2. potenzielle Gefahren

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Schnell stellte ich meinen Wecker aus, erst danach fing ich langsam an wach zu werden. Ich stand langsam auf und ging ins Bad, um mich fertig zu machen.

Als ich fertig war hatte ich immer noch Zeit, weshalb ich beschloss einkaufen zu gehen. Ich schnappte mir also meinen Rucksack und machte mich auf den Weg zum Supermarkt.

Eine Zeit lang stand ich jetzt schon vor den Spirituosen und überlegte, ob ich mir nicht wieder ein paar Flaschen Wein mitnehmen sollte. Ich würde mich nicht als Alkoholiker bezeichnen, konnte aber auch nicht über aus lange auf Alkohol verzichten. Aber hatte ich es mir nach einer Woche nicht vielleicht auch mal wieder verdient? Okay, vielleicht war ich doch ein klein wenig abhängig, aber es hielt sich Grenzen.

Eine Flasche. Ich nahm nur eine Flasche Wein mit, bevor ich förmlich vor dem Regal wegrannte. Weiter lief ich zum Obst und Gemüse, einer der Gründe warum ich ja eigentlich hier war.

Als ich Zuhause war und alles weggeräumt hatte, musste ich mich auch schon fertig für die Arbeit machen. Der einzige Vorteil an der Spätschicht ist, dass ich mich beim fertig machen nicht stressen musste.

„Schön ausgeschlafen?" fragte mich Daniel, mal wieder mit einem breiten Grinsen. Ich nickte „Und selber?" auch er nickte zufrieden und wir stiegen ins Auto ein. Diesmal fuhr ich uns herum, Daniel machte das Radio an und sang fröhlich mit. Es gab echt keinen besseren Partner als ihn.

Nach einigen recht ereignislosen Stunden, beschlossen wir endlich Pause zu machen. Es war manchmal überraschend für was die Menschen die Polizei riefen, aber im Endeffekt war es mir lieber, als mich ständig in Gefahr zu begeben.

Es war mittlerweile schon recht spät und wir beiden waren echt hungrig. Gerade als wir auf den Parkplatz einer Bäckerei fahren wollten, bekamen wir eine neue Durchsage. Verdacht auf eine Entführung, na toll. Ich schaltete also das Blaulicht ein und wir machten uns auf den Weg. Meine Schicht hätte so entspannt enden können.

An der Adresse angekommen befanden wir uns an einer verlassenen Fabrik, besser konnte es wohl nicht mehr werden. Es war wie ein schlechter Film oder noch besser eine „Auf Streife" Folge. Wir stiegen aus und eine aufdrehte Frau mit Hund kam uns direkt entgegen gejoggt. Sie stellte sich als die Melderin heraus und beschrieb uns ihre Beobachtungen.

Ein weißer Transporter sei vorgefahren. Mehrere maskierte Männer waren ausgestiegen und hatten eine gefesselte Person mit ins Gebäude geschleppt.

Es konnte sich wohl nicht um zu schlaue Menschen handeln, wenn sie so eine Show an einem belebten Ort abzogen. Daniel hatte mittlerweile Verstärkung angefordert, trotzdem waren wir erstmals auf uns gestellt. „Wieviele Menschen haben Sie gesehen?" fragte Daniel die Frau. „Ich denke 3 plus die gefesselte Person." stammelte sie immer noch komplett aufgewühlt vor sich hin. „Bitte warten Sie hier auf weiter Einsatzfahrzeuge." und damit gingen wir auf das Fabrikgebäude zu.

Hätte ich mal doch lieber eine andere Laufbahn gewählt. Scheiß doch auf die anderen Menschen, die haben mir doch auch nie geholfen. Bitte lasst mich hier einfach lebend rauskommen.

