Ein Funken Mut

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ADAM POV

Ich hatte mich kaum verabschiedet, da fiel auch schon die Tür hinter mir ins Schloss.
Die frische Luft draußen tat gut. Es fühlte sich klarer an, ehrlicher, Genau das brauchte ich jetzt.

Der Termin beim Jugendamt bereitete mir schon seit ein paar Tagen Kopfschmerzen, 
Ich wusste, dass Nick und seine kleine Schwester Hilfe brauchten...aber gleichzeitig wusste ich, wie scher es war, Menschen zu überzeugen, die hunderte solcher Fälle bearbeiteten.

Ich stieg in meinen Wagen, startete den Motor und fuhr los.
Je näher ich dem unscheinbar aussehenden Gebäude kam, desto stärker wurde die Last auf meinen Schultern.

Ich konnte boxen. Ich konnte mich prügeln. Ich konnte für Ariana durchs Feuer gehen.
Aber Ämter und Formulare?
Menschen, die entschieden, ob zwei Kinder ein Zuhause behalten oder verlieren?

Das war eine Art von Kampf.

Ich parkte das Auto und entließ einen schweren Seufzer.

****

Im Büro saß eine Frau Mitte vierzig. Sie trug einen strengen Dutt, eine Brille mit dickem schwarzen Rand. An ihrer Tür stand ihr Name: Frau Lehmann.

„Herr Garcia? Sie kommen wegen des Jungen...Nick Todorov?"

Ich nickte und setzte mich.

Sie faltete die Hände,
„Ich habe mir Ihre E-Mail angeschaut. Bevor wir weiterreden...woher genau kennen Sie die Familie?"

Ich stockte kurz.
Die Wahrheit war nicht einfach. Ein minderjähriger Schüler, illegale Kämpfe, ein Vater der trinkt...
Ein falsches Wort und die beiden wären direkt getrennt in unterschiedlichen Pflegefamilien.

„Ich bin sein Sportlehrer", begann ich ruhig.
„Und ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Fehlzeiten. Verletzungen. Erschöpft, überfordert..."
Ich sah ihr direkt in die Augen.
„Ich bin zu ihm nach Hause gefahren. Er lebt allein mit seinem Vater. Die Mutter ist weg. Der Vater...kümmert sich nicht. Nick ist praktisch Vater und Mutter für seine kleine Schwester."

Die Frau notierte etwas.
„Und der Vater? Ist er...aggressiv? Vernachlässigt er die Kinder? Alkohol?"

Ich atmete scharf aus.
Wie viel sage ich?
Wie viel muss ich sagen?

„Er trinkt," antwortete ich wahrheitsgemäß.
„Und ja...die Kinder sind nicht sicher dort."

Ihre Auge wurden weicher.
„Haben Sie Fotos? Beweise? Eindrücke der Wohnung?"

Ich schüttelt den Kopf leicht.
„Ich wollte nicht, dass jemand misstrauisch wird. Ich wollte zuerst mit Ihnen reden."

„Verständlich,"  sagte sie.
Dann sagte sie nach einer kurzen Pause:
„Wir werden uns das heute noch ansehen."

Mir fiel ein Stein vom Herzen. Aber ein neuer wartete bereits.

„Herr Garcia?" fragte sie.
Ich wandte mich noch einmal zu ihr.
„Sie wissen, dass Meldungen dieser Art anonym bleiben, aber wenn der Vater herausfindet wer es war...könnte es gefährlich werden."

Ich lächelte schief.
„Glauben Sie mir...ich kenne gefährlich."

Sie antwortete nicht, aber ich sah, dass sie mich einschätzte, als würde ihr herausfinden wollen, was genau hinter diesem Satz steckte.

My Brothers best Friend Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt