47 ~ Ein unerfreuliche Überraschung für den Sandman

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Eos hatte das Ziel, Ju hatte den Plan, und ich war die, die dazwischen stand.
Ob ich das wollte oder nicht.

Wir stapften durch die engen, feuchten Gänge der Höhle, der Boden rutschig und der Geruch von Modder und altem Staub lag in der Luft.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir nicht alleine waren - die Stille war unheimlich, nur unser Schritt hallte wider, und das Tropfen von Wasser an den Wänden war der einzige andere Sound.

Hin und wieder stießen wir auf bizarre Überreste: ein altes Kamelskelett, halb vergraben unter Schutt, und ein paar Fledermäuse, die uns aus dem Nichts entgegenflogen.
Ich zuckte jedes Mal zusammen, wenn sie an uns vorbeisausten.

"Ugh... Ich hasse diese Viecher", murmelte ich, während ich mich schüttelte, als würde ich mich von der Angst befreien wollen.

Ju, der direkt hinter mir lief, streckte den Kopf um die Ecke, um zu checken, ob die Fledermäuse uns noch verfolgten.
"Sind die weg?" fragte er.

Ich seufzte und nickte nur, ohne mich umzudrehen.
Wieder nach vorne blickend, sah ich, wie Eos ruhig und zielstrebig weiterging.
Er hatte keine Zeit für die kleinen Unannehmlichkeiten - er wollte schnell ans Ziel kommen.

Schließlich erreichten wir eine riesige Kammer, und ich wusste sofort, dass wir da waren, der Schatzraum.
Es war der Ort, an dem alles passieren würde.
Der Boden war mit Gold und Edelsteinen bedeckt, doch der Raum fühlte sich merkwürdig leer an, als ob er von einer unsichtbaren Bedrohung erdrückt wurde.
Dann hörte ich es - eine bekannte Stimme, die durch den Raum hallte.

"Nimm diesen Leichnam als dein eigen und bestrafe jeden, der es wagt, die zu entwenden." Es war die Stimme des Sandmanns, Zeke.

Dann hörte ich das verrückte Lachen, das ich nur zu gut kannte, das Lachen von meinem Onkel.
Es ließ mir den Magen zusammenziehen.
"Du wirst mir fehlen, Leichnam Iris. Wenigstens war dein Tod nicht umsonst", hörte ich ihn sagen.

"Aber deiner wird es sein!", rief Eos laut, als wir in den Raum eintraten.
Direkt vor uns stand Zeke, der gerade noch die vergoldete Leiche von Iris anstarrte.
Ju und ich versteckten uns hinter Eos, aber ich bezweifelte, dass Zeke uns überhaupt sehen konnte.

"Zu früh, du bist zu früh", sagte Zeke, als er sich erschrocken zurückzog. "Wie hast du mich so schnell gefunden?"

Gerade in dem Moment trat Ju vor und stellte sich an Eos' Seite.
"Wer ist das?", fragte Zeke, als er Ju musterte - der Halbasiate schien mit jedem Schritt mehr die Aufmerksamkeit des Sandmanns auf sich zu ziehen.

Ich trat dann langsam aus dem Schatten und stellte mich an Eos' andere Seite.
Es fühlte sich irgendwie falsch an, hier zu stehen, wie ein Teil eines Spiels, das ich nicht wirklich spielen wollte.
Aber ich wusste, es war der einzige Weg, um das zu tun, was wir tun mussten.
Das war es, was ich mir immer wieder sagte.
Der einzige Weg, die Welt zu retten.
Ich musste es einfach glauben.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Feb 04 ⏰

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