Daniel und ich betraten das Gebäude und durchsuchten mit gezogenen Waffen die Räume. Im inneren sah es wirklich aus, wie in einem Film. Überall waren Graffitis und zerbrochene Bierflaschen, aber auch Staub hatte sich im gesamten Gebäude niedergelegt oder schwebte durch die Luft, was durch die untergehende Sonne besonders gut zu erkennen war.

Meiner Meinung nach war es in diesem Gebäude viel zu still. Ich hätte Schreie erwartet, aber ich hörte nur meine und Daniels Schritte, sowie meinen eigenen Herzschlag, welcher sich anhörte wie eine tickende Zeitbombe.

Daniel und ich nickten uns bestätigend zu bevor wir die nächste Tür öffneten und mit gezielter Waffe hineintraten. Hinter der Tür befand sich ein riesiger und gleichzeitig leerer Raum. Nur in der Mitte stand ein Stuhl, an welchen eine Person gefesselt war. Ihr Kopf hing nach unten und sie schien bewusstlos zu sein.

Wie aus Reflex rannte ich auf die Person zu, um sie von den Seilen zu befreien. Als ich sie erreichte, konnte ich zumindest schonmal feststellen, dass es sich um eine männliche Person handelte. Daniel fluchte leise vor sich, während er mir langsam folgte und versuchte den Raum im Überblick zu halten. Aus Schock hatte ich meine Sicherheit völlig außer Acht gelassen.

Auch nach mehrmaligem ansprechen und schütteln, ließ sich der Mann nicht wecken. Plötzlich hörten wir Schritte hinter uns und als wir umdrehten standen drei Männer an der Tür, durch welche wir erst vor einer Minute kamen. Wie aus Reflex hielten Daniel und ich unsere Waffen auf die maskierten Männer und gaben uns klar und deutlich als Polizei zu erkennen.

„Legen Sie Ihre Waffen runter!" rief ich, aber die Männer lachten nur „Legen Sie die Waffen runter oder schieße!" wiederholte ich mich. Die Männer kamen uns in vorsichtigen Schritten näher und hielten uns ganz genau im Auge.

„Und was ist wenn nicht? Denkst du wirklich du kannst etwas ausrichten? Denk dran, wir sind zu dritt und ihr seid nur zu zweit! Ich schlage vor wir legen alle unsere Waffen auf den Boden, einverstanden?" rief der mittlere Mann und musterte mich. „Woher sollen wir wissen, dass Sie nicht noch mehr Waffen haben?" motzte ich den Mann an. Warum müssen Kriminelle gleichzeitig auch noch so unfreundlich sein?

„Wir sind diesmal wirklich nicht auf Gewalt aus, mein Lieber. Wir tun euch hier gerade einen großen Gefallen, also denk gut über deine nächsten Schritte nach." rief der Mittlere wieder. Er schien der Anführer oder ähnliches der anderen zu sein.

„In wie weit tuen Sie uns hiermit einen Gefallen?" mischte sich Daniel mit ein. Ich wünschte er würde sich raushalten oder wäre am besten garnicht hier. Er hatte schließlich eine Frau und eine Tochter. Ich war alleine, mir konnte das egal sein, aber ihm definitiv nicht.

„Das erkläre ich euch, sobald ihr die Waffen ablegt." antwortete er uns wieder. „Können wir uns darauf einigen, wenn wir sie einfach nicht auf Sie richten?" der andere überlegte kurz und man hörte an seiner Antwort den Spaß raus, welchen er zu haben schien. Vorsichtig legte er seine Waffe auf den Boden und die anderen taten es ihm gleich.

„Eure Waffen in einer Hand, auf den Boden gerichtet und Finger weg vom Trigger!" befiehl der Mann uns und sofort tat ich was er sagte. Seine Augen blitzen auf und auch Daniel schien kurz verwundert, weshalb ich mich so schnell darauf eingelassen hatte. Aber ich selbst wusste es auch nicht genau. Ich wollte einfach wieder normal Nachhause kommen.

Ein Leben ohne Gesetze (BoyxBoy)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt