ein gut gemeinter Rat

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ADAM

Der dumpfe Schlag hallte durch den Raum.
Der Sandsack schwang zurück, nur um im nächsten Moment erneut von meiner Faust getroffen zu werden. Oder knirschte unter der Wucht, die Kette klirrte leise.

Ich atmete schwer aus.
Noch einmal.

Der Sack pendelte, ich wich einen halben Schritt zurück, holte aus und ließ die nächste Kombination folgen. Links, rechts, Haken. Meine Muskeln brannten längst, Schweiß lief mir über den Rücken, sammelte sich am Bund meiner Shorts und tropfte auf den Boden.

Gut.
Genau so sollte es sein.

Wenn ich schlug, musste ich nicht nachdenken.
Nicht über Ariana.
Nicht über Nick und Maria.
Nicht über die verdammte Ohnmacht, die sich seit Tagen in meinem Kopf festgesetzt hatte.

Der Sack kam zurück, ich fing ihn mit der Schulter an und stieß ihm erneut von mir.

Die Luft im Raum war warm und roch nach Leder und Metall. Das kleine Fenster über der Werkbank stand offen, aber der Sommerwind schaffte es kaum hinein.

Ich wischte mir mit dem Unterarm über die Stirn und schlug weiter.

Ein paar Minuten später brannten meine Arme so sehr, dass ich sie kurz sinken ließ. Der Sandsack schwang langsam aus.

Meine Atmung ging schwer.

Und natürlich kam jetzt genau der Moment, in dem mein Kopf wieder anfing zu arbeiten.

Ari.

Das Gespräch von gestern.

„Sag mir einfach, wenn du mich nicht brauchst."

Ich schüttelte leicht den Kopf und griff nach dem Handtuch, das über dem Stuhl ging. Während ich mir den Schweiß aus dem Gesicht wischte, versuchte ich den Gedanken abzuschütteln.

Sie hatte es falsch verstanden.
Ich wollte sie nur da raus halten.

Mehr nicht.

Ein dumpfes Klopfen ließ mich ausfehen.
Noch einmal.

Ich warf mir das Handtuch über die Schulter, ging durch den Flur zur Haustür und öffnete.

„Marco?"

Er stand vor mir, die Hände in den Hosentaschen vergraben, als wäre es das Normalste der Welt, hier aufzutauchen.

„Warum bist du hier und wieso rufst du nicht einfach an?" fragte ich ihn verwundert.

Marco zog eine Augenbraue hoch und schob sich an mir vorbei, als hätte ich ihn gerade hereingebeten.

„Hab ich", sagte er trocken. „Hab sogar eine Nachricht hinterlassen."

Ich schloss die Tür und griff automatisch nach meinem Handy, das auf der Kommode lag.
Tatsächlich.

Ein verpasster Anruf.
Eine Sprachnachricht.

„Oh."

Marco setzte sich bereits an die Kücheninsel und lehnte sich zurück.
„Du gehst selten nicht ans Telefonat, stellte er fest.

Ich legte das Handy wieder ab und nahm mir eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Während ich einen großen Schluck nahm, lief der Rest des Schweißes über meinen Oberkörper.

„Hab trainiert", sagte ich und stellte die Flasche auf die Arbeitsplatte. „Musste den Kopf abschalten."

Marco musterte mich einen Moment. Dann nickte er leicht.
„Ja. Sieht man."

My Brothers best Friend Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt