Luna wurde als Baby von Santa, dem Boss, gefunden und am Nordpol von ihm aufgezogen.
Sie war ein Mädchen mit unglaublichen Kräften, von denen niemand je zu träumen gewagt hätte.
Mit diesen Kräften kamen auch zahlreiche Geheimnisse zum Vorschein.
Doc...
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Das Gefühl, schwerelos durch die Luft zu gleiten, war schlichtweg überwältigend - als hätte sich die Welt für einen Moment geöffnet, nur um mich fliegen zu lassen. Jeder Windstoß auf meiner Haut, jedes Rauschen in meinen Ohren war ein Rausch aus Freiheit und Staunen.
Der Kompass, den Ju auf den Rücken trug, hatte uns in die Fieberdünne geführt - ein Ort, der seinem Namen alle Ehre machte. Vor uns erstreckte sich eine endlose Einöde, ein lebloses Nichts aus glühendem Sand und flimmernder Hitze, unterbrochen nur von einem einzigen, surrealen Anblick: ein gewaltiger Totenschädel, einsam und unheimlich mitten in dieser Einöde thronend.
Unwillkürlich fragte ich mich, was mein Onkel mit Iris' Leichnam an einem solchen Ort beabsichtigte. Der Gedanke ließ mich frösteln, trotz der sengenden Sonne.
Unsere Landung auf dem heißen Wüstenboden war alles andere als elegant. Der Sand schluckte einen Teil des Aufpralls, doch sanft war es nicht. Eos, der Ju bis hierher getragen hatte - da ich selbst erst am Anfang stand, meine Kräfte richtig zum Fliegen einzusetzen - ließ ihn achtlos fallen. Ju landete mit einem dumpfen Poltern im Sand, der seinen Sturz etwas abfederte, aber nicht genug, um es angenehm zu machen.
"Du hattest Recht - ich kann wirklich fliegen." Ungläubig starrte ich auf meine Hände, um die sich ein schimmernder Nebel aus Blau und Violett gelegt hatte. Die Farben flackerten noch kurz, bevor sie langsam in der heißen Luft verglühten. Mein Blick glitt zu Eos, der ein paar Schritte entfernt stand.
Sein Gesicht war wie gemeißelt, unbewegt und kühl wie immer. Doch ganz kurz - kaum mehr als ein Wimpernschlag - glaubte ich, ein Zucken an seinen Lippen zu erkennen. Fast wie ein Lächeln, das sich nicht traute, wirklich sichtbar zu werden.
"Hab ich dich jemals angelogen?", fragte er schließlich mit ruhiger Stimme. Ich runzelte die Stirn und stemmte die Hände in die Hüften, als müsste ich mein eigenes Urteil erst abwägen. "In den... drei Stunden, seit ich dich kenne?", sagte ich und schüttelte leicht den Kopf. "Erstaunlicherweise nein. Noch nicht."
Ein Hauch von Ironie schwang in meiner Stimme mit, aber tief in meinem Inneren war ich trotzdem beunruhigt.
Ein ächzendes Stöhnen lenkte meine Aufmerksamkeit nach links. Ich drehte den Kopf und sah Ju, der immer noch halb im Sand lag wie ein gestrandeter Fisch. Mit einem hörbaren Knurren rappelte er sich auf, klopfte sich den Staub von der Hose und warf Eos einen vorwurfsvollen Blick zu.
"Buhrr, Alter...", stöhnte er, während er sich den Sand aus dem Nacken schüttelte. "Ist das etwa der Dank dafür, dass ich dich mit meinem Kompass hierher geführt hab? Echt jetzt?"
Auf seiner Schulter saß Piet, der etwas Unverständliches murmelte. Doch Eos warf ihm einen so finsteren Blick zu, dass selbst das Plüschkänguru verstummte und sich in Jus Jacke zurückzog.