Leons Sicht...
„Alles klar, Jungs, ich würde gleich erstmal mit Luca reden und ihn fragen, ob es okay ist, dass ihr beide später zu uns kommt. Und wenn es für ihn in Ordnung ist, dann könnt ihr kommen und wir schlagen es ihm vor. Aber ich will vorher wirklich sicher sein, dass es okay ist. Er soll keine Angst haben, weil wir alle plötzlich um ihn herum sind." „Alles klar, mach das und sag dann einfach Bescheid. Wir bleiben einfach in der Nähe."
Tim und Marc haben mich nach der Schule noch zu mir nach Hause begleitet. Luca wurde vorher schon von seiner Mama abgeholt, weil er einen Arzttermin hat, also bin ich allein nach Hause gegangen.
Er müsste aber jetzt zu Hause sein. Heute Morgen hat er mir gesagt, dass er mir heute das Portrait von mir zeigen wird. Ich bin tatsächlich etwas aufgeregt, was eigentlich total verrückt ist, da ich einfach nur ein Bild gezeigt bekomme. Aber trotzdem ist es irgendwie etwas Besonderes.
„Ich bin zu Hause." Es kommt keine Antwort auf mein Rufen, weshalb ich annehme, dass Monica nicht zu Hause ist. Und Luca wird vermutlich in seinem Zimmer sein. Mein Verhältnis zu Monica ist schwierig. Sie ignoriert mich nicht oder so und ich bekomme von ihr trotzdem alles gemacht, was sie auch für Luca macht. Also Wäsche waschen, Essen und andere Dinge. Aber wenn ich mich mit ihr unterhalte, dann merke ich deutlich, dass sie mich eigentlich verachtet. Wer will es ihr verübeln? Immerhin musste sie erfahren, dass ich ihrem Sohn jahrelang das Leben zur Hölle gemacht habe und ihn anschließend, bewusst, fast getötet habe. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich mich auch hassen. Aber ich bin ihr dankbar, dass ich trotzdem weiter hier wohnen darf. Mir ist natürlich bewusst, dass sie das nur Luca zuliebe zulässt. Aber immerhin.
„Hi Luca, ist deine Mum nicht da?" „Nein, sie ist einkaufen. Sie sollte aber bald zurück sein." „Okay gut. Ehm, wie war es beim Arzt?" „Ach, so weit okay. Er ist relativ zufrieden mit meinem aktuellen Stand. Eh, Leon? Willst du jetzt das Bild sehen?"
Das hätte ich fast vergessen, aber jetzt wo Luca es erwähnt, fällt es mir auch wieder ein.
„Stimmt. Klar, gerne." Ich will mich direkt wieder auf seinen Schreibtischstuhl setzen. „Du kannst dich ruhig hier aufs Bett setzen." Diese Worte überraschen mich doch schon ziemlich. Aber ich nehme das Angebot natürlich dankend an und setze mich neben ihn aufs Bett. Den Zeichenblock hat Luca bereits in der Hand und als ich mich neben ihn an die Wand lehne, gibt er mir den Block auf den Kopf gedreht in die Hand. „Darf ich gucken?" Eigentlich eine echt blöde Frage, da er mir den Block ja schon gegeben hat. Aber trotzdem will ich aus Höflichkeit fragen.
Von ihm kommt aber nur ein zögerliches Nicken. Das reicht mir aber, weshalb ich den Block umdrehe. Als ich das Bild von mir sehe, fällt mir die Kinnlade runter.
„Das hast du gezeichnet? Luca, das ist unglaublich. Ich wusste nicht, dass du so ein Talent hast." Das Bild sieht aus, als wäre es eine schwarz/weiß Fotografie von mir und kein gezeichnetes Bild. Wie krass ist das bitte?
„Findest du es wirklich so gut?" „Machst du Witze? Das Bild ist unglaublich. Du bist ein krasses Talent, Luca. Wenn ich so zeichnen könnte wie du, würde ich mich auf jeden Fall an einer Kunstschule bewerben." „Danke, das ist echt nett von dir. Ich hoffe auch, dass ich irgendwann wieder so zeichnen kann. Aber es wird wohl noch dauern, bis meine Hand wieder so weit funktioniert. Und vielleicht wird es auch gar nicht mehr gehen." „Das wird sicher wieder. Dein Arzt hat gesagt, dass du jeden Tag üben sollst und dann wird alles bestimmt wieder gut werden." Ich sage das so einfach, aber ich schätze, dass er diesen positiven Zuspruch gebrauchen kann.
„Ach Luca, bevor ich es vergesse. Wäre es in Ordnung, wenn Marc und Tim gleich vorbeikommen? Um dich nicht noch mehr einzuschüchtern, habe ich ja nie beide gleichzeitig hier her eingeladen. Aber die beiden wollten gleich vorbeikommen, da wir dir gerne etwas sagen wollen." „Ehm, ja das ist okay, denke ich. Sie können kommen. Aber was wollt ihr mir denn sagen?" „Ich würde das gerne mit den beiden zusammen machen."
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Living with my Enemy....!
Teen FictionLuca führt jeden Tag einen Kampf. Ort des Geschehens ist seine Schule. Dort hat er es alles andere als leicht, denn er hat nicht nur keine Freunde dort, sondern sein Mitschüler Leon und dessen Freunde machen ihm jeden Tag das Leben zur Hölle. Nachd...
