Gerade als ich die Tür zum Bad öffnete, stand Ezra plötzlich hinter mir. „Was machst du denn hier, ich will aufs Klo!" motze ich ihn an. „Dachte ich helfe dir." „Mir helfen, wie willst du mir denn helfen?" was redete er da schon wieder für einen Schwachsinn?
„Halten." sagte er in einer monotonen Stimme. Ich brauchte einen Moment, um das gesagte zu begreifen. „Oah Ezra! Du bist ein Schwein, geh raus!" fluchte ich. Manchmal fragte ich mich ernsthaft was in seinem Kopf so vor sich ging.
„Warum nicht?" „Warum nicht? Weil ich alleine pissen will! Raus jetzt!" „Was eine unschöne Art zu reden." flüsterte er, ehe er seine Arme, wie eine Schlange um meinen Oberkörper legte. „Hallo?! Ich hab gesagt du sollst rausgehen, ich brauch nur 2 Minuten." warum musste ich jetzt darum bitten alleine auf die Toilette gehen zu können?
„Ich will nicht." „Wieso das denn?" fragte ich, mittlerweile musste ich schon ziemlich verzweifelt klingen. Aber woher hätte ich wissen sollen, dass das hier so ein Thema plötzlich wird. „Ich will deinen Körper nicht mehr loslassen. Ich muss die ganze Zeit an gestern denken." mit einem hochroten Kopf schob ich Ezra von mir weg.
„Oh mein Gott, hör auf darüber zu reden!" „Warum?" „Das ist mir peinlich!" „Dir ist es peinlich mit mir darüber zu reden? Ich war doch dabei." bei seinem letzten Satz bereite sich wieder ein Grinsen auf seinem Gesicht aus.
„Gestern war dir das nicht so peinlich, ich glaube du hast es sogar sehr genossen, wenn ich mich recht erinnere, stimmt's?" sprach er weiter.
„Geh jetzt raus!" sagte ich, schob Ezra aus dem Bad und schloss die Tür vor seiner Nase. Warum musste er mich immer so in Verlegenheit bringen. Natürlich hatte ich gestern Spaß, dennoch war das ganze für mich Neuland, was mich sehr unsicher machte.
Ich wusste nicht viel von Sexualität zwischen zwei Männern und ich hatte auch nie erwartet, dass ich mich damit auseinander setzten müsste. Keine Ahnung, wie ich das angehen sollte. Aber ich konnte Ezra auch nicht einfach fragen. Vielleicht müsste ich es einfach auf mich zukommen lassen.
Als ich mir die Hände gewaschen hatte und die Tür wieder öffnete, stand Ezra immer noch da. „Hat es dir gestern nicht gefallen?" fragte er mich. Ich war mir nicht mal sicher, ob das eine ernste Frage war oder ob er mich nur wieder ärgern wollte.
„Du bist ein Riesen Baby! Was willst du von mir?" „Ich will wissen, ob es dir gefallen hat oder ob ich was anders machen kann." wiederholte Ezra sich.
„Ja, es hat mir gefallen, das heißt aber nicht, dass ich das jetzt jeden Tag machen möchte!" stellte ich klar. Ezra nahm mich fest in den Arm. Immer wenn ich seinen Geruch wahrnahm fühlte ich mich benebelt. Es war ein Geruch an dem ich ersticken könnte, er hatte sowas anziehendes an sich, was mich einfach überwältigte.
„Natürlich heißt es das nicht, aber du musst trotzdem ehrlich zu mir sein und ich hab das Gefühl du sagst nicht immer, was du denkst." erklärte Ezra mir vorsichtig und ich nickte.
„Du hast recht, tut mir leid. Das ganze verunsichert mich einfach noch." „Ich verunsichere dich?" „Manchmal vielleicht." Ezra grinste und fuhr mit seinen Händen runter zu meinem Po. „Ahh, Ezra lass das!" rief ich erschrocken, ehe er zukniff. Dafür hätte ich ihn am liebsten eine geklatscht. Warum musste er mich immer ärgern...
„Ich mach doch garnichts." „Dann lass meinen Hintern los." „Du meinst unseren Hintern." „Bitte?! Das ist meiner!" rief ich empört. Vergeblich versuchte ich mich aus seinem Griff zu lösen. Warum war Ezra auch so stark, das war überhaupt nicht fair.
„Ich erinnere mich noch ziemlich gut daran, als du sagtest, dass du mein bist. Das kannst du nicht einfach wieder zurücknehmen." seufzte er zufrieden, ehe er mich wieder losließ.
Ich ging also an ihm vorbei und wollte ihm zur Strafe einen Klaps auf dem Hinterkopf geben, allerdings hielt Ezra den mit seiner Hand auf. Natürlich hatte der Mann auch noch super Reflexe...
Eine Sekunde starrten wir uns beide an, bis ich mich umdrehte und losrannte. Warum hatte ich es nicht einfach gelassen. Ich rannte in mein Gästezimmer und schloss mich in meinem Bad ein.
Beim rennen musste ich feststellen, dass meine Kondition ziemlich nachgelassen hatte. „Du solltest nicht rennen mit deinen Verletzungen." hörte ich von der anderen Seite der Tür.
„Ich hab mich nur in Sicherheit gebracht!" antworte ich ihm. „Wovor denn?" „Offensichtlich vor dir!" ob er wohl die Tür eintreten würde? „Komm raus, ich mach uns was zu essen." bot Ezra mir an. Jetzt wo er es ansprach hatte ich schon Hunger und Ezra kochte auch noch so gut.
„Nur, wenn du mich nicht haust!" „Hm, ich könnte schwören, dass die Situation genau andersherum gewesen war. Meinst du nicht auch?" Ezra liebte es die Oberhand zu haben und das machte er einem auch schnell deutlich. Des Weiteren liebte er es mich zu ärgern, was ich zwar nicht ganz verstand, aber für ihn war es bestimmt auch ein weiteres Machtspiel.
Vorsichtig öffnete ich die Tür und sah Ezra der mich erwartungsvoll anguckte. „Beruhigt?" fragte er mich. „Beruhigt? Ich war überhaupt nicht unruhig!" verteidigte ich mich. „Alles klar." Ezra stand kopfschüttelnd auf und ging vermutlich in die Küche. Ich meinte ihn sogar lachen zu hören.
Als ich auch in die Küche kam, wies Ezra mich auf einen Stuhl, den er hingestellt hatte. Ich setzte mich also und beobachtete Ezra bei seinem tun. Ich fragte mich, ob er nicht lieber manchmal seine Ruhe von mir haben wollen würde, aber dem Anschein nach schien das genaue Gegenteil der Fall zu sein. Sonst würde ich hier wohl nicht sitzen.
Irgendwie war es ein ungewohntes Bild einen großen, kräftigen Mann eine Zwiebel schneiden zu sehen. Ich versuchte mir ein Lachen zu verkneifen, konnte aber nicht anders und grinste blöd vor mich hin.
„Ezra?" „Ja?" „Hast du Feinde?" die Antwort auf die Frage konnte ich mir schon denken, trotzdem interessierte es mich. Ezra lachte kurz auf. „Natürlich hab ich das. Deswegen hab ich ja auch deinen Schutz angefordert und genau deswegen solltest du auch nicht so viel alleine hier sein. Weißt du was mir gerade einfällt?" „Nein, was denn?" „Ich glaube ich werde dich mal mit ins Büro nehmen, dann hockst du nicht immer nur hier Zuhause rum." erklärte er mir.
„Nett, dass du mich fragst." „Ich hab dich nicht gefragt. Du kommst mit." wieder einmal schüttelte Ezra belustigt mit dem Kopf. Warum waren das die einzigen Dinge die Ezra zum Lachen brachten?
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Ein Leben ohne Gesetze (BoyxBoy)
Short StoryMarlon ist Polizist und gerät eines Tages zufällig in eine Geiselübergabe. Dort trifft er auf einen gesuchten Schwerverbrecher, welcher ein gewisses Interesse an ihm pflegt. Gleichzeitig ist er einer der wenigen Menschen, die ihn selber nicht nur al...