefasst zu wirken, aber das gelingt ihm nicht wirklich, denn ihm läuft eine Träne aus dem Auge, die er nicht verstecken kann.

„Mein Junge, es tut mir so leid. Das ist meine Schuld. Ich war so blind vor Wut, dass ich diesen Schritt mit der Polizei gegangen bin. Das hätte ich nicht tun dürfen." „Du hast keine Schuld Papa, sondern ich. Ich hätte Luca niemals verletzen dürfen. Es ist meine eigene Schuld und es ist nur fair, wenn ich für meine Tat bestraft werde. Luca könnte heute tot sein wegen mir. Ich habe es also verdient. Entschuldigt Leute, aber ich habe keinen Hunger. Ich werde hochgehen." Mit diesen Worten steht Leon auf und verlässt die Küche. Wir anderen Drei bleiben zurück und man merkt, dass die Stimmung sehr getrübt ist.

„Auch wenn Leon sagt, dass es nicht meine Schuld ist, habe ich trotzdem Schuld. Mein Kind muss jetzt ins Gefängnis, weil ich so wütend war. Ich hätte vorher darüber nachdenken müssen."

Auch Klaus steht einfach auf und verlässt den Raum. Zuerst schweigen Mama und ich, aber dann ergreife ich das Wort.

„Mama, es tut mir leid, aber ich würde auch erstmal nichts essen. Ich will hochgehen und nach Leon sehen."

„Okay mach das, du kannst ja später noch etwas essen."

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass Leon mich jetzt braucht...

„Leon, kann ich reinkommen?" „Ja klar, komm rein und setz dich."

Ich schließe hinter mir die Türe und setze mich dann neben ihn aufs Bett. „Wie geht's dir?" „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir gut geht. Letztendlich war es mir ja klar, dass der Brief irgendwann kommen würde, aber ich habe versucht es zu verdrängen. Später werde ich meinen Anwalt anrufen und mit ihm alles besprechen."

Leon hat seit einer Weile einen Anwalt, der ihm hilft und ihn auch bei der Verhandlung vertreten wird. Dieser Anwalt hat den Ruf, dass er sehr gut ist. Aber ob das hilft? Wunder kann der Mann schließlich nicht vollbringen. Aber ein Wunder ist genau das, was Leon braucht, damit er nicht für Jahre ins Gefängnis muss. Ich möchte ihm so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie.

Living with my Enemy....!Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt