45 ~ Schlimmer kannes doch nicht mehr werden

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Das war alles zu viel.
Viel zu viel.

Mein Atem ging flach, mein Kopf dröhnte, und mein Herz schlug so hart gegen meine Brust, dass es sich anfühlte, als würde es mich von innen heraus zerreißen.
Ich hatte das Gefühl, in einem Strudel aus Chaos und Verzweiflung zu versinken, unfähig, mich zu orientieren.

Wir waren immer noch in der Gruft.
Der Ort, an dem Iris begraben lag - oder besser gesagt, begraben gewesen war, bevor ein gewisser jemand ihren Körper entführt hatte.
Der Sandmann, meinem Onkel Zeke.

Er war derjenige, der Iris' Leichnam entführt hatte.
Ich vermutete, dass es eine Falle für Eos sein sollte - für den Fall, dass er sein Gesicht zurückerlangen würde.
Und genau das war nun eingetreten.

Und jetzt ist Ju auch noch wieder aufgetaucht.
Jetzt stand er hier, um Eos zu helfen - Eos, dem Mann im Mond, meinem verdammt Vater.

Wie konnte er nur?

Wie konnte er demjenigen helfen, der meine Familie verletzte und die ganze Welt zerstören will.
Der Mann im Mond wollte zum Sandmann - zu meinem Onkel - und Ju war bereit, ihm den Weg zu weisen.

Mit zitternden Fingern fuhr ich mir durch mein wirres, lilafarbenes Haar, versuchte vergeblich, meine Gedanken zu ordnen.
Alles in mir war aufgewühlt, zerbrochen, zerrissen zwischen Wut, Trauer und dieser erdrückenden Hilflosigkeit.
Meine Hände zitterten noch immer leicht, aber die Farbe meiner Haut hatte sich wieder normalisiert.
Ich spürte, wie sich die Energie langsam in meinem Körper sammelte, sich Stück für Stück zurück kämpfte.

Es war ein merkwürdiges Gefühl.

Als Eos mir meine Kräfte genommen hatte, hatte ich mich so schwach gefühlt, so leer.
Es war, als hätte er nicht nur meine Magie gestohlen, sondern auch einen Teil meines Lebens.

Ich lehnte mich gegen die kalte Steinplatte hinter mir, ließ mich von ihr stützen, als könnte sie mich davor bewahren, in mich selbst zusammen sinken.
Mein Blick war auf den dunklen Boden gerichtet, wo sich die Schatten der Kerzen tanzend und verzerrt bewegten.

Dann hörte ich Schritte.
Leise, vorsichtige Schritte, die sich mir näherten.
Ich biss die Zähne zusammen.
Egal, wer es war - ich wollte ihn nicht sehen.

Doch dann drang eine Stimme an mein Ohr, ruhig, vorsichtig, "Hey... wie geht's dir?"

Julien.
Er stand nun direkt vor mir.
Ich hob den Kopf leicht an, ohne ihn wirklich anzusehen.

"Wie soll's mir schon gehen?" Meine Stimme klang schärfer, als ich es beabsichtigt hatte, doch es war mir egal.
Ich schluckte, spürte den bitteren Kloß in meiner Kehle, und runzelte die Stirn.
Was brachte es, es noch länger zu verbergen?

LUNA | Julien Bam Cinematic Universe FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt